Pöltl: Raptors brauchen "Scheiß-drauf-Mentalität"

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Nach der 103:125-Niederlage in Spiel 2 stehen die Toronto Raptors gegen die Cleveland Cavaliers in den Conference Semifinals schon mit dem Rücken zur Wand.

"Wir müssen uns die zwei Niederlagen zu Herzen nehmen, mit Energie und ein bisschen mit einer 'Scheiß-drauf-Mentalität' reingehen", reagiert Jakob Pöltl vor den anstehenden zwei Heimpartien auf das drohende Aus.

"Wir müssen wirklich alles geben, denn eigentlich sind das schon zwei 'Alles-oder-Nichts-Spiele'", weiß Österreichs NBA-Export.

Bessere Verteidigung gegen Dreipunkter

Schlüssel zum Sieg sind unter anderem 18 Dreipunkter, die die Cavs treffen - bei einer Percentage von 54,5 Prozent, während den Kanadiern gerade einmal fünf gelingen (29,4 Prozent).

"Wir haben in der Defense wieder mit zu wenig Intensität gespielt und ihnen zu viel Platz gegeben. Sie haben gute Werfer, die man nicht so leicht in den Rhythmus kommen lassen darf", streicht Pöltl diese Nachlässigkeit hervor.

Dementsprechend ortet er hier den dringendsten Nachholbedarf: "Man muss einfach näher 'draufpicken', sie zum Dribbeln zwingen. Wenn Spieler wie Frye, Love oder Korver zum Korb ziehen, ist das viel besser für uns, als wenn sie die Dreier fliegen lassen."

Und natürlich brauche es auch ein besseres Rezept gegen LeBron James.

Der Superstar der Cavaliers führte das Team mit 39 Punkten an, überholte mit nunmehr 5.777 Zählern in 205 Playoff-Partien die Legende Kareem Abdul-Jabbar, der es in 237 Spielen auf 5.762 Punkte brachte. Nur mehr Michael Jordan hat mehr vorzuweisen.



Ein Star völlig neben sich

Einen rabenschwarzen Abend erwischte DeMar DeRozan, der es am Ende auf schlappe fünf Punkte brachte und selbst die besten Worte für die Vorstellung fand.

"Es nervt. Es nervt. Zu verlieren, wie wir verloren haben, zu spielen, wie ich gespielt habe... es nervt", fasste er das Spiel zusammen. Der Saison-Topscorer der Raptors traf nur zwei seiner elf Versuche.

Ohne eine bessere Performance seinerseits hätten die Raptors keine Chance auf einen besseren Auftritt in Spiel 3, wie auch Dwane Casey zugeben musste.

"Um ehrlich zu sein: Nein, ohne ihn können wir nicht gewinnen", so der Head Coach. "Am Ende werden wir den Weg nehmen, den sein Spiel und das von Kyle Lowry vorgeben."

Letztlich würden die Cavaliers gerade im vom Pöltl angesprochenen defensiven Bereich einen viel besseren Job machen, wenn es um die Neutralisation des Schlüsselspielers geht.

"Sie schicken von allen Seiten des Courts jemanden, um ihn zu decken. Bei Pick-and-rolls schicken sie einfach zwei Jungs zu ihm", analysierte Lowry das Problem seines Mitspielers. "Wir müssen ihm mehr Platz verschaffen."

Erinnerungen an letztes Jahr

Allerdings muss Toronto um Lowry zittern. Der Guard zog sich eine Knöchelverletzung zu, die zuerst harmlos erschien, ihn dann aber doch beinahe die gesamte zweite Hälfte über an die Seitenlinie verbannte.

Der 31-Jährige verspürte auch nach dem Spiel noch Schmerzen, was ihm Sorgen bereitete. "Das ist irgendwie erschreckend. Es tut zwar weh, aber ich werde mich darüber nicht beschweren. Ich werde mich behandeln lassen und für Spiel 3 bereit sein", versprach er.

Positive Erinnerungen werden einzig an das Vorjahr wach. Da schaffte es Toronto im Conference Final, einen 0:2-Serienrückstand gegen Cleveland zumindest zwischenzeitlich auszugleichen.

"Wir haben den Arsch versohlt bekommen, sind dann aber zu den Heimspielen gekommen und waren ein anderes Team. Das macht Hoffnung. Wir wissen, dass wir es können", erinnerte sich DeMar DeRozan.

Aber sein Head Coach weiß: "Solange ein Team nicht auf dem Parkett des Gegners gewonnen hat, ist es keine Serie."

Um das überhaupt noch erreichen zu können, müssen Pöltl und Co. nun abliefern. "Und wie wir besser spielen sollen... ich weiß es nicht", scheint die Hoffnung bei Jonas Valancunias überschaubar.



Textquelle: © LAOLA1.at

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