Berger sieht seinen Neffen Auer als Titelkandidat

 

Die ersten zwei von fünf Testtagen des neuen Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) mit GT3-Autos sind bei schwierigen (Winter-) Bedingungen in Hockenheim absolviert, und Serienchef Gerhard Berger gibt sich zufrieden.

Zehn Teams, vier Marken, 18 Fahrer - darunter Ex-Champions der Vorgängerserie (Paffett, Wittmann, Rockenfeller), Formel-1-Erfahrung (Glock, Albon, dazu mit Tests Auer, Paffett) – das alles stimmt den Tiroler zuversichtlich.

Und lässt ihn in einer ersten Zwischenbilanz sagen: „Wir haben das stärkste Feld im GT-Sport mit Top-Teams, das wird eine ganz starke Meisterschaft.“

Die nach einem weiteren Test auf dem Lausitzring Anfang Mai vom 18. bis 20. Juni in Monza beginnen wird. „Leider vermutlich ohne Zuschauer, auf die wir später in der Saison noch hoffen. Ganz ehrlich: Ich hätte vor einem Jahr nie geglaubt, dass uns auch jetzt noch das Thema Pandemie so beschäftigt.“

Starterfeld soll noch größer werden

Seine Ziele, die er sich mit der Neuausrichtung der DTM setzte, seien "im Großen und Ganzen“ schon erfüllt, erklärt Berger, und ergänzt: "Die Pflicht haben wir erledigt, aber die Kür muss noch folgen.“

Denn bis zum Saisonstart könnte durchaus noch eine Erweiterung im Teilnehmer- bzw. Markenfeld passieren.

Denn neben den Teams mit Audi, BMW, Ferrari und Mercedes ist z.B. das JP-Team nicht eingerechnet, das bei diesem Test noch fehlte und mit Christian Klien drei oder vier Rennen bestreiten wird – mit einem McLaren anstelle eines Mercedes wie früher geplant.

Und mit dem Vorarlberger kommt später ein weiterer Ex-F1-Pilot dazu. Berger ist sich sicher: „Die Fans können sich auf diese Meisterschaft freuen.“

"Lucas Auer ist ein Meisterschaftskandidat"

Interessant ist, was der 61-Jährige über einige Piloten meint. Zum Beispiel über seinen Neffen Lucas Auer: „Ich habe immer versucht, ihn nicht unter Druck zu setzen. Aber mit seiner DTM-Erfahrung gehört er in einem starken Team (Winward-Mercedes, Anm.) zu den Meisterschaftskandidaten.“

Über die einzige Dame im Feld, die Münchnerin Sophia Flörsch: „Die fährt nicht mit, weil sie eine Frau ist, sondern weil sie sich durch ihre Leistungen z. B. in der Formel 3 empfohlen hat. Sie wird in der DTM Fuß fassen.“

Oder über den Jungstar im Red-Bull-Juniorteam, den Formel-2-Sieger von Bahrain, Liam Lawson aus Neuseeland: „Ich habe ihn in Bahrain beobachtet. Der ist allen in der Formel 1 bereits aufgefallen und gilt schon als künftiger Star.“

E-Zukunft wird kommen

Berger denkt aber auch generell an den Motorsport der Zukunft. Dafür sieht er die DTM mit ihrer vielfältigen Plattform (Trophy für den Nachwuchs, E-Sports, Electric- und Classic-Serie) bestens aufgestellt.

Das Projekt eines bereits vorgestellten elektrischen Prototypen wird vorangetrieben. Selbst der früher E-Mobilität-skeptische Wörgler weiß, dass mittlerweile eine elektrische Zukunft kaum zu verhindern sein wird, und setzt auch in der DTM auf „Nachhaltigkeit in allen Bereichen“.

"Entwicklungstreiber der Autoindustrie"

CO2-neutral, das müsse ein Ziel sein, bis dahin sollten die Verbrenner mehr und mehr auf synthetische Kraftstoffe setzen.

Und er sieht den Rennsport bald wieder dort, wo er in „seiner“ Zeit schon war: „Als Vorreiter und Entwicklungstreiber für die Autoindustrie.“ Die, das gibt er zu, sich derzeit weniger zum Motorsport bekennt, weil es große Verunsicherung gibt.

Projekte mit zwei Prominenten scheiterten

Berger abschließend: „Dass viele im Vorjahr sagten, die DTM habe keine Zukunft mehr, war für mich eine Extramotivation.“

Die neue DTM werde in 50 Ländern auf allen Kontinenten im TV zu sehen sein. Dennoch gab es auch zwei kleine Rückschläge: Die Teilnahme des Teams von Jenson Button mit McLaren scheiterte, mit Jacques Villeneuve (wird am 9. April 50 Jahre alt!) führte er persönlich Gespräche über ein mögliches Lamborghini-Projekt, die aber noch kein Ergebnis brachten: „Aber ich schließe nichts aus und würde mich freuen, Jacques bei uns zu haben.“

Wir erinnern uns an den 26. Oktober 1997 in Jerez de la Frontera: Villeneuve wird Weltmeister, Berger tritt mit Rang vier nach 13 Jahren aus der Formel 1 ab.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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