Warum eigentlich Tino Lazaro?

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Frei nach Hicke: Lazaro für Koller der Richtige

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Typisch Marcel Koller!

Die Bekanntgabe des Kaders für den Lehrgang in der Schweiz und die beiden folgenden Testspiele gegen Malta und die Niederlande (also in Wahrheit die inoffizielle Veröffentlichung des EURO-Kaders) zeigte wieder einmal auf, wie der Schweizer tickt.

Besonders ersichtlich wird dies an der Kadergröße und an der einzigen Überraschung im 24-köpfigen Aufgebot: Valentino Lazaro.

Gerade an der Nominierung des Salzburg-Youngsters scheiden sich die Geister, um es freundlich zu formulieren. Nach einer durchwachsenen Saison mit nur einem Tor in 16 Liga-Spielen auch kein Wunder.



Zum Vergleich Lazaros drei wohl härteste Konkurrenten um einen Kaderplatz: Guido Burgstaller steuerte 13 Tore und neun Assists zur starken Saison des deutschen Aufstiegsaspiranten Nürnberg bei. Der Rapidler Florian Kainz hat in der Bundesliga sieben Tore und 14 Assists aufzuweisen. Karim Onisiwo kommt bei Mainz immer besser in die Gänge und erzielte zuletzt sein erstes Bundesliga-Tor.

"Frei nach Josef Hickersberger ist Lazaro also ganz sicher nicht der Beste, aber für Koller dennoch der Richtige."

Frei nach Josef Hickersberger ist Lazaro also ganz sicher nicht der Beste, aber für Koller dennoch der Richtige.

Warum eigentlich? „Wir haben uns für den Jüngsten entschieden“, bringt der Teamchef das auf der Hand liegende Argument, einem vielseitigen Perspektivspieler wertvolle Trainingszeit und Erfahrungen im Nationalteam zu verschaffen.

Im Prinzip erscheint es recht einfach: Lazaro war schon über längere Strecken seiner noch jungen Karriere Kadermitglied im A-Team, Koller kann sein Potenzial also genau einschätzen und muss im 20-Jährigen folgerichtig eine fixe Säule für die Zukunft sehen.

Aktuelle Verfassung? Zweitrangig. Formkurven im Verein? Für Koller nicht so wichtig, um nicht zu sagen, dass ihm diese Parameter schnurzegal sind. Für ihn stechen Potenzial und Perspektive die Tagesaktualität – ein Rezept, mit dem er in den vergangenen viereinhalb Jahren gut gefahren ist. Warum also eine erfolgreiche Strategie ändern?

Wer in den Kreis des Vertrauens aufgenommen wurde, darf sich Leistungsschwankungen gönnen. Burgstaller, Kainz und Onisiwo durften in den vergangenen Monaten vorspielen, überzeugten Koller jedoch im Gegensatz zum allseits gelobten Alessandro Schöpf oder zuvor Lazaro offenkundig nicht genügend.



Die oberste Regel: Nichts und niemand darf diesen Kreis des Vertrauens, den vielzitierten Familiengedanken im ÖFB-Team, stören, womit wir bei der Größe des Aufgebots wären.

Ja, es hätte genügend vernünftige Argumente gegeben, diesmal einen etwas größeren Kader zu nominieren – und sei es nur, um weiteren Perspektivspielern wertvolle Trainingserfahrungen im A-Team zu gönnen oder im Fall von Verletzungen auf im Trainingsbetrieb stehende Nachrücker zurückgreifen zu können.

Der entscheidende Nachteil: In der Öffentlichkeit wäre dann ein Konkurrenzkampf erzeugt worden, der in Wahrheit keiner ist. „Das würde nur Unruhe reinbringen“, betont auch Koller. Eine Herangehensweise, die man so stehen lassen kann.

Der Verdacht, dass der 55-Jährige ohnehin bereits seit Wochen und Monaten weiß, mit welchen 23 Spielern er zur EURO fährt (im Normalfall ist Lazaro bei der finalen Nominierung am 31. Mai nicht dabei), hat sich einmal mehr erhärtet.

Überrascht dies irgendjemanden? Vermutlich nicht. Auch und gerade dieses ausbleibende Kader-Spektakel ist doch typisch Marcel Koller.




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