Experte: Vettels Benehmen kostet ihm die WM

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Die Chancen auf einen fünften WM-Titel sind für Sebastian Vettel in den letzten beiden Formel-1-Rennen erheblich gesunken.

Nach dem Startcrash in Singapur betrieb der Ferrari-Pilot in Malaysia vom letzten Startplatz aus mit Rang vier noch Schadenbegrenzung, der Rückstand in der Fahrer-Wertung auf Mercedes-Pilot Lewis Hamilton beträgt aber bereits 34 Zähler.

Für den britischen Ex-Fahrer und nunmehrigen Sky-Experten Martin Brundle ist klar, dass sich Vettel durch sein Auftreten die Möglichkeit auf die Weltmeisterschaft in diesem Jahr selbst genommen hat.

"Seit einiger Zeit zeigt Sebastian Vettel ein Verhalten auf der Strecke, das an der Grenze zur Respektlosigkeit ist. Er fährt brillant, aber mit seinem Verhalten macht er es sich unnötig schwer", findet Brundle.

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Der 58-Jährige bezieht sich in seinen Aussagen auf Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit. Zum Beispiel in Sepang, als Vettel beim Überrunden seinen Unmut Richtung Fernando Alonso kundtat und meinte, er habe gedacht, der Spanier "sei besser als das".

"Vettel provoziert Rennkomissare"

"Es stimmt, dass Alonso sich wenig hilfreich dabei verhalten hat, den Ferrari durchzulassen. Aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass das von jemandem kommt, der in Baku mit voller Absicht einem anderen Fahrer ins Auto gefahren ist", meint Brundle.

Auch am Crash in der Auslaufrunde mit Williams-Pilot Lance Stroll habe der Deutsche eine Teil-Schuld. "Es war sehr unglücklich und auf den Konzentrationsverlust zurückzuführen, wenn das Adrenalin zurückgeht und es wurden auch keinerlei Maßnahmen nach diesem bizarren Unfall ergriffen. Aber er hätte nie passieren dürfen."

"Dann riskierte Vettel eine Strafe, indem er sein Lenkrad nimmt, während er sich von einem Sauber mitnehmen lässt, obwohl ein Medical Carl ganz in der Nähe schon in weiser Voraussicht geparkt hat", kann Brundle Vettel nicht verstehen. "Es gibht absolut keinen Grund, die Rennkommissare derartig zu provozieren und die Regeln so auszutesten."

Brundle wirft Vettel Doppelmoral vor

Brundle meint, eine gewisse Doppelmoral beim 30-Jährigen zu erkennen. "Es ist zu einem gewissen Grad amüsant, dass kommende Saison Halo eingeführt werden soll, um die Fahrer weiter zu schützen - und Vettel ist ein großer Unterstützer davon. Und dann setzt sich derselbe Vettel für drei Kilometer auf den Seitenkasten eines Formel-1-Autos, das mit 80 km/h daher fährt. Ein Formel-1-Auto, an dem ein dicker Hinterreifen rotiert, der ihn sofort zermalmen würde, sollte er den Halt verlieren."

Von Ferrari erhalte Vettel einen Boliden, der ihm erlaube, vom letzten Startplatz auf Platz vier zu fahren. Aber er mache zu wenig daraus, so Brundle. "Ich mag mutige Fahrer. Aber ich zähle all das auf, weil es Vettel die WM kostet. Nicht zuletzt, dass er in Singapur Verstappen vor das Auto fährt. Und wenn bei Ferrari der Druck wächst, bin ich schon gespannt darauf, wer mit dem Finger auf wen zeigen wird."

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