Leclerc lässt Tifosi in Monza jubeln!

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Charles Leclerc sorgt für ein rotes Jubelmeer im Autodromo Nazionale di Monza!

Der junge Monegasse fährt beim Grand Prix von Italien zum ersten Ferrari-Heimerfolg seit neun Jahren, als Fernando Alonso dieses Kunststück gelang. Für den 21-Jährigen ist es nach Belgien der zweite Sieg in Folge, nachdem er in Spa zu seinem Premieren-Erfolg kam.

Leclerc muss das ganze Rennen gegen die Mercedes-Piloten kämpfen, die ihm keine Luft zum Atmen lassen - der spätere Rennsieger bleibt nicht fehlerfrei, verbremst sich einmal und kassiert auch eine Verwarnung für die harte Verteidigung gegen Lewis Hamilton.

Zweiter wird Valtteri Bottas, der von einem Fahrfehler von Hamilton profitiert. Der Weltmeister muss in der ersten Schikane nach einem Verbremser den Notausgang nehmen und den zweiten Rang seinem finnischen Mercedes-Kollegen überlassen.

Ein völlig gebrauchtes Rennen erlebt Sebastian Vettel im zweiten Ferrari, nach einem Dreher und gefährlicher Rückkehr auf die Strecke kollidiert er mit Lance Stroll (Racing Point), dabei ruiniert sich der Deutsche seinen Frontflügel und fasst auch noch eine Stop-and-Go-Strafe aus. Ihm bleibt am Ende nur Rang 13.

Ein tolles Ergebnis gibt es für Renault: Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg fahren auf die Plätze vier und fünf.

Die Top Ten werden von Alex Albon (Red Bull), Sergio Perez (Racing Point), Max Verstappen (Red Bull), Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) und Lando Norris (McLaren) komplettiert. Der Extrapunkt für die schnellste Rennrunde geht an Lewis Hamilton.

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Wachablöse bei Ferrari

"Was für ein Rennen. Ich war noch nie so müde", schnauft der überwältigt wirkende Sieger durch. "Es war so schwierig. Ich möchte mich beim Team und den Fans bedanken. Nach meinem Sieg in Belgien jetzt hier nachzulegen ist unglaublich."

Die Mercedes sitzen Leclerc über beinahe die gesamte Distanz im Genick. Der 21-Jährige verteidigt seine Spitzenposition aber im Stile eines Routiniers.

Leclerc ist nun auch punktemäßig die Nummer eins bei Ferrari. Der WM-Vierte (182 Punkte) hat den seit über einem Jahr sieglosen Sebastian Vettel (169) in der WM-Wertung überholt. Der Deutsche erlebt nach einem frühen Fahrfehler samt gefährdendem Manöver als letztlich 13. wieder einmal ein Fiasko.

Ferrari auf der Geraden stärker

Weil auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza Windschattenfahren richtig Zeit bringt, will Leclerc die beiden Mercedes so schnell wie möglich abhängen. "Das Ziel ist es, in den ersten drei Runden eine Lücke zu reißen, so dass ich sie nicht wiedersehe", sagte der Monegasse zuvor. Seine Strategie geht nur bedingt auf.

Denn zwar behauptet er sich in der Startphase und bleibt auch nach dem ersten Boxenstopp um Runde 20 vor Hamilton. Doch den fünffachen Weltmeister im Rückspiegel wird er lange nicht wirklich los.

Den Nachteil des nicht ganz so leistungsstarken Motors macht der Mercedes durch die Aerodynamik in den Kurven wett. Leclerc aber hält dem Dauerdruck stand, wehrt Angriff um Angriff - auch durchaus mit harten Bandagen - ab.

Richtig brenzlig wird es aber in Runde 36: Ein kleiner Schnitzer reicht, um von der Ideallinie abzukommen, Hamilton wird daraufhin noch drängender. Der Brite aber verliert kurz darauf seinen zweiten Platz durch einen folgenschweren Verbremser an seinen Teamkollegen. Die Vorentscheidung, das sollte sich später herausstellen, fällt.

Leclerc zeigt sich als Perfektionist

"Heute war es kein perfekter Tag, der Ferrari war auf der Geraden unglaublich", analysiert Hamilton danach. Mit Blick auf seinen 63-Punkte-Polster in der WM-Wertung auf Bottas meint er aber: "Ich habe noch eine schöne Führung."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff zollt dem Sieger Respekt: "Leclerc ist ein Riesenrennen gefahren, da haben auch zwei von unseren nichts machen können." Der Wiener will nicht unzufrieden sein: "Zwei und drei - das nehmen wir."

Bottas schafft den Angriff auf die Spitze nicht, Leclerc fährt seinen zweiten Sieg in Folge souverän nach Hause und zeigt sich unmittelbar nach seinem größten Sieg als Perfektionist. "Ich habe einige kleine Fehler gemacht", sagt der Youngster. "Solche Fehler darf ich zukünftig nicht mehr machen."

Red Bull bleibt auf dem Autodromo Nazionale di Monza nur die Statistenrolle. Einser-Fahrer Verstappen hatte nach einem Wechsel des Antriebsstrangs von hinten wegfahren müssen, pflügt sich nach einem frühen Defekt durchs Feld und wird immerhin noch Achter. Alexander Albon klassiert sich zwei Plätze davor.

So ist beim 14. von 21 Saisonläufen Renault die dritte Kraft. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg landen auf den Plätzen vier und fünf.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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