WRC-Festspiele im steirischen Wechselland

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Bis ins Jahr 2000 müssen Rallye-Fans zurückblicken, um je so viele World Rally Cars am Start eines heimischen Meisterschaftslaufes gesehen zu haben. Gleich fünf WRC-Boliden rittern Freitag und Samstag (28./29.4.) bei der Wechselland-Rallye im Raum Pinggau um den Sieg.

Nachdem der Steirer Andreas Aigner, er führt nach zwei von sieben Veranstaltungen das ÖM-Klassement an, bekannt gab, einen Ford Fiesta WRC einzusetzen, ließ Raimund Baumschlager mit einer Weltpremiere aufhorchen. Er startet im Polo WRC.

Baumschlager ist der Top-Favorit auf den Sieg

Der 57-jährige Oberösterreicher sorgt für eine Welt-Premiere im Wechselland und zündet mit dem VW Polo R WRC als erster Privat-Pilot den erfolgreichsten Rallye-Boliden der Neuzeit.

"Das Auto ist am Kilometer bis zu eineinhalb Sekunden schneller. Die Frage ist, wie viel ich ausschöpfen kann", freut sich Altmeister Baumschlager wie ein kleines Kind auf seine erste rennmäßige Ausfahrt mit dem ehemaligen Gefährt von Sebastien Ogier.

Doch auch Andi Aigner wechselt in ein World Rally Car und will damit seinen ehemaligen Lehrmeister herausfordern und die Meisterschaftsführung verteidigen.

Meister Neubauer wird vom Gejagten zum Jäger

Der regierende Staatsmeister Hermann Neubauer sieht sich angesichts der neuen Verhältnisse nicht mehr in der Favoritenrolle: "Raimund ist mit diesem Auto der Top-Favorit", meint der Salzburger und klärt auf: "Wir haben mit der 100er-Sepzifikation das älteste Auto dieser WRC-Generation und werden damit vom Gejagten wieder zum Jäger."

Neubauer, der im Ford Fiesta WRC antritt, weiter: "Raimund muss mit dem Polo gewinnen – das ist ein 2016er-Bolide und ich bin mir auch sicher, dass er sich ausgiebig auf diesen Umstieg vorbereiten wird. Und auch Andi Aigner ist ein Spitzenmann – jeder weiß, dass er einer der schnellsten Piloten ist, die wir in unserem Land haben. Ich muss im Wechselland nicht gewinnen – wir können ohne jeden Druck an den Start gehen."

Grössing zieht den Hut vor Baumschlager

Gerwald Grössing, ebenfalls in einem Fiesta WRC unterwegs, traut ob der neuen Situation seinen Augen kaum: "Da kann man nur gratulieren! Raimund hat sich das Ogier-WRC geholt und sogar dessen Ingenieur – ich erwarte daher einen Durchmarsch. Raimund muss im Wechselland gewinnen, denn er hat das erfolgreichste Auto der Welt zur Verfügung."

Der Niederösterreicher schwärmt weiter: "Hut ab, Raimund hatte alle nötigen Kontakte, um diese Sensation perfekt zu machen. Freilich: Patzer darf er sich keinen leisten – ansonsten erwarte ich mindestens eine Minute Vorsprung auf Andi Aigner, er ist für mich als Ex-Weltmeister und Prof-Pilot die logische Nummer 2, dahinter würde ich Hermann Neubauer reihen."

Die Rallye startet am Freitag (16:11 Uhr) auf dem Hauptplatz in Friedberg. Sechs Prüfungen werden in den Abendstunden absolviert. Am Samstag (29.4., ab 9 Uhr) stehen bis 18:15 Uhr neun weitere Wertungs-Prüfungen auf dem Programm

Textquelle: © LAOLA1.at

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