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User-Endzone: Da versagt jede Prognose

Episode #2: Nach zwei NFL-Wochen lässt sich bereits erahnen, welche Teams heuer für eine Überraschung gut sein könnten. Andere sind hingegen eine einzige Enttäuschung.

User-Endzone: Da versagt jede Prognose Foto: © IMAGO/ZUMA Press Wire

Woche eins der NFL-Regular-Season 2026 ist vorüber! Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Für die zweite Episode der User Endzone der laufenden Saison hatten diesmal Fredix und sportfan_1990 die Ehre, für euch zu schreiben.

Die 30 größten Monster-Verträge der NFL


New Orleans Saints

24:17 gegen die Baltimore Ravens

by Fredix

Die zweite Woche in Folge brauchte die Offense eine Halbzeit, um nach der Pause in Fahrt zu kommen und angeführt von 2nd-Year-QB Tyler Shough einen Rückstand aufzuholen. Sah es gegen die Lions zu Saisonbeginn lange Zeit hoffnungslos aus und die Stats des QBs nicht berauschend, war alleine schon die Tatsache, dass ein 0:21-Rückstand im dritten Quarter aufgeholt wurde, das Spiel in die Overtime und die Lions an den Rand einer Niederlage gebracht wurden, beachtlich.

Diese Woche war der Rückstand nicht ganz so groß: Die Saints lagen zu Beginn des vierten Viertels nur 9:17 zurück und haben das Spiel und den Sieg nachhausegespielt. Besonders erfreulich - mehr dazu in meiner Meinung -, dass man sich nach der verpatzten Two-Point-Conversion zu Beginn des vierten Viertels gegen die Ravens bei 15:17 nicht davon abbringen hat lassen, es erneut zu versuchen und erfolgreich geblieben ist.

Wer hätte das vor der Saison gedacht? Die Saints als "team to watch", das unterhaltsam und konkurrenzfähig ist... Abgesehen von User-Endzone Kollege kloisg natürlich in seiner Season Preview vor zwei Wochen...


Los Angeles Chargers

14:26-Niederlage gegen die Las Vegas Raiders

by sportfan_1990

Letzte Woche wurden die Chargers von meinen Kollegen noch verschont. Nach Woche 2 und einer abermaligen Niederlage müssen sie nun als großer Verlierer genannt werden. Mein Kollege "DM79" hat in der AFC Preview hier auf LAOLA1 den Chargers eine 11-6-Saison prognostiziert.

Vor der Saison gab es um die Chargers einen regelrechten Hype: Eine Playoff-Mannschaft mit einem Quarterback in seiner Prime und nun mit einem der besten Offense-Play-Caller der ganzen NFL. Mike McDaniel übersiedelte nach Los Angeles und kümmert sich nun um die Offensive. Doch diese blieb bisher in zwei Spielen sehr blass – erzielte nur jeweils 14 Punkte.

Am Sonntag zeigte sich die Offensive sehr fehleranfällig. Justin Herbert warf zwei Interceptions. Omarion Hampton leistete sich – wie auch schon in Woche 1 – einen kostspieligen Fumble. Und im letzten Drive ließ sich Joe Alt wieder einmal von Maxx Crosby überrumpeln und kassierte nach der Holding-Strafe in der eigenen Endzone ein Safety.

Noch dazu muss erwähnt werden, dass beide bisherigen Gegner – zumindest vor der Saison – als Bottom-5-Teams genannt wurden. Und der Spielplan meint es mit den Chargers nicht gut, denn in den nächsten vier Wochen bis zur ihrer Bye Week warten die Bills, Seahawks und Chiefs auswärts sowie die Broncos zu Hause.

Wenn man sich nicht schnell steigert, dann kann es durchaus sein, dass die Chargers bald bei 0-6 stehen. Weiters wird das Programm direkt nach der Bye Week mit Rams und Ravens auswärts sowie Houston zu Hause ebenfalls nicht einfach. Machbarer wird der Spielplan erst ab Ende November, aber dann könnten die Saison-Ziele der Chargers schon unerreicht sein.


Devin Lloyd (LB, Carolina Panthers)

34:3-Sieg gegen die Atlanta Falcons (9 Tackles, 2 Interceptions, 1 Sack, 2 Tackle for Loss, 1 Touchdown)

by sportfan_1990

In der vergangenen Woche kassierten die Panthers noch 59 Punkte von den Chicago Bears. Am zweiten Spieltag zeigte die Defense der Panthers ein komplett anderes Bild. Der Gegner, die Atlanta Falcons, spielte abermals mit seinem dritten Quarterback (Cooper Rush), aber die Defense ließ nur drei Punkte zu.

Hauptverantwortlich dafür waren die fünf Turnover. Zwei davon gehen auf die Kappe von Devin Lloyd – die Offseason-Neuerwerbung aus Jacksonville. Neben den beiden Interceptions, wovon er eine sogar zu einem Pick Six umwandeln konnte, verzeichnete er auch noch einen Sack und neun Tackles.

In der vergangenen Saison war er mitverantwortlich für die starke Defense der Jaguars. Im Sommer unterzeichnete er in Carolina einen Dreijahresvertrag für 42 Millionen Dollar. Nun soll er die Defense der Panthers stabilisieren.

In Woche 1 hatte dies noch nicht funktioniert – auch wenn Lloyd selbst 13 Tackles verzeichnen konnte. Nun gab es den Bounceback und einen sehr dominanten Sieg in einem NFC-South-Duell. Das Ziel von Carolina ist auch in diesem Jahr klar: Den Gewinn der eigenen Division zu wiederholen.


Aaron Rodgers (QB, Pittsburgh Steelers)

3:20-Niederlage gegen die New England Patriots (23 von 39 für 187 yards, 0 TD, 1 INT, 2 Fumbles und 4 Mal gesackt)

by Fredix

Die Offense der Steelers war insgesamt nicht gut und ja, sie hat gegen eine sehr gute Defense gespielt - die Patriots waren nicht umsonst in der Super Bowl. Man kann die Verantwortung also auf viele Schultern verteilen, am meisten lastet sie dennoch stets auf dem Quarterback und der sah nicht gut aus.

Rodgers beste Zeit liegt (weit) hinter ihm und er ist einfach nicht mehr der Alte. Er ist alt.


Denzel Boston (WR, Cleveland Browns)

23:19-Sieg gegen die Tampa Bay Buccaneers (5 Receptions, 95 Yards, 1 Touchdown)

by sportfan_1990

Die Browns investierten ihre drei höchsten Picks in die Offensive. Die jungen Spieler müssen in dieser Saison aufgebaut werden und im nächsten Jahr folgt vermutlich der neue Quarterback in Cleveland.

Denzel Boston wurde in der zweiten Runde mit Pick 39 gedraftet. Schon im ersten Spiel gegen die Jaguars konnte Boston seinen ersten Touchdown verzeichnen. Am Sonntag war er hauptverantwortlich für den Sieg in Tampa Bay – das Spiel war aufgrund von Gewitter drei Stunden unterbrochen.

Bei insgesamt fünf Receptions für 95 Yards konnte er auch einen 55-Yard-Touchdown verzeichnen. Er konnte drei Spieler abschütteln und lief der restlichen Verteidigung auf und davon.

Hier ist der TD von Boston zu sehen:

Es war ein Sieg für die Browns, der sie nun auch in Bredouille bringt, denn Medienberichten zufolge hieß es, dass Watson nächste Woche gebencht wird. Dies wird nach diesem Sieg natürlich schwer.

Kurz noch ein Satz über Tampa Bay. Baker Mayfield verlor gegen das Team, welches ihm vom Hof jagte. Tampa Bay steht nun bei 0-2 und man bekommt den Eindruck, dass es heuer die letzte Saison von Todd Bowles sein wird und die Bucs einen Umbruch einleiten müssen.


63

by Fredix

63 first Downs haben die "Etroit Lions" in den ersten zwei Wochen zugelassen, mehr als jedes andere Team. Aber Moment, fehlt da nicht ein "D"? Richtig! Genauso, wie den Lions eine D auf dem Platz fehlt! Auch die zugelassenen 71 Punkte oder 915 Yards wären Ligahöchstwert, gäbe es nicht die Colts (74 Punkte und 1.029 Yards).

Ja, fairerweise muss man dazusagen, dass die Lions ein Spiel in Overtime bestritten haben. Letzte Saison hatten sie derartig viele Punkte und Yards aber erst nach vier Spieltagen zugelassen. Auch die Verletzungssorgen in der Secondary - Safetys Joseph Kerby und Brian Branch fehlen zumindest noch zwei Spieltage - werden nicht weniger, Ersatz Avonte Maddox fällt für den Rest der Saison aus.

Ob kommenden Sonntag gegen die Jets die Trendwende gelingt? Nur mit der High-Scoring Offense (62 Punkte, geteilter 4. mit Bears und 49ers) alleine lassen sich Spiele nur schwer gewinnen, es braucht auch ein(e) "D" dafür, um aus den "Etroit Lions" wieder die "Detroit Lions" zu machen.


Fredix:

Früh in der Saison gab es schon ein paar Entscheidungen der Coaches, insbesondere vierte Versuche auszuspielen, die ich nicht unbedingt nachvollziehen kann.

Ja, natürlich, Analysen über die Gewinnwahrscheinlichkeit sind eine bessere Entscheidungsgrundlage, als (m)ein Bauchgefühl oder die Intuition. Auch heißt es nicht umsonst "Fortes fortuna adiuvat", in den USA übersetzt mit "Fortune favors the bold" und auf Deutsch: "Den Mutigen hilft das Glück".

Man sagt Spielzüge an, um zu gewinnen und nicht, um nicht zu verlieren. Mir hat auch die Entscheidung der Saints letzte Woche gefallen, in der Overtime die Two-Point-Conversion zu versuchen, um das Spiel gewinnen zu können, statt den Lions den Ball zu geben, denen dann ja ein Field Goal zum Sieg gereicht hätte.

Aber es gab am 1. Spieltag auch Entscheidungen, die ich nicht verstehe (Bears 4th&1 an der eigenen 21 bei 21:14 im 2nd Quarter z.B. - auch wenn es sie nur die Führung, aber letztlich nicht das Spiel gekostet hat) und andere, die ich richtig finde (Packers spielen 4th&1 im 4th Quarter aus statt das Field Goal zum 25:17 zu nehmen).

Diese Woche waren die Jets mit eher fragwürdigem Playcalling zur Stelle: Zuerst spielt man 4th&1 an der 9-Yard-Line der Packers bei 14:7 und noch elf Minuten zu spielen nicht aus und kickt ein Field Goal, nur um kurz vor Ende des Spiels nach 3rd&2 und einem erfolglosen Lauf an 4th&1 an der Mittellinie mit einem erneuten Laufspielzug zu scheitern. Die Packers haben das Spiel zwar nicht in der regulären Spielzeit gewonnen, aber bei 17:17 und noch 1:20 Minuten zu spielen gebe ich einem Gegner mit drei Timeouts doch nicht den Ball an der Mittellinie, oder!?

Mich würden eure Meinungen zu diesen Entscheidungen interessieren und sicher gab es auch in anderen Partien fragwürdige Entscheidungen der Coaches, die mir entgangen sind.

sportfan_1990:

Ich habe mich entschieden, in meiner eigenen Meinung ein Spiel näher zu beleuchten, welches wir in den vorherigen Kategorien nicht thematisiert haben. Nämlich den Sieg der Cincinnati Bengals gegen die Houston Texans.

Zunächst muss ich euch einen Touchdown-Catch von Ja´Marr Chase zeigen. Jene, die ihn noch nicht gesehen haben, setzt euch hin und genießt die nächsten Sekunden.

Die Koordination und Körperbeherrschung, die Chase bei diesem Catch zeigt, sind beeindruckend gut. Ein sensationeller Catch und schon jetzt einer der Kandidaten für den Catch des Jahres.

Nach seiner schwachen Leistung in Woche eins, als er nur zwei Catches für 12 Yards hatte, kam er in Woche zwei auf insgesamt sieben Catches für 75 Yards und erzielte die beiden einzigen Touchdowns der Partie. Die Defense der Bengals spielte richtig stark – vor allem gegen den Run - und hielt Houston nur bei sechs Punkten.

Auf der anderen Seite muss Houston – nach der Auftaktpleite gegen Buffalo – die zweite Heimniederlage in Folge hinnehmen. Ein 0-2-Start ist natürlich nicht optimal, vor allem in der starken AFC, denn seit 2020 haben nur 15,7 Prozent der Teams, die 0-2 gestartet sind, die Playoffs erreicht. Aber hey, die Texans sind darin Experten. Denn letztes Jahr standen sie sogar bei 0-3 und erreichten noch die Playoffs samt einem Sieg in der Wild Card Runde gegen die Steelers.


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