Rudern: ÖRV reist mit Mini-Team zur WM in Amsterdam
Für die bevorstehende Ruder-WM wurde Julian Schöberl aufgrund seines nur 17. EM-Platzes nicht nominiert. Insgesamt gehen drei Aktive in der niederländischen Hauptstadt an den Start.
Mit nur drei Aktiven nimmt der österreichische Ruderverband (ÖRV) die von Montag bis Sonntag angesetzten Weltmeisterschaften in Amsterdam in Angriff.
Julian Schöberl wurde aufgrund seines nur 17. EM-Platzes nicht nominiert, wie vor drei Wochen in Varese sind Laura Swoboda/Lara Tiefenthaler im Doppel-Zweier mit dem Ziel B-Finale sowie Konrad Hultsch im leichten Männer-Einer in den Niederlanden dabei. Tiefenthaler und Hultsch treten auch gemeinsam im Mixed-Doppelzweier an.
Swoboda/Tiefenthaler sind in Italien Zweite des B-Finales und damit EM-Achte geworden. "Sicher ein guter Schritt", merkt Tiefenthaler auf APA-Anfrage an.
"Wir hatten sehr solide Rennen, uns fehlten aber in dem sehr engen Feld ein paar Sekunden, um ins Finale zu fahren." Es sei wichtig gewesen, für die WM-Vorbereitung die Schlüsse daraus und den Fokus neu zu legen.
Am Montag (17.19 Uhr) soll es ins Semifinale gehen. "Das wird bei dieser Dichte unsere besten Rennen brauchen. Die Vorbereitung macht aber richtig Lust darauf zu sehen, wie schnell wir sein können."
Coach erwartet Fingerzeig in Richtung LA 2028
ÖRV-Cheftrainer Kurt Traer wäre ebenso mit einer Teilnahme am B-Finale zufrieden, da das ein guter Fingerzeig in Richtung Olympia-Quotenplatz wäre. Denn nächstes Jahr werden bei den Weltmeisterschaften zehn Quotenplätze für Los Angeles 2028 vergeben.
Für Hultsch wiederum ist die WM der absolute Höhepunkt, da keine der leichten Klassen mehr olympisch ist. Auf der Nennliste in seiner Klasse stehen 18 Konkurrenten, in Varese war Hultsch EM-Vierter. Seine Renntage sind Montag und Mittwoch, am Samstag geht es mit Tiefenthaler ins Mixed.
"Das wurde im Vorjahr von der FISA (Weltverband, Anm.) neu eingeführt, um den Sport attraktiver zu machen", erklärt Traer im APA-Gespräch.
Schöberl verpasst WM
Auch im Achter wird nun ein Mixed gefahren. "Wir starten bei der WM, um das zu probieren." Einige Trainings habe das ÖRV-Duo gemeinsam absolviert, es ist laut Traer nicht so schlecht gelaufen.
Tiefenthaler: "Wir gehen ohne große Erwartungen an die Rennen heran. Es wird sicher aufregend, in einem Mixed Boot am Start zu stehen und ich bin sehr gespannt auf die Rennen." Um die Medaillen geht es da am EM-Schlusstag.
Schöberl nimmt indes bereits die nächste Saison ins Visier, nachdem er heuer vom Achter für Oxford auf der Londoner Themse mit Lorenz Lindorfer in den Doppelzweier gestiegen ist, ehe ihm nur noch der Einer blieb.
Das deshalb, da Lindorfer aus dem gemeinsamen Projekt ausgestiegen ist und mit seiner Trainerin vom Vorjahr auf den Einer umsattelte.
Traer: "Das ist absolut in Ordnung. Wir unterstützen ihn dabei. Er muss dann beweisen, dass er die Leistung hat." Gut möglich daher, dass es nächstes Jahr zwischen Schöberl und Lindorfer ein Duell um einen Olympia-Quotenplatz gibt.