Wo schreibt LeBron James das nächste Kapitel?

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Steht im kommenden Sommer ein Umbruch für LeBron James und damit auch für die gesamte NBA an?

Schenkt man dem Gerede um den Superstar Glauben, dann auf jeden Fall. Denn LeBron ist nach Ablauf der Saison – sofern er nicht seine Spieleroption zieht – Unrestricted Free Agent und kann seine nächste Station frei wählen.

Neben seiner Heimat Cleveland sollen die Houston Rockets, die Philadelphia 76ers und vor allem die Los Angeles Lakers mögliche Optionen für den dreifachen NBA-Champion sein.

Wie an Clevelands Trade-Offensive am Deadline-Day zu erkennen ist, versucht James' Hometeam alles, um seinen Superstar in Ohio zu halten, doch was spricht für einen Wechsel nach Houston, Philadelphia oder L.A.?

Superteam in Houston?

In Houston würde mit Point Guard Chris Paul ein langjähriger Freund auf LeBron warten. Gemeinsam mit ihm und dem aktuell besten Scorer der Liga, James Harden (31,1 PPG), könnten die Rockets dem "Überteam" der Golden State Warriors nominell Konkurrenz machen – sportlich gelingt ihnen das bereits in dieser Saison.

Erstmals in seiner Karriere würde LeBron sich einem Team anschließen, das nicht allein von ihm abhängig ist. Die individuellen Statistiken der "Big Three" würden vielleicht leiden, doch gemeinsam wären sie schier unschlagbar - allein ein einfaches Pick-and-Roll mit LeBron und Harden wäre kaum zu verteidigen.

James könnte Harden und Paul sofort um den Titel spielen.
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Auch in der Tiefe wäre es das wohl beste Team, in dem James je gespielt hat. Beispielsweise bewirbt sich Eric Gordon eindrucksvoll zum zweiten mal in Folge als "Sixth Man of the Year". Oder auch Clint Capela: Der Center verzeichnet sensationelle Werte, die jene von Clevelands Tristan Thompson deutlich übertreffen - um nur zwei Namen zu nennen.

Doch dem Vorbild Kevin Durant zu folgen und sich einem Top-Team anzuschließen, um die Play-offs zu gewinnen, ist nicht LeBrons Art. Sowohl beim Wechsel nach Miami (2010), als auch bei seiner Rückkehr nach Cleveland (2014) fand er ein Team vor, das zunächst gemeinsam wachsen musste, um später Titel zu gewinnen. Allzu viele Jahre bleiben dem "King" jedoch nicht mehr und so ist es zumindest vorstellbar, dass ihn sein Ehrgeiz nach Titeln tatsächlich nach Texas führt.

Rebuild der 76ers komplettieren?

In Philadelphia könnte der 33-Jährige helfen, ein junges Team zum Contender aufzubauen. Mit All-Star Joel Embiid und First-Pick Ben Simmons haben die 76ers bereits ein talentiertes Gerüst, das mit der passenden Ergänzung zu einem Top-Team im Osten avancieren kann.

James könnte zum finalen Puzzlestück werden und den jahrelangen Rebuild der Franchise komplettieren. Gleichzeitig würde er der Eastern Conference erhalten bleiben, die er seit über einem Jahrzehnt dominiert.

"Es schmeichelt mir sehr, dass mich die Leute mit 33 und nach 15 Jahren in der Liga, in ihrer Stadt sehen wollen", antwortet der begehrte Small Forward auf Plakate, die ihn von einem Wechsel nach "Philly" überzeugen wollen. Gerüchte, er habe in der All-Star-Pause in Pennsylvania bereits nach Privatschulen für seine Kinder gesucht, wies er jedoch scharf zurück.

Eine ähnliche Geschichte wie bei den 76ers, könnte er auch in der Stadt der Engel schreiben - auch hier lockt man mit Plakaten.

L.A. wieder groß machen?

Die Lakers können im Sommer rund 70 Millionen Dollar Cap-Space lockermachen und wollen ihren talentierten Youngstern um Lonzo Ball (20), Brandon Ingram (20) und Kyle Kuzma (22) Erfahrung und Star-Power zur Seite stellen.

Kurios: Cleveland hat den Lakers mit ihrer Trade-Offensive sogar den Weg geebnet. Der teure Clarkson wurde zusammen mit Nance Jr. von den Cavs übernommen. Im Gegenzug erhielten die Lakers Thomas, Frye (beide angehende Free Agents) und einen Erstrunden-Pick. Ein Trade, mit dem die Lakers rund 28 Millionen Dollar über zwei Jahre sparen.

Ball und Kurzma hätten sicher nichts gegen die Ankunft des Superstars.
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LeBron besitzt in der kalifornischen Metropole bereits zwei Anwesen, in denen er in der Offseason seine Zeit verbringt. In eine Stadt, gespickt mit Weltstars aller Branchen, würde sich der größte Basketball-Spieler seiner Generation nahtlos einfügen. Seiner Karriere nach der Karriere würde der Schritt mit Sicherheit auch nicht schaden.

Mit dem dreifachen NBA-Champion Luke Walton als Headcoach (2x als Spieler, 1x als Assistant-Coach) und der NBA-Legende "Magic" Johnson als Präsident ist genug Kompetenz und Autorität vorhanden, um mit einem Spieler von James' Kaliber auf Augenhöhe zu sprechen. Das ist wichtig, denn die restlichen Leistungsträger des Teams sind mindestens zehn Jahre jünger als er.

Da die Lakers Cap-Space für zwei Maximalverträge haben, kann ein weiterer Star-Free-Agent verpflichtet werden, der LeBron einen Wechsel nach L.A. schmackhaft machen könnte: Ganz oben auf der Liste soll Paul George stehen, es sind aber auch Chris Paul, DeMarcus Cousins oder DeAndre Jordan auf dem Markt.

Wo soll es nun hingegen?

Houston lockt mit sofortigem Erfolg, zudem würde die Eingewöhung durch Kumpel Paul schnell gelingen. Los Angeles ist eine Art zweites zu Hause für den Superstar und prädestiniert für einen medienwirksamen Push für seine Karriere nach der aktiven Zeit, sowie für die gesamte Franchise. Seine Heimat Cleveland ist bereit, ihm jeden Wunsch zu erfüllen und hat mit ihm weiterhin das Potenzial, um den Titel in der Eastern Conference mitzuspielen - doch ist das genug?

Auf wen die Wahl letztendlich fällt, wird LeBron James mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst noch nicht wissen. Die sportliche Entwicklung an allen Destinationen, Trades und andere Free Agents sind Variablen die seine Entscheidung beeinflussen werden.

Zudem betont er selbst: "Ich habe mich in meiner Karriere immer erst um meine Geschäfte gekümmert, wenn die Zeit dafür gekommen ist" - und die Saison geht erst jetzt in ihre heiße Phase.


Textquelle: © LAOLA1.at

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