Hamilton holt 100. Sieg - Norris tragischer Held

Hamilton holt 100. Sieg - Norris tragischer Held Foto: © getty
 

Lewis Hamilton erreicht beim Grand Prix von Russland den nächsten Meilenstein: Der siebenfache Weltmeister feiert in Sotschi seinen 100. Karriere-Erfolg.

Dabei erwischt Hamilton keinen guten Start und fällt auf Platz sieben zurück, auch Pole-Setter Lando Norris muss die Führung zunächst an Carlos Sainz abgeben, holt sie sich aber in Runde 13 wieder zurück.

Nach den Boxenstopps liefern sich Norris und Hamilton ein Duell um den Sieg, ehe im Finish nochmal alles auf den Kopf gestellt wird. Hamilton geht bei einsetzendem Regen im Finish auf Nummer sicher und zieht Regenreifen auf, während Norris auf Risiko geht und dafür nicht belohnt wird. Der Pole-Setter beugt sich erst in der vorletzten Runde dem Wetter und wechselt die Reifen, dadurch wird er allerdings auf Rang sieben durchgereicht.

Großer Profiteur vom turbulenten Finish ist Max Verstappen, der sich vom 20 auf den zweiten Platz nach vorne kämpft. Der Red-Bull-Pilot muss allerdings die WM-Führung wieder an Hamilton abgeben, sein Rückstand beträgt aber nur zwei Punkte.

Carlos Sainz komplettiert als Dritter das Podest. Dahinter folgen Daniel Ricciardo (McLaren), Valtteri Bottas (Mercedes) und Fernando Alonso (Alpine).

Hamilton: "Es hat lange gedauert bis zu diesem Sieg"

Der 15. Saisonlauf begann mit einer außergewöhnlichen Startaufstellung, nachdem sich im Slick-Poker des verrückten Regen-Qualifying Norris vor Carlos Sainz (Ferrari) und George Russell (Williams) die ersten drei Plätze gesichert hatten und damit erstmals seit Monza 2012 kein Red Bull oder Mercedes in der ersten Reihe zu finden war. Dazu kamen die Rückversetzungen von Charles Leclerc, Valtteri Bottas und vor allem WM-Leader Max Verstappen, der in seinem Red Bull nur vom 20. und letzten Platz los fuhr.

Dass Mercedes am Samstag auch bei Bottas zum zweiten Mal in Folge die PU gewechselt hatte und diese Maßnahme als "taktisch" bezeichnete, erzeugte nicht nur bei Red-Bull-Berater Helmut Marko "Verwunderung" und die Mutmaßung, dass dies eine Maßnahme gegen Verstappen sei. Denn Bottas startete damit auf P16 und damit zwei Reihen vor und auf derselben Seite wie der Niederländer. Mercedes Teamchef Toto Wolff bezeichnete dies aber als "Blödsinn".

Und bekam recht, denn nach einem wilden Start, bei dem Autos in Viererreihen daherkamen, ließ Bottas den Red-Bull Star problemlos passieren. Aus dem Start selbst am besten heraus kam Sainz, der auf den 900 Metern zur ersten Kurve den Windschatten am besten ausnützte und das Feld vor Norris, Russell und Stroll anführte, während Hamilton zwei Plätze verloren hatte und zunächst nur 7. war.

In Runde 13 quetschte sich Norris dank DRS an Sainz vorbei in Führung, mit Daniel Ricciardo im zehn Sekunden "langen" Schlepptau ergab sich nach 20 Runden sogar eine McLaren-Doppelführung vor Hamilton und Sergio Perez. McLaren verpatzte aber den Undercut beim Australier, der sich beim jüngsten Monza-Sieg vor Norris durchgesetzt hatte.

Hamilton und der von 20 schon auf 6 gekommene Verstappen gingen gleichzeitig in der 27. Runde an die Box. Norris blieb am längsten draußen. Nach den Stopps aller Spitzenfahrer ging es mit einer Führung von Norris vor Hamilton in die zweite Rennhälfte. "Lewis, du kannst dieses Rennen gewinnen", funkte Wolff höchstpersönlich an seinen Star-Piloten, nachdem dieser im Anschluss an den Reifenwechsel Sainz überholt und sich mit Rekordrunden an Norris herangesaugt hatte.

Verstappen hingegen fiel plötzlich zurück und konnte mit dem Verfolgerfeld nicht mehr mithalten. Vorne konterte Russell gegen Hamilton, neun Runden vor Schluss fielen die ersten Regentropfen. Beide Fahrer weigerten sich, Regenreifen aufzuziehen. Hamilton folgte der Mercedes-Anordnung dann aber doch und überholte so Norris, als dieser bei immer stärker werdendem Regen in einer Kurve ausrutschte.

"Es hat lange gedauert bis zu diesem Sieg", freute sich Glückspilz Hamilton, der vor Sotschi in zehn Rennen nur ein Mal gewonnen hatte, nun aber die Mercedes-Siegesserie in Russland mit dem achten Triumph im achten Rennen fortsetzte. 'Hamilton hatte in den letzten zehn Rennen vor Sotschi nur eines gewonnen, machte mit dem "Hunderter" aber nun aus fünf Punkten Rückstand einen Vorsprung von zwei Zählern.

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