"Ich bewerte immer den Verein ganzheitlich. Das Flaggschiff sind natürlich die Profis, dem gehört alles untergeordnet. Das Wichtigste ist für uns jetzt, das alles auf Schiene zu bekommen. Die Situation hat es jetzt einfach notwendig gemacht."
Erfahrung und Stabilität in den Akademiemannschaften hätten Takacs als Uhlig-Ersatz letztendlich alternativlos gemacht. "Für uns war es keine Option, in dieser Situation jemanden aus der Akademie zum Young-Violets-Trainer zu machen. Die Teams sind gut unterwegs und von daher war es keine Option, da irgendwas zu verändern."
Dauerlösung oder Winter als Deadline?
Tatsächlich kennt Takacs die Rolle als Akademieleiter und "Feuerwehrmann" schon gut. Zwischen November 2021 und Sommer 2022 erfüllte er diese Rolle bei den OÖ Juniors in der 2. Liga, ehe er in Wien-Favoriten anheuerte.
Vorstellbar, dass er erneut acht Monate - oder sogar länger - in Doppelrolle fungiert? "Auch wenn mir der Trainerjob in den nächsten Wochen wieder extrem taugt: Ich bin als Akademieleiter eigentlich in einer Managementrolle tätig. Es wird über den Winter hinaus definitiv andere Lösungen geben. Aber solange Max Uhlig in der ersten Mannschaft interimistisch tätig ist, werden wir auch die Young-Violets-Position so behandeln."
Trainerförderung als Credo
Dass aus der Übergangslösung eine dauerhafte wird, widerspreche ohnehin der verinnerlichten Philosophie. "Der Verein und ich haben immer Pläne, wie wir Spieler, aber auch Trainer entwickeln wollen. Ähnlich ist es mit Max passiert, der hier sein Fundament gelernt und sich weiterentwickelt hat. Ähnlich spannende Trainer haben wir im Akademiebereich. Da nehme ich mich eher zurück."
Bis zur Winterpause wird es dennoch Takacs sein, der - parallel zum Job des Akademieleiters - die überraschend starken Violets trainiert. Wie hält man da die Balance?
Takacs verweist auf das Kollektiv: "Natürlich, mit einem Trainerjob kommt eine sehr arbeitsintensive Aufgabe dazu. Wir haben ein richtig gutes Trainerteam. Thomas Salamon ist geblieben, Philipp Stein hat extrem viel Erfahrung im Bereich Analyse. Daniel Gangl hat als Sportwissenschaftler auch bei den Profis sehr viel Erfahrung gesammelt. Wir sind guter Dinge, dass wir einen guten Job machen werden."