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WM-Gold-Coup von US-Amerikaner - Gall gibt vorzeitig auf

Der müde Kletterspezialist findet auf dem Klassikerkurs nie ins Rennen und steigt fünf Runden vor Schluss aus. Der neue Weltmeister ist eine Überraschung.

WM-Gold-Coup von US-Amerikaner - Gall gibt vorzeitig auf Foto: © IMAGO / Sirotti
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Der US-Amerikaner Brandon McNulty hat die Topfavoriten im Rad-WM-Straßenrennen düpiert.

Der 28-Jährige triumphiert am Sonntag in Montreal nach 273 km und 3.600 Höhenmetern 13 Sekunden vor dem Australier Michael Matthews und Ex-Weltmeister Mathieu van der Poel aus den Niederlanden.

Felix Großschartner belegt Rang 54. Felix Gall gibt zwei Wochen nach seinem dritten Platz bei der Vuelta frühzeitig auf. Auch der gesundheitlich angeschlagene Patrick Konrad erreicht auf dem anspruchsvollen Klassikerkurs wie der Großteil des Feldes nicht das Ziel.

Top-Favoriten schwer geschlagen

McNulty sorgt in Abwesenheit des verletzungsbedingt fehlenden Titelverteidigers Tadej Pogacar dafür, dass das begehrte Regenbogentrikot auch 2027 im UAE-Team bleibt.

Zu den großen Geschlagenen gehört als Zwölfter Doppel-Olympiasieger und Zeitfahrweltmeister Remco Evenepoel, der als heißester Goldtipp gegolten hat.

Sein belgischer Landsmann Wout van Aert (28.) geht wie Frankreichs im Finale von Krämpfen geplagter Jungstar Paul Seixas (15.) ebenfalls leer aus.

Vierter US-Weltmeister

McNulty setzt 33 km vor dem Ziel aus der Spitzengruppe heraus die entscheidende Attacke. Danach schmilzt sein Vorsprung zwischenzeitlich gefährlich zusammen, der Vierte des WM-Zeitfahrens rettet sich aber vor den Verfolgern ins Ziel.

Der ehemalige Junioren-Zeitfahrweltmeister, ansonsten wie Großschartner oft als Helfer von Pogacar im Einsatz, sorgt für den vierten WM-Sieg eines US-Amerikaners.

Zuletzt hatte 1993 der spätere Dopingsünder Lance Armstrong gewonnen, Greg LeMond war 1983 und 1989 erfolgreich. "Ganz ehrlich, mir fehlen die Worte. Ich wusste, dass etwas gehen kann, aber heute ist ein Wunder passiert", sagt McNulty.

Müder Gall chancenlos

Gall hält sich nach der flachen Anfahrt auf dem Klassiker-Rundkurs bereits früh am Ende des Hauptfeldes auf. 105 km vor dem Ziel verliert der Kletterspezialist endgültig den Anschluss. Fünf Runden vor Schluss steigt er schließlich aus.

"Ich bin nie wirklich ins Rennen reingekommen, das ist natürlich sehr schade. Ich habe es nicht mehr wirklich geschafft, die Spannung aufzubauen und den Fokus zu finden", sagt Gall und verweist auf die fordernde Spanien-Rundfahrt.

"Ich war extrem müde nach der Vuelta, die ganze Saison war extrem kräftezehrend. Ich bin dann auch ein bisschen krank geworden."

Positive Saisonbilanz

Seine Saisonbilanz mit den Podestplätzen in Spanien und beim Giro d'Italia sei aber natürlich positiv.

"Ich habe extrem viel investiert und bin dafür auch belohnt worden. Ich bin natürlich sehr zufrieden und glücklich, ich merke aber auch, dass ich von meinem Körper sehr viel verlangt habe. Ich freue mich jetzt auf ein paar erholsame Wochen", sagt Gall, der von Decathlon zu Lidl-Trek wechseln wird.

Die WM-Teilnahme war für den selten bei Eintagesrennen antretenden Osttiroler so etwas wie ein Probelauf für kommendes Jahr. Denn 2027 wartet im französischen Sallanches ein für ihn deutlich besser geeigneter WM-Kurs mit satten 5.700 Höhenmetern.

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