Koller wieder in Normalform

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50 Länderspiele.

Als erst vierter Teamchef in der Geschichte des österreichischen Nationalteams durchbricht Marcel Koller diese Schallmauer – als erst dritter nach Hugo Meisl und Herbert Prohaska bewältigt er diese Distanz in einem Stück, Josef Hickersberger benötigte bekanntlich zwei Anläufe.

Dass dieses durchaus geschichtsträchtige Jubiläum im Vorfeld des Showdowns in Irland im öffentlichen Diskurs maximal eine Nebenrolle spielte, zeigt, dass es in Dublin um Wichtigeres geht als nette Randaspekte.

50 Länderspiele unter Marcel Koller – das war und ist eine für den ÖFB bewegte und denkwürdige Ära. Alleine die Bestellung des Schweizers bedeutete eine Zeitenwende, eine Zäsur, eine Abkehr von heimischen Seilschaften und der schlechten Eigenschaft, im eigenen Saft zu braten.

Etwas verknappt lassen sich die sechs Koller-Jahre im Schnelldurchlauf wiefolgt zusammenfassen: In seinen ersten beiden Vertragsjahren erfolgte die Saat, in den zweiten beiden Vertragsjahren die Ernte, in der dritten Phase seiner Amtszeit fror er diese Ernte ein und taute sie spät (zu spät?) wieder auf.

Das Fragezeichen ist angebracht, denn wie die Irland-Partie endet, wissen wir alle nicht. Dass es in Dublin auch um den Job des Teamchefs geht, ist aber nicht wirklich von der Hand zu weisen – dies deutet er schließlich auch selbst mehr oder weniger eindeutig an.

Man kann Koller im Vorfeld des Anpfiffs zu Gute halten, dass er fest entschlossen um seinen Arbeitsplatz und somit auch gegen ein viel zu frühes Platzen des WM-Traums kämpft.

Der 56-Jährige hat einen schwierigen Lehrgang gut moderiert. Man könnte sogar den Eindruck gewinnen, dass er sich wieder in jener Normalform aus den „guten Jahren“ befindet, die er zwischenzeitlich schmerzlich vermissen ließ.

Über Saat und Ernte bishin zur Quali für die EURO wurde genug geschrieben, bleiben wir also beim Bild des Einfrierens und Auftauens.

Dass sich Österreich im Länderspiel-Jahr 2016 nicht weiterentwickelte, war zu einem guten Teil ein Versäumnis Kollers. Die Weiterentwicklung wurde auf Eis gelegt. Anstatt in Zeiten des Erfolgs neue Akzente zu setzen, hieß das Motto eher "more of the same" – so weit, so schlecht, auf diese Analyse kann man sich tendenziell einigen, diese Kritikpunkte kamen schließlich auch von innen.

Gerade im völlig verkorksten Quali-Herbst wirkte Koller nach der EM-Pleite wie in einer Schockstarre. Die taktische Innovation blieb völlig aus, die einzig wirkliche personelle Innovation (Linksverteidiger) war erzwungen, die Antworten zielten ins Leere.

Die monatelange Nachdenkpause über den Winter verfehlte ihre Wirkung indessen nicht. Schon beim Länderspiel-Doppel im März setzte Koller mit neuem System und verstärktem Konkurrenzkampf (beides schon länger geäußerte öffentliche Forderungen) endlich frische Akzente wie sie nach langjähriger Zusammenarbeit inklusive der Gefahr von Abnützungserscheinungen nunmal von Zeit zu Zeit notwendig sind.

Mit seinem viel zitierten Weckruf vor dem Irland-Spiel setzte er die Neuerfindung in eigener Sache munter fort. Ob die erstmalige öffentliche Schelte an seinen Schützlingen wirklich notwendig oder nur eine gezielte Inszenierung war, werden Betreuerstab und Spieler wissen – ihre Wirkung verfehlt hat sie offenkundig nicht.

Der Lehrgang vor der Abreise nach Dublin war ein langer und angesichts der explosiven Stimmung im Vorfeld – nicht zuletzt wegen des Koller-Ausbruchs – gespickt mit Fallen, in die der Eidgenosse jedoch nicht getappt ist.

Die interne Stimmung kippte nach dem Weckruf dem Vernehmen nach nicht (auch dank der in der Folge notwendigen Dosis Zuckerbrot von Koller für seine Spieler). Das Ziel, dass niemand so wirklich genau weiß, was er im Aviva Stadium taktisch und personell im Schilde führt, ging ebenfalls auf – ein Resultat der Innovationsbereitschaft im März.

Und zu guter Letzt sorgten die zahlreichen neuen Gesichter für frischen Wind, indem sie die arrivierten Akteure spüren ließen, dass ihre Nominierung keine Eintagsfliege bleiben soll. Für die vielen gesperrten und verletzten Spieler kann Koller nichts, aber es gelang ihm, die ungute Personallage zu einer Art Vorteil umzumünzen. Jammerei über die Ausfälle? Fehlanzeige. „Chance“ hieß das Modewort.

Der "50er" von Marcel Koller als ÖFB-Teamchef. LAOLA1 benotet vor dem Jubiläum seine bisherigen 49 Länderspiele:

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#1 UKRAINE - ÖSTERREICH 2:1 (Lviv, 15. November 2011): Aller Anfang war zumindest ergebnistechnisch schwer, aber das Siegtor der Ukraine fiel erst in der Nachspielzeit und von der Leistung her war in der Kälte von Lviv schon absehbar, wohin es in Folge gehen könnte. NOTE 3.

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#2 ÖSTERREICH - FINNLAND 3:1 (Klagenfurt, 29. Februar 2012): Ein Fehler von Finnland-Goalie Hradecky brachte das ÖFB-Team auf die Siegerstraße, Marc Janko sagte artig Danke. Das Spiel war alles nur kein Feuerwerk, aber letztlich gut fürs Selbstbewusstsein. NOTE 2.

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#3 ÖSTERREICH - UKRAINE 3:2 (Innsbruck, 1. Juni 2012): Im dritten Länderspiel unter Koller ging es zum zweiten Mal gegen die Ukraine - und es war eine entscheidende Partie, um den Glauben an den Schweizer wachsen zu lassen. Sicherlich funktionierte noch nicht alles, aber der Last-Minute-Sieg war definitiv ein Fortschritt. Arnautovic bejubelte einen Doppelpack, musste dann aber lange auf seine nächsten ÖFB-Tore warten. NOTE 2

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#4 ÖSTERREICH - RUMÄNIEN 0:0 (Innsbruck, 5. Juni 2012): Eine Nullnummer der akzeptableren Sorte. Österreich stand im letzten Länderspiel von Paul Scharner defensiv gut, agierte jedoch nicht effizient genug. NOTE 3

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#5 ÖSTERREICH - TÜRKEI 2:0 (Wien, 15. August 2012): Das ÖFB-Team überrollte die Gäste von Beginn an mit aggressivem Pressing und zwei frühen Toren von Kavlak (2.) und Ivanschitz (6.). Auch dieses Spiel half, das Vertrauen in Koller größer werden zu lassen. NOTE 2

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#6 ÖSTERREICH - DEUTSCHLAND 1:2 (Wien, 11. September 2012): Zum Auftakt in die WM-Quali gleich gegen den Erzrivalen und Topfavoriten. Das Spiel ging verloren, aber das ÖFB-Team spielte richtig stark und wenn Arnautovic seine Mega-Chance verwertet hätte... Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. NOTE 2

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#7 KASACHSTAN - ÖSTERREICH 0:0 (Astana, 12 Oktober 2012): Das ÖFB-Team probierte, fightete, erspielte sich Chancen, war aber zu ineffizient und letztendlich auch nicht clever genug - zwei verlorene Punkte, die schmerzten. NOTE 4

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#8 ÖSTERREICH - KASACHSTAN 4:0 (Wien, 16. Oktober 2012): Schon vier Tage nach der Enttäuschung von Astana bot sich die Gelegenheit zur Revanche und die ÖFB-Kicker schossen sich den Frust so richtig von der Seele. Letztlich ein Pflichtsieg, aber kein unwichtiger im Hinblick auf die Aufbauarbeit Kollers. NOTE 2

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#9 ÖSTERREICH - ELFENBEINKÜSTE 0:3 (Linz, 14. November 2012): Noch deprimierender als das ÖFB-Team war eigentlich nur noch das mucksmäuschenstille Publikum auf der Gugl. Aber gut, es gab auch wirklich nichts zu bejubeln... NOTE 5

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#10 WALES - ÖSTERREICH 2:1 (Swansea, 6. Februar 2013): Gut, dass es den Länderspiel-Termin Anfang Februar nicht mehr gibt, denn die ÖFB-Kicker waren beim Gastspiel auf der Insel noch ein wenig im Winterschlaf. NOTE 4

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#11 ÖSTERREICH - FÄRÖER 6:0 (Wien, 22. März 2013): Österreich machte mit den Insel-Kickern kurzen Prozess. Die ersten beiden Tore erzielte Philipp Hosiner, der mit der Austria am Weg zum Meistertitel war. Es blieben bis dato seine einzigen Länderspiel-Treffer. NOTE 1

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#12 IRLAND - ÖSTERREICH 2:2 (Dublin, 26. März 2013): Stark begonnen, nach einer Verletzung von Junuzovic stark nachgelassen, am Ende stark zurückgeschlagen. Der Ausgleich von Alaba in Minute 92 ist unvergessen. Viel Licht und viel Schatten ergeben: NOTE 3

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#13 ÖSTERREICH - SCHWEDEN 2:1 (Wien, 7.Juni 2013): Vor dem Spiel regierten ob der fehlenden Spielpraxis diverser ÖFB-Kicker und der Angst vor Ibrahimovic die Panikmacher, danach der kollektive Jubel über einen denkwürdigen Erfolg. Das zweite Tor erzielte Janko, der bei Trabzonspor auf dem Abstellgleis stand. NOTE 1

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#14 ÖSTERREICH - GRIECHENLAND 0:2 (Salzburg, 14. August 2013): Das Nationalteam und Testspiele - zu diesem Zeitpunkt gar keine Liebesbeziehung. Mitroglou knockte eine schwache ÖFB-Elf per Doppelpack aus. NOTE 4

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#15 DEUTSCHLAND - ÖSTERREICH 3:0 (München, 6. September 2013): Leistungstechnisch möglicherweise das schlechtste Länderspiel unter Koller, Österreich hatte nicht den Hauch einer Chance. Zwei Ausreden: Erstens ging es gegen den angehenden Weltmeister, zweitens war das Spiel vier Tage später gegen Irland viel wichtiger. NOTE 5

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#16 ÖSTERREICH - IRLAND 1:0 (Wien, 10. September 2013): Was für ein Krimi! Was für eine schwere Geburt! Lange spannte das ÖFB-Team die Fans auf die Folter, das Goldtor von Alaba in Minute 84 brachte letztlich doch das erträumte "Finale" um den zweiten Gruppen-Platz in Schweden. NOTE 2

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#17 SCHWEDEN - ÖSTERREICH 2:1 (Stockholm, 11. Oktober 2013): Gefühlt die Mutter aller Niederlagen, weshalb man unsere gute Note vielleicht erklären muss. Zum einen war die erste Halbzeit richtig stark, zum anderen war es genau dieses Schockerlebnis, das den Fokus schärfte und somit der Ursprung für den Erfolgslauf der folgenden zwei Jahre war. NOTE 2

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#18 FÄRÖER - ÖSTERREICH 0:3 (Torshavn, 15. Oktober 2013): Es gibt Lustigeres, als nach dem Schock von Stockholm ein bedeutungsloses Spiel auf den Färöer zu bestreiten. Letztlich war es auch dieser souverän bestandene Charaktertest, der Koller überzeugte, doch ÖFB-Teamchef zu bleiben. Deshalb angesichts der Umstände: NOTE 1

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#19 ÖSTERREICH - USA 1:0 (Wien, 19. November 2013): Nach einem langen Spanien-Trainingslager sorgte ein Goldtor von Janko für einen versöhnlichen Jahresabschluss. Wichtiger war jedoch, das in besagtem Camp die Weichen für die kommende Quali gestellt wurden. Randnotiz: ÖFB-Rekordspieler Andreas Herzog diente als Co-Trainer der US-Boys. NOTE 2

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#20 ÖSTERREICH - URUGUAY 1:1 (Klagenfurt, 5. März 2014): Vor der Pause gut, nach dem Seitenwechsel nicht mehr so. Zu diesem Zeitpunkt fehlte der Koller-Elf bisweilen die Konstanz, ein Spiel über 90 Minuten durchzuziehen. Die Partie gegen den damaligen Weltranglisten-Siebten stand sinnbildlich dafür. Aber kein schlechter Auftritt. NOTE 2

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#21 ÖSTERREICH - ISLAND 1:1 (Innsbruck, 30. Mai 2014): Ein aufregender Tag für Marcel Sabitzer: Tagsüber wurde sein Wechsel von Rapid in den Red-Bull-Konzern (von Leipzig nach Salzburg verliehen) bekannt, am Abend brachte er Österreich in einem typischen Testspiel in Führung. NOTE 3

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#22 TSCHECHIEN - ÖSTERREICH 1:2 (Olmütz, 3. Juni 2014): Leckerbissen war es wahrlich keiner, den das ÖFB-Team in Olmütz servierte. Aber immerhin war es der erste Auswärtssieg in einem Testspiel seit 2006, zudem jubelte Baumgartlinger über sein erstes und bis dato einziges Länderspiel-Tor. NOTE 3

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#23 ÖSTERREICH - SCHWEDEN 1:1 (Wien, 8. September 2014): Die Leistung war besser als das Ergebnis, das zum damaligen Zeitpunkt als Enttäuschung wahrgenommen wurde. Letztlich sollte dieses Remis beim Auftakt jedoch der einzige Punkteverlust in der EM-Qualifikation bleiben. NOTE 2

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#24 MOLDAWIEN - ÖSTERREICH 1:2 (Chisinau, 9. Oktober 2014): Es war eine unglaublich hektische Partie, in der sich das ÖFB-Team bewähren musste und letztlich auch den ersten Sieg auf dem Weg zur EURO einfuhr. Janko köpfte Rot-Weiß-Rot zu selbigem und flog in der Schlussphase vom Platz. NOTE 3

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#25 ÖSTERREICH - MONTENEGRO 1:0 (Wien, 12. Oktober 2014): Das Goldtor von Janko-Ersatz Okotie und eine Glanzparade vom Almer ermöglichten den nächsten Schritt in Richtung Frankreich. Angesichts einer starken Leistung war der Sieg auch mehr als verdient. NOTE 1

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#26 ÖSTERREICH - RUSSLAND 1:0 (Wien, 15. November 2014): Es ging auch ohne David Alaba. Freilich war in einer umkämpften Partie auch ein wenig Glück dabei, die Russen trafen die Stange. In Minute 73 war es abermals Okotie, der Österreich jubeln ließ und einen goldenen Quali-Herbst vollendete. NOTE 2.

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#27 ÖSTERREICH - BRASILIEN 1:2 (Wien, 18. November 2014): Man darf Testspiele weder über- noch unterbewerten, aber die Leistung in dieser Partie hätte sich einen Achtungserfolg verdient. Firmino hatte mit seinem Traumtor kurz vor Schluss etwas dagegen. NOTE 2

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#28 LIECHTENSTEIN - ÖSTERREICH 0:5 (Vaduz, 27. März 2015): Dass Österreich dieses Spiel gewinnen muss und wird, war angesichts des Klassenunterschieds klar. Die Art und Weise ließ indes auf beeindruckende Art und Weise wenig Fragen offen. Wichtiger Bonus: In Minute 93 traf Arnautovic erstmals seit 2012 im Nationalteam. NOTE 1

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#29 ÖSTERREICH - BOSNIEN-HERZEGOWINA 1:1 (Wien, 31. März 2015): So dominant das ÖFB-Team durch die Quali rauschte, so durchschnittlich war auch in dieser Phase der Euphorie so manches Testspiel. Diese Partie bleib keine Ausnahme. NOTE 3

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#30 RUSSLAND - ÖSTERREICH 0:1 (Moskau, 14. Juni 2015): Die Art und Weise, wie Österreich in Moskau dominierte, sich durch den traumhaften Fallrückzieher von Janko belohnte und eigentlich noch höher hätte gewinnen können/müssen, sorgte für Staunen. Ein heißer Kandidat auf das beste Länderspiel unter Koller. NOTE 1

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#31 ÖSTERREICH - MOLDAWIEN 1:0 (Wien, 5. September 2015): Vor dem Anpfiff wurde ein Geduldsspiel befürchtet, es wurde auch eines. Junuzovic erlöste das ÖFB-Team in Minute 52. Pflicht erfüllt. NOTE 3

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#32 SCHWEDEN - ÖSTERREICH 1:4 (Stockholm, 8. September 2015): Die Krönung! (Mehr muss man zu dieser Sternstunde, in der die Reise zur EURO nach Frankreich souverän gebucht wurde, wahrlich nicht sagen). NOTE 1

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#33 MONTENEGRO - ÖSTERREICH 2:3 (Podgorica, 9. Oktober 2015): Mit dem EM-Ticket in der Tasche legte die ÖFB-Elf eine miese erste Halbzeit hin, in der sie diverse Tugenden vermissen ließ. Nach der Pause riss man sich am Riemen, konzentrierte sich und feierte einen Last-Minute-Sieg. Immerhin. NOTE 3.

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#34 ÖSTERREICH - LIECHTENSTEIN 3:0 (Wien, 12. Oktober 2015): Das Spiel war wurscht, es zählte nur die Party. Fürs Protokoll die Torschützen: Arnautovic (12.), Janko (54., 57.). Ohne ihre Tore wäre das Fest womöglich weniger rauschend gewesen. NOTE 2.

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#35 ÖSTERREICH - SCHWEIZ 1:2 (Wien, 17. November 2015): Im letzten Länderspiel des Jahres setzte es doch noch die erste Niederlage, und das ausgerechnet gegen Kollers Heimatland. Das erste der beiden Tore von Seferovic fiel unter die Kategorie Slapstick - und weitere sollten in den kommenden Monaten folgen. NOTE 3.

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#36 ÖSTERREICH - ALBANIEN 2:1 (Wien, 26. März 2016): Österreich überrollte die Gäste zu Beginn mit zwei schnellen Toren von Marc Janko und Martin Harnik, danach folgte viel zu viel Leerlauf, sodass die Koller-Elf sogar noch ins Wanken kam. Aber immerhin war es der erste Testspiel-Sieg seit dem 2:1 in Tschechien im Juni 2014. NOTE 3.

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#37 ÖSTERREICH - TÜRKEI 1:2 (Wien, 29. März 2016): Keine schlechte Leistung, aber der kapitale Aussetzer von Goalie Ramazan Özcan zum 1:2 war nicht gerade ein Vorteil für den Spielverlauf. NOTE 4.

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#38 ÖSTERREICH - MALTA 2:1 (Klagenfurt, 31. Mai 2016): Ein Probegalopp nach Schweiz-Trainingslager. Marko Arnautovic und Alessandro Schöpf mit seinem Debüt-Tor machten früh alles klar, danach viel Leerlauf. Der Konzentrationsfehler beim Eigentor von David Alaba war der nächste Slapstick-Gegentreffer und sollte sinnbildlich für das sein, was folgen sollte. NOTE 4.

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#39 ÖSTERREICH - NIEDERLANDE 0:2 (Wien, 4. Juni 2016): Auch die verpatzte Generalprobe für die EURO brachte die Alarmglocken nicht laut genug zum Schrillen. NOTE 4.

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#40 ÖSTERREICH - UNGARN 0:2 (Bordeaux, 14. Juni 2016): In dieser Partie ging alles, wirklich alles, schief. Der Anfang vom EURO-Ende. NOTE 5.

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#41 PORTUGAL - ÖSTERREICH 0:0 (Paris, 18. Juni 2016): Das verunsicherte ÖFB-Team zittert sich mit großem Einsatz, ebenso großem Glück und einem Cristiano Ronaldo in Spendierlaune zu seinem einzigen EM-Punkt. Eine Ausnahmeleistung von Goalie Robert Almer hebt die Note. NOTE 4.

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#42 ISLAND - ÖSTERREICH 2:1 (Paris, 22. Juni 2016): Das Dreierketten-Experiment vor der Pause ging schief. Bis auf Alessandro Schöpf hatte auch kein ÖFB-Kicker sein Visier richtig eingestellt. Auf der "Haben-Seite" steht, dass die zweite Halbzeit die beste beim Turnier war. Aber mehr Pflichtsieg wäre nicht gegangen, deshalb ein gefühlter Tiefpunkt. NOTE 5.

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#43 GEORGIEN - ÖSTERREICH 1:2 (Tiflis, 5. September 2016): Tiflis ist ein hartes Pflaster. Das ÖFB-Team meisterte diese Aufgabe bis auf eine holprige Schluss-Viertelstunde letztlich souverän und fühlte sich nach der verpatzten EURO wieder auf Kurs. Ein Irrtum. Die Partie ging übrigens als Markus Suttners einziges Pflichtspiel von Beginn an in Österreichs Fußball-Geschichte ein. NOTE 2.

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#44 ÖSTERREICH - WALES 2:2 (Wien, 6. Oktober 2016): Koller überraschte mit Kevin Wimmer als Linksverteidiger, der bei einem Eigentor Pech hatte. Dumme Gegentreffer egalisierte ein Marko Arnautovic in Überform mit einem Doppelpack. Die Partie bot Licht und Schatten, daher: NOTE 3.

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#45 SERBIEN - ÖSTERREICH 3:2 (Belgrad, 9. Oktober 2016): In der Offensive eine ansprechende Leistung, man hätte mehr Tore erzielen können. Aber in der Rückwärtsbewegung war das teils stümperhaft. Auswärts solche Tore zu kassieren, ist nur schwer verständlich. NOTE 4.

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#46 ÖSTERREICH - IRLAND 0:1 (Wien, 12. November 2016): Der "Kniefall" von Kevin Wimmer, der als Linksverteidiger einmal mehr unglücklich agierte, leitete diese bittere Heim-Pleite ein. Nach vorne hin agierte das ÖFB-Team viel zu ideenlos. NOTE 5.

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#47 ÖSTERREICH - SLOWAKEI 0:0 (Wien, 15. November 2016): Die B-Elf des ÖFB legte einen Langeweiler hin. Ein mühsamer Test, der unterm Strich nur für Debütanten wie Andreas Lukse, Michael Madl oder Stefan Stangl von großem Wert ist. NOTE 4.

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#48 ÖSTERREICH - MOLDAWIEN 2:0 (Wien, 24. März 2017): Koller setzte auf eine Dreierkette, seine Schützlinge auf Geduld. Dank zweier Tore in der Schlussphase wird die Pflicht letztlich erfüllt. Zwar glanzlos, aber nur die drei Punkte zählen. NOTE 3.

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#49 ÖSTERREICH - FINNLAND 1:1 (Innsbruck, 28. März 2017): Die erste Halbzeit geht mit der Dreierkette ziemlich daneben, nach der Pause bringen die Rückkehr zum 4-2-3-1 und Joker Marko Arnautovic Schwung. Alles in allem ein biederer Test. NOTE 4.

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Ein gut moderierter Lehrgang garantiert kein erfolgreiches Spiel. Das ist ein Faktum. Aber eine gute Vorbereitung erhöht zumindest die Hoffnung, dass die Wahrscheinlichkeit auf Selbstfaller wie im Herbst gesunken ist – damals war die ÖFB-interne Lähmung vor, während und nach den jeweiligen Camps gerade zu greifbar. Dieses ungute Gefühl fehlt derzeit Gott sei Dank.

Oder wie es Koller trotz des oftmaligen Hinweises auf die starke Vorbereitung ausdrückt: „Vielleicht ist Irland glücklicher und wird gewinnen. Vielleicht sind wir glücklicher und werden gewinnen, das wissen wir noch nicht. Aber wir wissen, dass wir liefern sollten.“

Man darf durchaus hoffen, dass die ÖFB-Erneuerung nicht zu spät eingesetzt hat, der Druck nicht schon zu groß ist und diverse Abgesänge zu voreilig gesungen wurden.

Zu 50. Geburtstagen stößt man gerne „auf die nächsten 50 Jahre“ an. Weitere 50 Länderspiele unter Marcel Koller wird es zu 99,9 Prozent nicht geben. Meine Prognose lautet, dass seine Amtszeit so oder so mit dieser Kampagne endet, also auch im Falle einer Teilnahme an der WM.

Dass er es sich verdienen würde, den bestmöglichen Abschied zu bekommen, steht ohnehin außer Frage. Wichtig wäre aber vor allem, dass er noch (um einiges) mehr als dieses eine Länderspiel bestreiten darf, sprich Österreich mit Punkten im Gepäck zurück nach Wien reist.

Dies wäre wohl im Sinne aller Beteiligten kein Fehler – der Spieler, der Betreuer, der Fans, der Öffentlichkeit, der Entscheidungsträger im ÖFB, der Möchtegern-Entscheidungsträger im ÖFB (okay, ich korrigiere auf fast alle Möchtegern-Entscheidungsträger) und nicht zuletzt Koller selbst.

Alle Debütanten in der Teamchef-Ära von Marcel Koller in der LAOLA1-Zeitreise:

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ROBERT ALMER - 15. November 2011: Ukraine - Österreich 2:1 - 33 Länderspiele/0 Tore

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MARKUS SUTTNER - 29. Februar 2012: Österreich - Finnland 3:1 - 20/0

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GUIDO BURGSTALLER - 29. Februar 2012: Österreich - Finnland 3:1 - 10/0

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HEINZ LINDNER - 1. Juni 2012: Österreich - Ukraine 3:2 - 10/0

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PATRICK BÜRGER - 1. Juni 2012: Österreich - Ukraine 3:2 - 2/0

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MARCEL SABITZER - 5. Juni 2012: Österreich - Rumänien 0:0 - 27/4

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ANDREAS WEIMANN - 12. Oktober 2012: Kasachstan - Österreich 0:0 - 14/0

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MARTIN HINTEREGGER - 19. November 2013: Österreich - USA 1:0 - 24/1

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LUKAS HINTERSEER - 19. November 2013: Österreich - USA 1:0 - 12/0

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PHILIPP ZULECHNER - 19. November 2013: Österreich - USA 1:0 - 1/0

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KEVIN WIMMER - 19. November 2013: Österreich - USA 1:0 - 8/0

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STEFAN ILSANKER - 30. Mai 2014: Österreich - Island 1:1 - 23/0

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VALENTINO LAZARO - 30. Mai 2014: Österreich - Island 1:1 - 7/0

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MICHAEL LIENDL - 3. Juni 2014: Tschechien - Österreich 1:2 - 1/0

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MARCO DJURICIN - 27. März 2015: Liechtenstein - Österreich 0:5 - 2/0

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KARIM ONISIWO - 17. November 2015: Österreich - Schweiz 1:2 - 2/0

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FLORIAN KAINZ - 17. November 2015: Österreich - Schweiz 1:2 - 1/0

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ALESSANDRO SCHÖPF - 26. März 2016: Österreich - Albanien 2:1 - 12/2

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MICHAEL GREGORITSCH - 5. September 2016: Georgien - Österreich 1:2 - 2/0

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LOUIS SCHAUB - 6. Oktober 2016: Österreich - Wales 2:2 - 2/0

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ANDREAS LUKSE - 15. November 2016: Österreich - Slowakei 0:0 - 1/0

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MICHAEL MADL - 15. November 2016: Österreich - Slowakei 0:0 - 1/0

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STEFAN STANGL - 15. November 2016: Österreich - Slowakei 0:0 - 1/0

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FLORIAN GRILLITSCH - 28. März 2017: Österreich - Finnland 1:1 - 1/0

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STEFAN LAINER - 28. März 2017: Österreich - Finnland 1:1 - 1/0

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Textquelle: © LAOLA1.at

Teamchef Koller will in Irland keine Trainingsweltmeister

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