ÖHB hat "nicht viele Baustellen"

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Das Aus bei der Europameisterschaft 2018 bedeutet für den Österreichischen Handball-Bund einen (weiteren) Startschuss für die Heim-EM 2020, die man gemeinsam mit Schweden und Norwegen austragen wird.

Den kommenden Aufgaben - neben 2020 auch die anstehende WM-Qualifikation für 2019 - blickt man mit Optimismus entgegen. "Wir haben nicht viele Baustellen", betont Generalsekretär Bernd Rabenseifner.

Dabei will man sich auch um eine weitere Professionalisierung bemühen.

Ab in die Kraftkammer

"Zufrieden wird keiner heimfahren. Die Hauptrunde war das Ziel", meint Rabenseifner, der im vergangenen Sommer die Agenden des zum Europaverband gewechselten Martin Hausleitner übernahm, zum sportlichen Abschneiden. "Sicher war schon die Qualifikation ein Riesenerfolg. Zumal das ja in den vergangenen Jahren (WM 2011, EM 2014, WM 2015) mehrmals der Fall war."

Der positive Aspekt sei ganz klar die gewonnene Erfahrung. "Die Jungen lernen dadurch schneller, mit der Drucksituation bei einem Großereignis umzugehen."

Eine genaue Analyse der Spiele in Porec werde im Februar erfolgen, klar sei aber schon jetzt: "An der Kraft muss gearbeitet werden." So ist wohl auch Johannessons Verweis auf die Entwicklung der Norweger, die 2014 im WM-Playoff noch an Österreich scheiterten, zu verstehen: "Sie waren wohl viel in der Kraftkammer."


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(Text wird unterhalb fortgesetzt)


Das Kraftelement wurde schon in den vergangenen Lehrgängen forciert und soll nun mit eigens erarbeiteten Plänen und in Abstimmung mit den Vereinen weiter ausgebaut werden.

WM wäre wichtiger Meilenstein

Ein weiteres Signal war bereits im vergangenen Dezember die Verpflichtung von Tormanntrainer Mattias Andersson. Vom schwedischen Weltklassegoalie erhofft man sich nicht nur Unterstützung der Schlussleute. "Er bindet auch die Abwehrspieler in die Arbeit mit ein", betont Rabenseifner.

Damit umfasst das Trainerteam sieben Leute - freilich noch immer klar weniger als etwa das zwölfköpfige von Norwegen.

ÖHB-Generalsekretär Bernd Rabenseifner
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Mit relativ bescheidenem ÖHB-Gesamtbudget von drei Millionen Euro versucht man an kleinen Schrauben zu drehen. Hoffnungen ruhen aber nicht zuletzt auf Fortuna. Denn die Auslosung im Rahmen des EM-Finalwochenendes wird die Chancen im WM-Quali-Playoff beeinflussen. Leicht wird es aber ohnehin nicht, denn der Gegner kommt mit Ausnahme der vorderen Plätze aus den zwölf Top-Nationen.

"Wir müssen viel Erfahrung sammeln. Deswegen wäre die WM auf dem Weg zur Heim-EM der wichtigste Meilenstein", erklärt Rabenseifner.

Das Grundgerüst steht

Mangelnde Routine spielte wohl auch in Kroatien eine Rolle. Der Altersdurchschnitt im Vergleich zur WM 2015 in Katar, wo man nur hauchdünn das Viertelfinale verpasste, sank von 27,8 auf 25,8 Jahre, insgesamt weist der Kader um gute 500 Länderspiele weniger auf. 12 der 17 Kaderspieler haben weniger als 40 Länderspiele am Konto.

Rabenseifner geht davon aus, dass der Kader mit Ausnahme des kurzfristig reaktivierten Vitas Ziura zusammenbleibt. Trainer Johannesson hat ohnehin bereits bis 2020 verlängert. Das Grundgerüst jener Truppe, die in die gemeinsam mit Schweden und Norwegen veranstaltete Heim-EM 2020 geht, steht also.

Wien (Stadthalle) und Graz (Messehalle) werden die Schauplätze von Vor- und Hauptrundenspielen sein. Organisatorisch hat man schon bei der 2010er-EM viel Know-how erworben, das kommt dem ÖHB zugute. "Die Anforderungen sind allerdings noch einmal gestiegen", sagt Rabenseifner.

Zuvor gelang es, mit dem Euro Cup noch ein hochkarätiges Format für die Veranstalterländer auf die Beine zu stellen. Neben Schweden, Norwegen und Österreich ist auch der künftige Europameister dabei. Auftakt ist Ende Oktober in Graz, wo zugleich die neue Sportpark Hüttenbrennergasse eingeweiht wird. Weitere Termine sind im April bzw. Juni 2019.

Olympia "wäre der Oberhammer"

Klar ist für Rabenseifner auch, dass die in den vergangenen Jahren forcierte Nachwuchsarbeit weitere Früchte tragen muss. So wie bei der "goldenen Generation" der 94er-Auswahl. Von der schafften es mit Kristian Pilipovic, Christoph Neuhold, Sebastian Frimmel und Ausnahmekönner Nikola Bilyk - eigentlich eine 96er - immerhin fünf Leute ins A-Team.

Dafür werde schon die Schul-Unterstufe in Zukunft mit gemeinsam erarbeiteten Konzepten in die Leistungsmodelle eingebunden, die Landes-Ausbildungszentren noch besser entwickelt. Die zukünftigen Hoffnungsträger sollen zudem mit "Sportfesten" bereits früher zum Handball gebracht werden.

Eine weitere, wenn auch leise Hoffnung ist für Rabenseifner die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die ist kompliziert, aber nicht völlig unlösbar. "Das wäre der Oberhammer."

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Textquelle: © APA/LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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