Force India zahlungsunfähig - Betrieb läuft weiter

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Bei Force India spitzen sich die finanziellen Probleme weiter zu. Im Vorfeld des GP von Ungarn wird bekannt, dass das Team zahlungsunfähig ist.

Insolvenz-Verwalter FRP Advisory LLP teilt aber mit, dass der Betrieb vorerst weiterlaufen kann. Damit ist ein Start in Budapest gesichert. Man wolle für die Gläubiger "das beste Ergebnis" erzielen. Zudem bewerte man "Optionen, um die Zukunft des Teams" zu sichern.

Force India hat schon lange finanzielle Probleme.

Teamchef sieht keine Schulden, sondern Investment

Der aktuelle Fall ist laut Informationen von motorsport-total.com auf eine Millionenklage der Firma Brockstone zurückzuführen. Demnach kann Force India einer Forderung von 4,01 Millionen Dollar mit "hoher Wahrscheinlichkeit" nicht nachkommen.

Teameigentümer Vijay Mallya sieht das allerdings als Investment, nicht als Darlehen. So habe er die Verbindlichkeiten von rund 180 Millionen seiner Argumentation nach nicht bei Gläubigern, sondern bei Teilhabern angehäuft.

Übernahmegerüchte

Selbst bei einer Insolvenz wird das Team wohl nicht verschwinden. Längst laufen im Hintergrund Gespräche über eine Übernahme.

Dabei fällt immer wieder der Name von Milliardär Lawrence Stroll, dem Vater von Williams-Pilot Lance. Sollte der Kanadier tatsächlich zum Zug kommen, würde sein Sohn zu Force India wechseln und für einige Bewegung im Fahrermarkt sorgen.

Lage ist "kritisch"

Am Rande des Ungarn-Rennens räumte Force-India-Pilot Sergio Perez ein, dass die Lage beim Rennstall "kritisch" sei. "Es ist kein Geheimnis, dass die finanziellen Probleme das Team schon ziemlich zurückgehalten haben."

Der Mexikaner Perez fährt an der Seite des Franzosen Esteban Ocon für das Team. Das Aus für ein insolventes Formel-1-Team kam letztmals 2017, als der Manor-Rennstall seinen Betrieb einstellte.

Beschwerde gegen F1

Force India hatte zusammen mit Sauber noch zu Zeiten des früheren Formel-1-Geschäftsführers Bernie Ecclestone im September 2015 eine Beschwerde bei der Kommission der Europäischen Union eingereicht.

Ihrer damaligen Ansicht nach wurden die Rennställe durch die Verteilung der Einnahmen und durch die Machtstrukturen gegenüber anderen Teams benachteiligt. Die Formel-1-Verträge würden das Wettbewerbsrecht verletzen.

Der Dialog mit den neuen Inhabern der kommerziellen Rechte der Rennserie führte im Jänner dieses Jahres aber dazu, dass Force India und Sauber ihre Beschwerde zurückzogen.

Mallya auch beruflich unter Druck

Mallya hatte 2007 zusammen mit seinem damaligen niederländischen Partner Michael Mol das Spyker-Team übernommen. Ab 2008 ging der Rennstall als Force India an den Start. Mallya selbst befindet sich in einem Rechtsstreit mit mehreren Banken in seinem Heimatland Indien.

Der Unternehmer schuldet den Geldhäusern deren Angaben zufolge mehr als 1,3 Milliarden Euro. Es handelt sich um Kredite und Verzugszinsen für seine Fluggesellschaft Kingfisher, die 2012 wegen Geldproblemen den Betrieb eingestellt hatte. Mallya hält sich derzeit in Großbritannien auf, in Indien liegen mehrere Haftbefehle gegen ihn vor.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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