Die Schlüssel zum Sieg in den Divisional Playoffs

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Für viele ist es das beste Football-Wochenende des Jahres!

Auch in diesem Jahr bieten die Divisional Playoffs der NFL Hochspannung.

Los geht es am Samstag mit den Paarungen Atlanta Falcons gegen Seattle Seahawks, gefolgt vom Aufeinandertreffen von Topfavorit New England Patriots gegen Außenseiter Houston Texans. Am Sonntag duellieren sich schließlich die Kansas City Chiefs mit den Pittsburgh Steelers und die Dallas Cowboys mit den Green Bay Packers.

Bemerkenswert: Alle vier Duelle sind "Rückspiele", sprich die jeweiligen Teams sind in der Regular Season bereits aufeinandergetroffen.

LAOLA1 stimmt euch mit den Matchups auf die wichtigsten Aspekte dieser Duelle ein:


Altmann vs. Kastler: Pick your Playoff-Team!


ATLANTA FALCONS (2) vs. SEATTLE SEAHAWKS (3)

(Samstag, 14. Jänner, 22:35 Uhr)

AUSGANGSSITUATION: Laut Spielplan-Arithmetik der NFL ist es keine Selbstverständlichkeit, aber wie alle vier Duelle dieses Wochenendes gab es auch dieses in der Regular Season bereits. Seattle siegte mit Hängen und Würgen 26:24 - allerdings zu Hause, wo der Heimvorteil so groß ist wie in kaum einem NFL-Stadion. Diesmal geht es nach Atlanta und - vereinfacht ausgedrückt - ist es das Kräftemessen von Super-Offense (Atlanta) mit Super-Defense (Seattle). Berühungspunkte gibt es einige. So war Falcons-Coach Dan Quinn vor seiner Übersiedlung nach Atlanta als Defensive Coordinator der Mastermind jener Seattle-Defense, welche die Seahawks zu zwei Super-Bowl-Teilnahmen (und einem Triumph) geführt hat. Atlantas QB Matt Ryan wiederum hat in seiner Karriere erst ein Playoff-Spiel gewonnen - und das vor vier Jahren in einem denkwürdigen Thriller gegen, richtig geraten, Seattle. Aber die größten Revanche-Gelüste entstehen aus dem diesjährigen Duell: Dieses gewann Seattle auch, weil Atlanta ein Pass-Interference-Call gegen Seattles Superstar-Cornerback Richard Sherman nach Behinderung von Superstar-WR Julio Jones verwehrt blieb.

SCHLÜSSEL ZUM SIEG:

Atlanta Falcons: Bevor wir zu inhaltlichen Fakten kommen, müssen wir ausnahmsweise einen leicht esoterischen Ansatz verfolgen. Es gibt Teams und Spieler, die in den Playoffs gerne ihr Winner-Gen beweisen (Seattle gehört da in den letzten Jahren dazu). Und dann gibt es Teams wie die Atlanta Falcons. Gerade auf Quarterback Matt Ryan lastet diesbezüglich ein großer Druck, dem er in diesem Matchup standhalten muss, um nicht lediglich als "guter Regular-Season-QB" in die Geschichte einzugehen. Vier Mal führte er Atlanta in seiner Karriere in die Playoffs, abgesehen vom Sieg gegen Seattle war es stets schnell wieder vorbei. Ryan muss nach seiner MVP-verdächtigen Saison einfach sein Ding durchziehen und damit alle Zweifler ruhigstellen, dann sieht es nicht schlecht aus. 540 Punkte erzielte Atlanta 2016, das sind um 71 mehr als das zweitbeste Team und im Schnitt 33,8. Auch wenn es Sherman gelingen sollte, mit Jones die gefährlichste Falcons-Waffe zu entschärfen, verfügt Atlanta mit Taylor Gabriel, Mohamed Sanu oder den beiden Running Backs Devonta Freeman und Tevin Coleman über genügend Playmaker. Sage und schreibe 13 Spieler haben heuer TD-Pässe von Ryan gefangen. Gegen Earl-Thomas-lose Seahawks könnte bei aller Gefährlichkeit dieser Defense also etwas gehen. Aber wie auch immer: Produziert die Offense nicht, kann es schwer werden.

Seattle Seahawks: Für die Seahawks gelten vor allem zwei Dinge: Erstens die Auswärtsschwäche überwinden und zweitens einige Schlüsselduelle gewinnen. Eine 3-4-1-Bilanz in der Fremde entspricht nicht dem Anspruch Seattles. Im Schnitt erzielte man dabei nur 15,9 Punkte, drei Mal wurde man bei sechs oder weniger erzielten Punkten gehalten. Die größte Schwäche ist die O-Line, die Russell Wilson wenig Schutz bietet. In den Wildcards gegen Detroit konnte man dies kaschieren, aber nun wartet mit Vic Beasley ein Pass Rusher, der mit 15,5 Sacks der erfolgreichste QB-Jäger der ganzen Liga war. Ihn gilt es zu eliminieren. Apropos eliminieren: Selbst wenn Sherman dies mit Jones tut, muss die restliche Defense mindestens auf dem Niveau des Detroit-Spiels agieren und die übrigen Waffen in Zaum halten. Das kann sie fraglos, hat sie in den letzten Wochen jedoch nicht konstant gezeigt. Hier ist ein weiterer Beweis fällig. Und um nicht wieder die Zauberer-Fähigkeiten Wilsons zu erzwingen, muss zu guter Letzt RB Thomas Rawls wieder so dominant auftreten wie gegen die Lions. Dies hätte den angenehmen Nebeneffekt, dass man die Uhr kontrollieren und Atlantas Offense an der Seitenlinie belassen könnte. Alles in allem gilt: Die Falcons-Defense hat zwar im Saison-Verlauf Schritte nach vor gemacht, ist aber keineswegs unverwundbar. Nur muss man dies eben auch auswärts zeigen.

LAOLA1-TIPP:

Peter Altmann: 34:31 ATL

Bernhard Kastler: 24:17 SEA

NEW ENGLAND PATRIOTS (1) vs. HOUSTON TEXANS (4)

(Sonntag, 15. Jänner, 2:15 Uhr)

AUSGANGSSITUATION: In Woche 3 schickten die Patriots die Texans ohne den gesperrten Tom Brady mit einer 27:0-Packung nach Hause - angeführt von Quarterback Nummer 3 Jacoby Brissett. Noch Fragen? An einem Divisional-Playoff-Wochenende der ausgeglichenen Matchups ist dieses Duell die große Ausnahme. Alles andere als ein Sieg von New England wäre eine Sensation. Oder um es deutlicher zu formulieren: Die Patriots wären gegen die überwiegende Mehrheit aller NFL-Teams in einem Playoff-Heimspiel der Favorit. Gegen ein Team, das sich mit eher farblosen Leistungen bis unter die letzten Acht vorgekämpft hat, ist man dies umso mehr. Houston-Coach Bill O'Brien trifft auf seinen alten Lehrmeister Bill Belichick. O'Briens größter (und vielleicht einziger) Trumpf: Houston hat genau nichts zu verlieren.

SCHLÜSSEL ZUM SIEG:

New England Patriots: Dies kann man kurz halten: Das übliche Programm abspulen und nicht die Todsünde begehen, den Gegner zu unterschätzen und die Partie schon im Vorfeld als gewonnen zu betrachten. Dieses Risiko könnte bestehen, wenn nicht Tom Brady der Quarterback (etwas ungleiches Duell mit Brock Osweiler, oder...?) wäre. Die lebende Legende überlässt nur ungern etwas dem Zufall. Nur so konnte man es bisher zehn mal ins AFC-Championship-Game schaffen. Bei einem Sieg gegen Houston wäre es das elfte (!) Mal und das sechste (!) Mal in Folge. Verrückt! Da New England nicht nur aus der Offense besteht und sich viele Hoffnungen Houstons darauf beziehen, dass die Texans in dieser Saison am wenigsten Yards zugelassen haben, sei erwähnt: Im Schnitt am wenigstens Gegenpunkte kassierten mit 15,6 ligaweit die Patriots. Dies ist ein Fakt, den man gerne unter den Tisch fallen lässt.

Houston Texans: Der Schlüssel zum Sieg? Vielleicht hilft beten. Nein, Scherz beiseite, aufgeben darf man solch eine Partie im Vorfeld natürlich nicht. Es wäre nicht Football und es wäre nicht die NFL, wenn eine Sensation nicht möglich wäre. Es gibt Tage, an denen sich alles günstig fügt. An dem zum Beispiel Osweiler seine Fehlerquote möglichst gering hält, aber dafür RB Lamar Miller einen idealen Tag erwischt und die Texans-Offense führt. An dem Houstons Defense nicht nur Patriots RB LeGarrette Blount (105 Rushing-Yards und zwei TDs im ersten Duell) in den Griff bekommt, sondern auch Brady unter Druck setzt und zu ungewohnten Fehler zwingt. Mit Jadeveon Clowney spielte sich in den Wildcards gegen Oakland ein Top-Talent endgültig ins Rampenlicht, mit Vince Wilfork ist eine Patriots-Legende sicher topmotiviert. Trotzdem ist angesichts eines drohenden Rückstands zu befürchten, dass es an Osweiler liegen wird, diese Partie zu gewinnen. Gelingt ihm dies, könnte man das Vorurteil "Transferflop" wohl vorerst streichen. Mit DeAndre Hopkins hat er zumindest auf dem Papier eine Waffe zur Verfügung, die zu Heldentaten bereit ist, vom Texans-Spielmacher jedoch noch nicht so richtig forciert wurde.

LAOLA1-TIPP:

Peter Altmann: 38:17 NE

Bernhard Kastler: 31:7 NE

DALLAS COWBOYS (1) vs. GREEN BAY PACKERS (4)

(Sonntag, 15. Jänner, 22:40 Uhr)

AUSGANGSSITUATION: Was für ein Football-Fest, was für ein traditionsreiches Duell. Zum bereits achten Mal stehen sich diese beiden Franchises in den Playoffs gegenüber, Dallas führt in der Serie mit 4:3. Im ewigen Head-to-Head steht es 17:17. Die Cowboys sind angeführt von den beiden Super-Rookies Dak Prescott und Ezekiel Elliott sowie der besten O-Line der Liga fraglos eines der Teams dieser NFL-Saison, die Packers sind dafür nach sieben Siegen in Folge fraglos eine der heißesten Mannschaften. Im Prinzip befinden sie sich seit Wochen im Playoff-Modus. Mit Aaron Rodgers verfügen sie zudem auf der QB-Position nicht nur über Können, sondern anders als Dallas auch über Erfahrung. Das erste Duell in dieser Spielzeit stieg in Green Bay und die Cowboys überliefen das Team aus Wisconsin mit 30:16. Die Packers stellen inzwischen jedoch eine ungleich größere Herausforderung dar als während ihrer Schwächephase in der Mitte der Saison.

SCHLÜSSEL ZUM SIEG:

Dallas Cowboys: Im Prinzip warteten viele Experten eine Regular Season lang darauf, dass die beiden Jungspunde Elliott und speziell Prescott einbrechen. Vergeblich. Ging RB Elliott bereits als angehender Superstar und Hoffnungsträger in die Saison, waren diese Leistungen von Prescott als in Runde 4 gedrafteter QB durchaus eine Sensation. Die große Frage lautet nun: Bleiben sie in den Playoffs ebenso eiskalt oder beginnen die Nerven zu flattern? Die Antwort auf diese Frage wird viel mit dem Ausgang dieser Partie zu tun haben. Auf der defensiven Seite des Balls ist der Stärken-Schwächen-Abgleich keiner, der den Cowboys vorbehaltlos gefällt. Keine Defense ließ weniger Rushing-Yards zu - das Laufspiel spielt bei Green Bay jedoch eine untergeordnete Rolle. Dafür ließen nur fünf Teams mehr Passing-Yards zu, außerdem fing man nur neun Interceptions ab. Sicherlich spielt in diese Statistiken mit rein, dass viele Gegner zu Aufholjagden ansetzen mussten, aber Rodgers ist es so oder so zuzutrauen, der Dallas-Secondary weh zu tun. Diesbezüglich sollte man sich daran orientieren, wie NFC-East-Rivale New York Giants in den Wildcards über weite Strecken der ersten Halbzeit gegen die Packers-Offense verteidigte und weniger an der zweiten Halbzeit. Achja: Rodgers kann Hail Mary! Nur so nebenbei erwähnt...

Green Bay Packers: Defense, Defense, Defense! Rodgers ist ohnehin zuzutrauen, dass er eine satte Anzahl an Punkten aufs Scoreboard bringt, aber wenn zu viele benötigt werden, wird es eng. Deswegen steht und fällt dieses Spiel aus Green Bays Sicht damit, wie man Prescott, aber vor allem Elliott unter Kontrolle bringt. Das wird gegen diese O-Line kein Zuckerschlecken. Auf dem Papier verfügen die Packers über keine so schlechte Laufverteidigung, aber im "Hinspiel" ließ man 157 Rushing-Yards von Elliott zu. Passiert dies erneut, könnte Dallas die Uhr kontrollieren und Rodgers weniger Gelegenheiten kriegen, um in Fahrt zu kommen, als gegen die Giants. Die Rippenverletzung von Jordy Nelson ist gewiss kein Vorteil. Es wird an Randall Cobb und Davante Adams liegen, die Genialität ihres Quarterbacks in Zählbares umzumünzen.

LAOLA1-Tipp:

Peter Altmann: 35:32 GB

Bernhard Kastler: 28:24 DAL

KANSAS CITY CHIEFS (2) vs. PITTSBURGH STEELERS (3)

(Montag, 16. Jänner, 2:20 Uhr)

UPDATE FREITAG, 22:00 UHR: Wegen der Ansage eines Sturms wird das Spiel um acht Stunden nach hinten verlegt und findet nun am Montag, 16. Jänner, um 2:20 Uhr MESZ statt.

AUSGANGSSITUATION: Auch hier kann man analog zu Atlanta-Seattle feststellen, dass es Teams gibt, die in den Playoffs das Sieger-Gen haben und andere eben nicht. Die Kansas City Chiefs triumphierten im Jänner 1970 in Super Bowl IV. Seither haben sie ganze vier Playoff-Spiele gewinnen können (drei Anfang der 90er und einen vergangene Saison). Pittsburgh krönte sich im selben Zeitraum zum sechsfachen Super-Bowl-Sieger, also zum Rekord-Champion dieser Ära. Bei den Steelers gehören Playoff-Erfolge zum Selbstverständnis der Franchise. Die Chiefs müssen erst beginnen, an diesem Mythos zu basteln. Unter Head Coach Andy Reid haben sie in den vergangenen Jahren hervorragende Aufbauarbeit geleistet. Nun ist es an der Zeit, endlich auch einmal in der Postseason die Früchte zu ernten. Dafür gibt es leichtere Aufgaben: Eine der nur vier Saison-Niederlagen setzte es in Pittsburgh, das mit 14:43 jedoch deutlich. Diesmal steigt dieses mit Spannung erwartete Match jedoch im Arrowhead Stadium, einer der lautesten Arenen der NFL.

SCHLÜSSEL ZUM SIEG:

Kansas City Chiefs: Wer das Wildcard-Duell Pittsburgh mit Miami gesehen hat oder sich generell schon länger als zwei Wochen für die NFL interessiert, weiß welchen Schaden Ben Roethlisberger, Le'Veon Bell und Antonio Brown anrichten können. Die Chiefs haben es in Week 4 hautnah erlebt, wie es sich anfühlt, von diesem Trio überrollt zu werden. "Big Ben" warf fünf TD-Pässe, Brown fing zwei davon und Bell steuerte 144 Rushing-Yards bei. Der Schlüssel wird sein, Bell in den Griff zu bekommen. Die Laufverteidigung der Chiefs war in dieser Saison nur Nummer 26, dies könnte also eine heikle Angelegenheit werden. Neutralisiert man den Superstar-RB, könnte man Roethlisberger mit Turnover-freudigen Defensive Backs wie Marcus Peters durchaus ärgern. Denn keine Defense fing in dieser Saison mehr Interceptions ab als Kansas City. Und es ist nicht so, dass nicht auch die Chiefs in ihrer Offense mit TE Travis Kelce oder dem fantastischen Rookie Tyreek Hill Akteure hätten, die Matchup-Probleme für den Gegner kreieren. Es wird am oftmals etwas biederen QB Alex Smith liegen, das Spiel nicht nur zu managen, sondern diese Waffen entsprechend in Szene zu setzen.

Pittsburgh Steelers: Wie fit ist Ben Roethlisberger? Seine Knöchelverletzung bereitete nach dem Sieg gegen Miami zumindest ein wenig Sorgen. Aber auch fit kann man den QB-Altmeister durchaus als Schlüssel anführen, denn so dominant er zu Hause zumeist auftrat, so mies präsentierte er sich in dieser Saison bisweilen in der Fremde. Acht Interceptions warf er in Auswärtsspielen. Gerade in den Playoffs kann jeder Fehler einer zu viel sein und die Chiefs werden auf Roethlisberger-Aussetzer lauern. Hier wird auch Offensive Coordinator Todd Haley (einst in Kansas City als Head Coach gescheitert) gefordert sein, einen smarten Gameplan zu entwickeln. Gerade gegen die Chiefs ganz entscheidend: die Special Teams. Wer wie Kansas City ein Ausnahmetalent wie Hill zur Verfügung hat, kann bei jedem Return für große Gefahr sorgen und das Momentum auf seine Seite bringen. Aber Pittsburgh ist nicht umsonst bereits acht Spiele in Folge siegreich. Überzeugt das eigene Star-Trio, ist Sieg Nummer 9 definitiv möglich.

LAOLA1-TIPP:

Peter Altmann: 27:23 PIT

Bernhard Kastler: 27:23 KC

Textquelle: © LAOLA1.at

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