Ein Sieg für Liegl

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Es gab wenigstens einen unumstrittenen Sieger

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The Show must go on. Um jeden Preis.

War das Tournee-Springen in Innsbruck unfair? Selbstverständlich.

Kommt es überraschend, dass der Wettkampf am Bergisel trotz der widrigen Windverhältnisse gnadenlos und schwer am Rande der Regularität durchgepeitscht wurde? Selbstverständlich nicht.

Dass Skispringen ein Freiluft-Sport ist, ist nicht nur die am öftesten bemühte Floskel in diesem Genre, sondern bringt auch von allen akzeptierte Begleiterscheinungen mit sich.

Im Rahmen der Vierschanzentournee kommen im Vergleich zu „normalen“ Weltcup-Springen weitere Faktoren hinzu: Sponsoren, Geld, TV-Quote, noch größere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Das setzt Veranstalter wie Verantwortliche unter Druck.

Kurzum: Wenn irgendwie möglich haben die vier Konkurrenzen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen stattzufinden.

Dass die Ambitionen von Stefan Kraft auf einen erneuten Tournee-Sieg einen schweren Rückschlag erlitten haben, ist so gesehen Pech und nichts anderes. Beklagen muss man dies nicht zwingend, er hätte ja auch eine günstige Windböe erwischen können. So ist das eben in einer Lotterie.

Ob sich Gewinner Daniel-Andre Tande als Sieger restlos glücklich fühlt, wenn er vom Unglück seiner größten Rivalen profitiert, sei dahingestellt.

Einen unumstrittenen Sieger hatte der Bergisel zumindest in meinen Augen aber dennoch zu bieten: Florian Liegl.

Das werden vielleicht nicht alle so sehen.

Der Coach der nationalen ÖSV-Gruppe verweigerte seinem Schützling Stefan Huber die Freigabe für seinen Sprung, weil er die Verhältnisse als zu gefährlich betrachtete.

Es braucht fraglos Mut, sich derart öffentlich gegen Entscheidungen der Jury zu stellen - so bitter dies für seinen Athleten sein mag, der viel Trainingsarbeit investiert hat, um vor heimischem Publikum im seltenen Rampenlicht stehen zu dürfen.

Aber schön, dass das Hirn manchmal finanzielle Interessen aussticht. Die Show muss nicht immer um jeden Preis weitergehen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Kraft nach Chaos-Springen: "Es war ein Scheiß-Tag"

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