Die Akte Tom Brady

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Der Countdown zu Super Bowl LI zwischen den Atlanta Falcons und den New England Patriots in Houston, Texas, in der Nacht von Sonntag auf Montag läuft.

Im Mittelpunkt steht dabei einmal mehr Superstar Tom Brady, der NFL-Geschichte schreiben kann.

Der 39-Jährige könnte als erster Quarterback fünf Titel erringen und damit die Legenden Joe Montana und Terry Bradshaw hinter sich lassen.

Gleichzeitig könnte Brady mit Verteidiger Charles Haley, dem Rekord-Super-Bowl-Sieger, gleichziehen.

LAOLA1 hat 50 Bilder aus dem Leben und der Karriere von Tom Brady:

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Sollte für Brady alles nach Wunsch verlaufen, hat der Spielmacher auch die größten Chancen, zum vierten Mal als Super-Bowl-MVP ausgezeichnet zu werden und würde damit sein früheres Idol Joe Montana ebenfalls hinter sich lassen.

Pikant wäre dieses Szenario auch deswegen, weil NFL-Commissioner Roger Goodell ihm die Trophäe überreichen würde. Jener Mann, der für die vier Spiele Sperre Bradys ("Deflategate") zu Beginn der Saison mitverantwortlich zeichnet.

LAOLA1 öffnet die Akte Tom Brady und bespricht die vier wichtigsten Themen rund um die Allzeit-Größe:

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Brady und seine Anfänge

Die 3 wichtigsten Fakten:

  • Brady war 49ers- und Montana-Fan;
  • Brady war in der High School und im College anfangs nur Backup;
  • Brady wurde im NFL-Draft an 199. Stelle gepickt

Tom Brady ist ein Sunnyboy. Das liegt in erster Linie daran, weil er in San Mateo, Kalifornien geboren wurde. Wer sich als Patriots-Fan das Tattoo mit seinem Geburtstag stechen lassen will - es war der 3. August 1977. Richtig, Brady wird also in diesem Jahr 40 Jahre alt. Sein Vater hat irische Wurzeln, die Mutter welche aus drei Ländern (Norwegen, Schweden, Polen).

Als einziger Sohn (insgesamt vier Kinder) verbrachte Brady viel Zeit auch im Candlestick Park, dem ehemaligen Zuhause der San Francisco 49ers. Dort war in den 80ern ein gewisser Joe Montana am Werk, jener Quarterback, den Brady am Sonntag zu übertrumpfen versucht. 1981 sah Brady im Candlestick unter anderem auch den legendären Catch von Dwight Clark.

Inspiriert von seinem Idol spielte Brady in jungen Jahren schon Football, ebenso dann auf der High School (Junipero Serra High School in San Mateo). Dort versuchte sich der Lakers- und Celtics-Fan auch im Basketball sowie im Baseball. Später sollte er von den Montreal Expos im MLB-Draft 1995 in der 18. Runde auch gepickt werden. Ein Schicksal ohne Folgen, das vielen NFL-Spielern ereilte.

Brady musste auf seine Chance warten, das sollte sich übrigens wie ein kleiner roter Faden durch seine Karriere ziehen. Nachdem sich der Starting Quarterback verletzte, durfte Brady ran und stand bis zum Ende seiner Highschool-Zeit auch stets auf dem Feld. Durch Tapes, die er verschickte, steigerte sich auch das Interesse der Colleges am jungen QB.

1995 entschied sich Brady schließlich für die University of Michigan, die so genannten Wolverines. Auch hier musste Brady warten, war ein Backup in den ersten beiden Jahren und zollte seiner Frustration Tribut, als er einen Sportpsychologen zu Rate zog. In den folgenden beiden Jahren durfte Brady von Beginn an ran und gewann am Ende die Citrus Bowl (1999) sowie die Orange Bowl (2000).

Als "Comeback Kid" für seine Winner-Mentalität beschrieben, rechnete sich Brady im NFL Draft 2000 aus, in der zweiten oder dritten Runde gepickt zu werden. Es wurde die sechste. Mit einem so genannten Compensatory Pick, den die NFL zum Ausgleich der Free Agency an gewisse Teams verteilt, holten ihn sich die Patriots an der 199. Stelle.

Quarterbacks, die vor Brady genommen wurden: Chad Pennington (Pick #18/New York Jets), Giovanni Carmazzi (#65/San Francisco 49ers), Chris Redman (#75/Baltimore Ravens), Tee Martin (#163/Pittsburgh Steelers), Marc Bulger (#168/New Orleans Saints), Spergon Wynn (#183/Cleveland Browns).

Brady weinte elf Jahre später, als er in einem Interview über diese Erfahrung sprach. In diesem Kontext müssten nun viele andere Menschen weinen.

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Brady und seine Patriots

Die 3 wichtigsten Fakten:

  • Brady hatte nie eine Negativ-Bilanz mit den Patriots;
  • Brady gewann 14 Division-Titel und spielt 7. Super Bowl;
  • Manning gehörte die Regular Season, Brady die Postseason;

Fun Fact: Brady musste erst auf einer Karte suchen, wo die New England Patriots überhaupt spielen (Foxborough, rund 40 Auto-Minuten von Boston entfernt). Doch er war es letztlich, der die New England Patriots auf die NFL-Karte brachte. Gemeinsam mit Bill Belichick sorgte Brady für eine Dynastie, die bislang vier Super-Bowl-Titel erzielte.

Doch ähnlich wie in der High School musste Brady auf seine Chance warten. In diesem Fall verletzte sich Drew Bledsoe und Brady übernahm als Starter im zweiten Spiel der Saison 2001/02. Es sollte nicht nur gleich in dieser Saison ein Super-Bowl-Titel folgen, sondern insgesamt auch eine der erfolgreichsten Karrieren der NFL-Geschichte.

Die Fakten sprechen für sich: Die Patriots haben mit Brady nie eine Negativ-Bilanz nach der Regular Season stehen gehabt. In der Saison 2008 war Brady nach einem Kreuzbandriss im ersten Spiel in Kansas City für den Rest der Saison außer Gefecht, die Patriots verpassten mit Matt Cassel trotz einer 11-5-Saison die Playoffs, doch von einer Negativ-Bilanz waren sie auch in dieser Saison weit entfernt.

Brady gewann 14 Division-Titel (mehr als jeder andere QB) und spielte in elf Championship Games (mehr als jeder andere QB). Am Sonntag steht er zum siebenten Mal in der Super Bowl (einsamer Rekord) und könnte seine Rekord-Bilanz in der Postseason auf 25-9 polieren. Er wurde bislang zwei Mal Liga-MVP und war für zwölf Pro Bowls (spielte dort das letzte Mal 2005) nominiert.

In der ewigen Bestenliste liegt er hinter Peyton Manning, Brett Favre und Drew Brees in Career Passing (61.582) und in Career Passing Touchdowns (456). Wenn die Besten der Besten verglichen werden, verliert Brady gut und gerne auch das Duell mit Peyton Manning, dem aber eine Postseason-Schwäche zum Problem wurde. Vielleicht liegt es auch daran, dass Manning nicht Bill Belichick als Head Coach bzw. Team-Builder um sich hatte.

Denn die ersten Ringe, die Brady gewann, waren zu einem Zeitpunkt, an dem Brady bei weitem noch nicht der Quarterback war, der er mit Fortlauf wurde. Bei ihm verhält es sich wie Wein. Je älter desto besser. Brady hat über die Jahre seine Qualitäten etabliert wie wenige andere in der NFL, sein unglaublicher Ehrgeiz ist der Antrieb: "Der schönste Ring ist der nächste." Von Karriereende weit und breit keine Rede...

Auch als Pro ist Brady ein "Comeback Kid", hat 49 Career-Game-Winning-Drives sowie 38 Comebacks im vierten Viertel zu Buche stehen - nur Manning hat (noch) mehr (45). Es könnten allerdings noch viele mehr sein, doch zumeist liegen die Patriots ohnehin schon im Schlussabschnitt vorne. In den letzten 58 Spielen haben die Patriots 57 Mal gewonnen, wenn sie im dritten Viertel geführt haben.

Auch eine Qualität: Bei Third Down für ein First Down zu sorgen. Das gelang Brady in dieser Saison in 51,8 Prozent der Fälle. Und sollte wieder einmal ein 3/4 and 1 am Programm stehen, dann kommt der QB-Sneak von Brady - da war er in 98 von 108 Fällen in seiner Karriere erfolgreich. Keiner kann das besser.

Manning hat insgesamt die besseren Regular-Season-Stats (5x Liga-MVP, 539 TDs, 55 TD in einer Saison), doch Brady gehört die Postseason mit 24 Siegen und vier Super-Bowl-Triumphen. Brady mag nicht wie Manning als Genie in der Pocket gelten, doch mit dieser Kontiniuität und seinen Titeln hat er seinen Dauerrivalen hinter sich gelassen.

Der fünfte Titel würde dies noch weiter unterstreichen - und vor allem die Belichick-Brady-Dynastie verlängern.

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Brady und sein Umfeld

Die 3 wichtigsten Fakten:

  • Brady ist mit Supermodel Gisele Bündchen verheiratet;
  • Brady hat drei Kinder von zwei Frauen;
  • Brady ist genervt von Trump-Fragen;

Wie wir alle hier wissen: Tom Brady ist mit dem brasilianischen Super-Model Gisele Bündchen verheiratet. Doch nicht alle seine drei Kinder stammen von der 36-Jährigen.

Brady war zuvor mit der Schauspielerin Bridget Moynahan (u.a. bekannt aus "I, Robot" und der Serie "Blue Bloods") liiert und zwar von 2004 bis Ende 2006. Gemeinam haben sie einen Sohn namens John Edward Thomas Moynahan, der am 22. August 2007 zur Welt kam. Der erste Sohn kam also nach der Trennung der beiden Stars zur Welt.

Bereits Ende des Jahres 2006 begann Brady Bündchen zu daten. Wie er später zugab, setzte ein gemeinsamer Freund hier ein "Blind Date" auf. Hat gefruchtet. Das Paar heiratete zweieinhalb Jahre später in Santa Monica und hat zwei Kinder: Sohn Benjamin, der 2009 geboren wurde, und Tochter Vivian Lake, die 2012 zur Welt kam.

Die üblichen Trennungsgerüchte gibt es immer wieder, doch wenn Brady seine Erfolge feiert, ist Bündchen zumeist erste Gratulantin auf diversen Social-Media-Plattformen. Und sie steht ihrem Mann auch in schweren Zeiten bei. Nach der verlorenen Super Bowl 2012, der zweiten gegen die New York Giants, wurde sie gefilmt, als sie sich beschwerte: "Mein Mann kann nicht verdammt nochmal den Ball werfen und ihn gleichzeitig fangen!"

Da sind sich die Eheleute gewiss einer Meinung, weniger wenn es um gemeinsame Freunde geht. An Freundschaften mangelt es im Hause Brady-Bündchen sicher nicht, doch jene zu Donald Trump dürfte für Uneinigkeit sorgen. Bündchen dementierte etwa, dass Brady bei der US-Wahl für Trump gestimmt hätte. Der wiederum zeigte sich zuletzt genervt bei Fragen über den neuen Amtsinhaber.

"Ich habe immer versucht, es im Kontext zu halten, weil manchmal kennt man jemanden 16 Jahre, ehe er vielleicht in einer Position ist. Er hat mich lange Zeit unterstützt. Es ist einfach eine Freundschaft. Ich habe viele Freunde. Ich rufe viele Leute an." Zusatz: "Warum ist das so eine große Sache? Das verstehe ich nicht!" Gut möglich, dass sich Brady in dieser Woche noch öfter diesen Fragen stellen muss...

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Brady und sein Rachefeldzug

Die 3 wichtigsten Fakten:

  • Im AFC-Title-Game 2015 war in den Patriots-Bällen zu wenig Luft;
  • Brady wurde für vier Spiele gesperrt;
  • Goodell war seit 2015 nicht mehr in Foxborough;

Wir schreiben den 18. Jänner 2015, die New England Patriots stehen einmal mehr im AFC Championship Game und fertigen die Indianapolis Colts zu Hause mit 45:7 ab. So weit, so normal. Doch die Folgen sollten alles andere als normal sein. "Deflategate" sorgte für viele, viele Schlagzeilen.

Die NFL warf den Patriots vor, dass Mitarbeiter wissentlich Luft aus den Bällen ließen. Elf Footbälle hatten in der ersten Halbzeit einen zu geringen Luftdruck, obwohl sie vor Spielbeginn von den Schiedsrichtern noch geprüft und für gut befunden worden waren. Brady soll davon gewusst haben.

Der Vorteil von diesen Bällen? Vor allem der Quarterback kann das Spielgerät besser halten und kontrollieren - gegen Indianapolis war es zudem regnerisch und kalt, da fühlt sich ein Ball schnell mal wie ein Stein an. Brady bezeichnete die Vorwürfe bei einer Pressekonferenz als "lächerlich".

Nichtsdestoweniger wurde Brady am 11. Mai 2015 von der NFL für vier Spiele gesperrt. Allerdings hob ein Amtsgericht die Suspendierung auf, so dass er in allen Partien 2015 zur Verfügung stand. Im April 2016 entschied ein Berufungsgericht wiederum, dass die Sperre rechtmäßig sei. Ein US-Bundesgericht in Manhattan lehnte einen Antrag von Brady und der NFL-Spielergewerkschaft auf eine erneute Anhörung ab.

Brady akzeptierte nun die Strafe: "Es waren herausfordernde 18 Monate und ich habe die schwierige Entscheidung getroffen, den Rechtsweg nicht mehr fortzusetzen." Der Superstar zeigte sich aber mangels klaren Beweisen insbesondere von NFL Commissioner Roger Goodell schwer enttäuscht.

Auch Vater Brady meldete sich zu Wort und wurde konkret: "Was die Liga mit ihm machte und Roger Goodell konstant darüber log, das ist für meine Begriffe verwerflich. Er begab sich auf eine Hexenjagd und log sich da heraus, Tommy wurde in Wahrheit nie für das Herauslassen von Luft in Footballs gesperrt. Er wurde nur gesperrt, weil das Gericht sagte, dass es möglich sei. Die NFL hatte nie einen Beweis, das gab sie auch zu."

Goodell hat seit 18. Jänner 2015 nicht mehr das Gillette Stadium in Foxborough besucht, im Vorfeld der Super Bowl wich der Commissioner den Fragen bezüglich eines möglichen Unbehagens aus, meinte nur, es wäre ihm eine Ehre, Tom Brady die Vince Lombardi Trophy zu überreichen.

Dann hätte Brady in dieser Saison, der auch als sein Rachefeldzug tituliert wird, einmal mehr das letzte Wort.

Bernhard Kastler

Saturday Night Live mit einem herrlichen Sketch zu "Deflategate":


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