"Grausam!" Mercedes nach Spielberg am Boden

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"Es ist alles falsch gelaufen, was nur falsch laufen kann."

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff brachte es nach dem Grand Prix von Österreich auf den Punkt. Beide Silberpfeile schieden in Spielberg aus, die Silberpfeile mussten sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurs-WM die Führung an Ferrari abgeben.

"Es ist ein unheimlich schmerzhafter Tag für uns. Für mich persönlich ist es der schmerzhafteste Tag in den vergangenen sechs Jahren", sagt Wolff gegenüber "Sky Sports F1".

"In Barcelona [2016] sind schon mal beide Mercedes ausgefallen. Hier waren beide in Reihe eins, die erste Runde war fantastisch – und beide fallen aus. Wir haben das Rennen unter dem virtuellen Safety-Car verloren. Grausamer kann es nicht sein."

Dabei hatte das Wochenende in Spielberg so gut angefangen. Mit der Pole Position von Valtteri Bottas und Startplatz zwei für Lewis Hamilton sowie der Straf-Versetzung für Sebastian Vettel von Position drei auf sechs schien der Weg für Mercedes im Rennen frei.

Bottas: "Ein schlechter Witz"

Das erste Drama gab es aber bereits in Runde 14, als Bottas an zweiter Stelle liegend nach einem Hydraulik-Defekt ausschied.

"Gerade fühlt es sich etwas wie ein Witz an mit all dem Pech, das ich dieses Jahr habe. Ein richtig schlechter Witz. Großartig!", meint Bottas mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. "Was soll ich noch sagen? Ich hätte nichts machen können."

Toto Wolff meint: "Nach dem Schock vom Bottas-Aus ist alles schiefgelaufen." Denn während alle Top-Fahrer in der Virtual-Safety-Car-Phase an die Box kamen, blieb Leader Hamilton auf der Strecke. Ein fataler Fehler, der den Briten auf Rang vier zurückwarf.

"Lewis war am nähesten an der Boxeneinfahrt, da geht es um Sekunden, in denen man entscheiden muss, ob man ihn reinholt. Wir haben nicht schnell genug entschieden, ob Box oder nicht Box. Dazu kam die Ablenkung durch den Ausfall von Bottas. Es waren zwei, drei Sekunden, die den Fehler ausgemacht haben", schildert Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda die Situation.

Renningenieur James Vowles entschuldigte sich persönlich via Funk bei Hamilton: "Ich habe heute den Sieg weggeschmissen. Es tut mir leid."

Hamilton: "So etwas habe ich noch nie erlebt"

Damit konnte er Hamilton allerdings nur unwesentlich besänftigen. Kurze Zeit später kam es für den Weltmeister, der mit Blasenbildung an seinen Reifen zu kämpfen hatte, allerdings noch schlimmer und er musste seinen Boliden aufgrund fehlenden Benzindrucks abstellen.

"So etwas habe ich überhaupt noch nie erlebt. Das war wirklich kein normaler Tag, komplett zum Vergessen", sagt ein sichtlich geknickter Hamilton. Zumindest vor der Presse wollte er seinem Team keinen Vorwurf machen. "Ich habe vollstes Vertrauen in mein Team. Wir waren die schnellsten an diesem Wochenende und hätten gewinnen sollen."

Dennoch muss der Brite, der in der WM jetzt wieder einen Punkt hinter Vettel liegt, zugeben: "Es war ein harter Schlag für das Team."

"So brutal kann Motorsport sein, heute hat es uns mit voller Wucht getroffen. Auf diese Art und Weise durch unsere eigenen Fehler und Zuverlässigkeitsprobleme einen möglichen Doppelsieg zu verlieren, tut einfach nur höllisch weh", ergänzt Wolff.

Bottas: "Gewöhne mich an die Schlappen"

Mercedes werde eine Weile brauchen, diese Niederlage zu verdauen, meint der Wiener. "Hoffentlich kann ich dann helfen, die Moral im Team wieder zu heben. Wir müssen nächste Woche in Silverstone wieder ein Rennen fahren und stark zurückschlagen. Aber wie heißt es so schön? An den schwierigsten Tagen lernst du am meisten. Es fühlt sich furchtbar an, doch wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen."

Für Hamilton und Bottas leichter gesagt, als getan. "Es fühlt sich nicht gut an. Aber auf gewisse Weise gewöhne ich mich daran. Ich gewöhne mich an die Schlappen. Es macht jetzt aber keinen Sinn, traurig zu sein. Es sollte heute einfach nicht sein. Es sollte dieses Jahr schon oft nicht sein", sagt der Finne.

Hamilton muss ausgerechnet vor seinem Heimrennen in Silverstone in der kommenden Woche einen herben Dämpfer einstecken. "Gerade bin ich mit den Gedanken ganz woanders und nicht bei nächster Woche und meinem Heimrennen. Ich habe hier verloren, das habe ich im Kopf. Wir werden uns jetzt zusammenreißen müssen und dann werden wir auch wieder stark sein."

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