Jakob Pöltl spürt die Verantwortung für Österreich

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Alle Augen sind auf Jakob Pöltl gerichtet.

Wer das Zugpferd des österreichischen Basketball-Nationalteams ist, das sportlich ebenso wie in Sachen Öffentlichkeitsarbeit vorangehen soll, steht außer Frage.

Teamintern zieht der 21-Jährige jedoch keine One-Man-Show ab, für ihn hat sich seit seiner Beförderung in die NBA zu den Toronto Raptors im Umgang mit den ÖBV-Kollegen nichts geändert, wie er im Gespräch mit LAOLA1 betont:

"Nein, überhaupt nicht. Vielleicht rennt hier und da mal der Schmäh, dass mir das ein bisschen reingerieben wird, aber alles nur im Spaß. Sonst ist alles beim Alten, wie es vor zwei Jahren auch war."


Am ehesten würde von Rasid Mahalbasic ein Spruch kommen, grinst Pöltl: "Ab und zu meldet er sich, wenn ich irgendetwas mache: 'Ja, das bist von drüben aus der NBA gewohnt, oder was? Das kennen wir hier nicht!' Aber das kommt eigentlich selten vor."

Die Stimmung ist gut im ÖBV-Nationalteam. In den kommenden Wochen ist auch ein guter Teamgeist von Nöten, denn es stehen in der WM-Vorqualifikation enorm wichtige Aufgaben an - und zwar folgende:

2. August: Albanien-Österreich - in Tirana

5. August: Österreich-Niederlande - im Multiversum Schwechat - ab 19:30 Uhr LIVE bei LAOLA1.tv

12. August: Österreich-Albanien - im Multiversum Schwechat - ab 16 Uhr Uhr LIVE bei LAOLA1.tv

16. August: Niederlande-Österreich - in Amsterdam

Die beiden Erstplatzierten dieser Dreier-Gruppe steigen in die "echte" WM-Qualifikation auf - die Teilnahme Österreichs an selbiger wird verbandsintern als Pflicht gesehen.

Pöltls Umgang mit der Erwartungshaltung

Allen voran soll natürlich Pöltl dafür sorgen, dass nichts schief geht.

"Natürlich ist das eine Verantwortung", ist dem 2,13m-Riesen bewusst, "aber ich bin hauptsächlich hier, weil es mir Spaß macht und es wichtig ist, dass wir uns für die WM qualifizieren."

Dass er im Mittelpunkt des Interesses steht, liegt auf der Hand. "Aber ich habe mit Erwartungshaltung und Druck eigentlich kein Problem. Ich gehe mit der positiven Einstellung in die Spiele, auf jeden Fall Vollgas zu geben, das hundertprozentig ernst zu nehmen, aber auch Spaß zu haben. Ich habe sehr viel Vertrauen in meine Teamkollegen, aber auch in mich selbst, daher mache ich mir über solche Sachen gar keine Gedanken. Ich gehe aufs Feld und spiele Basketball."

"Ich habe zwar auch mitbekommen, dass es Gerüchte gibt. Aber über Gerüchte sollte ich mir nicht den Kopf zerbrechen. Wenn das mehr Spielzeit für mich bedeutet, ist es natürlich super, andererseits würde uns ein Spieler wie Jonas Valanciunas auf jeden Fall abgehen."

Pöltl über potenziellen Valanciunas-Trade

Mehr Gedanken kreisen da schon um die Gegner Albanien und die Niederlande. Den bisherigen Verlauf der Vorbereitung bewertet Pöltl als "sehr positiv". Die Stimmung bei den Heimspielen in der Vorbereitung hat er als "sehr cool" in Erinnerung und hofft, dass auch im Schwechater Multiversum zahlreiche Fans das ÖBV-Team unterstützen werden.

"Wir sollten in alle vier Spiele mit dem Selbstvertrauen reingehen, dass wir sie auf jeden Fall gewinnen können. Das Ziel ist ganz klar, dass wir uns qualifizieren. Dass es nicht leicht wird, wissen wir alle. Aber wir müssen uns die Ziele so setzen, dass wir im nächsten Jahr hoffentlich bei der WM-Qualifikation dabei sind."

Andere Rolle als in der NBA

Das Publikum wird Österreichs Basketball-Aushängeschild dabei in einer Rolle zu sehen bekommen, wie er sie bei den Toronto Raptors noch nicht inne hat - jene des Go-to-Guys. Bei seinem NBA-Team war Pöltl in seinem Rookie-Jahr ein Ergänzungsspieler, der Schritt für Schritt aufgebaut wird.

"Natürlich war es ungewohnt, plötzlich eine ganz andere Rolle zu spielen - vor allem in den ersten Trainings und im ersten Spiel. Da bin ich ein bisschen an die alten College- beziehungsweise Österreich-Zeiten erinnert worden", betont Pöltl und gibt zu, dass es ein bisschen Zeit gebraucht habe:

"Mittlerweile habe ich mich jedoch schon zurechtgefunden in meiner Rolle. Meine Teamkollegen haben es mir auch ziemlich einfach gemacht. Dass es mehr Spaß macht, wenn man mehr spielt, ist auch logisch. Das motiviert mich nur, dass ich mich bei den Raptors nächste Saison noch mehr reinhaue, um da vielleicht auch mehr Spielzeit zu bekommen."

Pöltl registriert die Gerüchte

Wie viel Spielzeit das konkret sein wird, hängt einerseits von der weiteren Entwicklung des Centers ab, andererseits auch von der Personalplanung bei den Kanadiern. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass die Raptors seinen Konkurrenten Jonas Valanciunas traden möchten - auch mit dem Hintergedanken, mit Pöltl und Pascal Siakam zwei Youngstern die Türe für mehr Einsatzzeit zu öffnen. 

"Darüber habe ich mir kaum Gedanken gemacht. Ich habe zwar auch mitbekommen, dass es Gerüchte gibt. Aber über Gerüchte sollte ich mir nicht den Kopf zerbrechen. Wie werden sehen, mit welchem Team wir in die Saison gehen. Wenn das mehr Spielzeit für mich bedeutet, ist es natürlich super, andererseits würde uns ein Spieler wie Jonas Valanciunas, der ein guter fix gesetzter Center in der NBA ist, auf jeden Fall abgehen", meint Pöltl.

Dass seine Performance in der Summer League positiv besprochen wurde, hat er auf jeden Fall wohlwollend zur Kenntnis genommen: "Ich habe nach der Summer League gutes Feedback bekommen, sowohl vom Management als auch von den Coaches. Das war schon gut."

Angriff auf Cleveland und Boston

Wie gut die Raptors in der kommenden Saison sein werden, sei noch schwer abzuschätzen. Pöltl ist aber guter Dinge: "Es ist schwer zu sagen, weil ich zum Beispiel mit C.J. Miles (Anm.d.Red.: Neuzugang aus Indiana) noch nie zusammengespielt habe. Ich glaube aber, das wir ganz gut aufgestellt sind, so wie wir im Moment dastehen. In der Preseason wird sich weisen, wie gut wir zusammenspielen können, aber da die meisten Spieler aus dem letzten Jahr wieder zurück sind, bin ich zuversichtlich, dass wir eine gute Chemie haben werden. Die große Challenge wird sein, Cleveland und Boston im Osten zu entthronen. Die Ausgangssituation ist ähnlich wie letztes Jahr, dass wir knapp dahinter sind und hoffentlich attackieren können."

Dass Toronto vor allem mit Kyle Lowry, aber auch mit Serge Ibaka zwei Schlüsselarbeitskräfte halten konnte, sei enorm wichtig: "Das waren letztes Jahr zwei unserer absoluten Führungsspieler. Ohne sie würde unser Kader zumindest am Papier um einiges schlechter ausschauen. Da war sehr wichtig für uns."

Dass wiederum der Kader von Österreichs Nationalteam ohne Pöltl am Papier schlechter auschauen würde, steht außer Frage. Vor der Rückkehr nach Kanada gilt es also, diese Wertigkeit auf das Feld zu bringen. 

Am 9. August bietet sich für die Fans in der Admiral Arena Prater um 15:00 Uhr die Gelegenheit, Autogramme von Jakob Pöltl, Thomas Klepeisz und Rasid Mahalbasic zu ergattern.






Textquelle: © LAOLA1.at

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