Mbappe: Wie weit waren die Topstars mit 19 Jahren?

Mbappe: Wie weit waren die Topstars mit 19 Jahren? Foto: © getty
 

Das französische Top-Talent Kylian Mbappe verzückt die Fußballwelt. Mbappe hat im zarten Alter von 19 Jahren, 42 Wochen und 6 Tagen bereist mehr geleistet als andere Fußballer in ihrer gesamten Karriere.

Doch wie weit waren andere Topstars der letzten 20 Jahre in genau diesem Alter? Wie schneidet der Stürmer von Paris Saint-Germain im Vergleich mit Weltstars wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Neymar und Brasiliens Topstürmer Ronaldo ab?

LAOLA1 macht den großen Check:

Kylian Mbappe

Als der damals gerade mal 16-jährige Kylian Mbappe, am 2. Dezember 2015 beim 1:1 gegen SM Caen, zum ersten Mal für die Profimannschaft des AS Monaco auflief, wusste man bereits, dass er ein riesen Talent ist.

Dass der in einem Vorort von Paris aufgewachsene Mbappe sich nach etwas mehr als drei Jahren später bereits zweifacher französischer Meister, Pokalsieger und Fußball-Weltmeister nennen darf, hat wohl niemand für möglich gehalten.

Mit seinem ersten Liga-Treffer im Alter von 17 Jahren und 2 Monaten kürte er sich zudem zum jüngsten Torschützen in der Geschichte des AS Monaco und löste somit sein Idol Thierry Henry ab, der den Rekord zuvor innehatte.

Im August 2017 sorgte Mbappe mit seinem Wechsel zu Ligakonkurrent Paris Saint-Germain für Aufsehen. Zunächst wurde er bloß für ein Jahr ausgeliehen, doch eine Saison später löste PSG die Kaufoption und machte Mbappe mit 180 Millionen Euro zum zweitteuersten Transfer der Fußball-Geschichte.

Bei der Weltmeisterschaft 2018 war der Jungstar dann Stammspieler Frankreichs und wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum Titel. Insgesamt steuerte der Stürmer vier Tore und eine Vorlage bei. Mit seinem Tor beim 4:2 Finalsieg gegen Kroatien machte er sich zum jüngsten Torschützen in einem WM-Finale seit dem Brasilianer Pele im Jahr 1958. Zudem wurde er nach dem Finale zum besten U21-Spieler des Turniers gewählt.

Vergleich der Spiele (Spielminuten):

Meisterschaft Nationaler Pokal Kontinentaler Pokal Nationalteam Gesamt
Kylian Mbappe 73 (4.363) 17 (1.425) 20 (1.394) 25 (1.688) 136 (8.941)
Neymar 85 (6.157) (*) 13 (1.133) 15 (1.256) 113 (8.546)
Cristiano Ronaldo 69 (3.715) 6 (513) 12 (758) 18 (1.177) 105 (6.163)
Lionel Messi 50 (2.988) 5 (419) 12 (797) 14 (592) 81 (4.796)
Ronaldo 46 (3.837) 4 (*) 7 (603) 3 (177) 60 (4.617)

* Aufgrund von unzuverlässigen Datenquellen in Brasilien waren wir dazu gezwungen, bei Neymar und Ronaldo auf einige wenige Daten, vor allem im nationalen Pokal-Bereich, zu verzichten, um keine verfälschten Daten anzugeben. Außerdem haben wir aus dem gleichen Grund davon Abstand genommen, Ronaldos erste Saison bei Cruzeiro in den Tabelle miteinzuberechnen.

Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo begann seine Profi-Karriere in seiner Heimat Portugal bei Sporting Lissabon. Im Alter von 17 Jahren konnte er in seinem erst zweiten Meisterschaftsspiel für Sporting Lissabon bereits doppelt treffen.

Im August 2003 holte ihn Sir Alex Ferguson für 19 Millionen Euro zu Manchester United, wo ihm sein großer Durchbruch gelingen sollte. Er etablierte sich rasch zum Stammspieler und einer der schillerndsten Figuren der Premier League.

Eine bittere Pille hatte er allerdings schon in jungen Jahren zu schlucken. Bei seinem ersten großen Turnier mit der portugiesischen Nationalmannschaft 2004, im Alter von 19 Jahren, durfte er gleich einmal an einer Heim-Europameisterschaft teilnehmen. Portugal gelang ein Lauf - bis ins Endspiel schaffte man es, wo man sich allerdings Underdog Griechenland geschlagen geben musste.

Ronaldo wurde später zum Weltstar. Mit Manchester United holte er sich unter anderem drei englische Meisterschaften und die UEFA Champions League im Jahr 2008. Es sollten zwei Mega-Transfers zu Real Madrid 2009 und Juventus Turin 2018 folgen.

Mit den Madrilenen gewann gewann Ronaldo etliche weitere Titel, wie zum Beispiel die Champions League in drei aufeinanderfolgenden Saisonen. Bei einem seiner größten Triumphe der jüngsten Vergangenheit stand Ronaldo verletzungsbedingt gar nicht mehr auf dem Platz - beim historischen Euro-Sieg Portugals im Jahr 2016.

Während seiner noch laufenden Karriere wurde Cristiano Ronaldo insgesamt fünfmal zum Weltfußballer gekürt.

Vergleich der Tore (durch Elfmeter):

  Meisterschaft Nationaler Pokal Kontinentaler Pokal Nationalteam Gesamt
Kylian Mbappe 37 (0) 9 (0) 12 (0) 10 (1) 58 (1)
Ronaldo 42 (6) 3 (*) 9 (2) 2 (0) 56 (8)
Neymar 40 (8) (*) 6 (0) 8 (1) 54 (9)
Lionel Messi 21 (0) 3 (0) 2 (0) 4 (0) 28 (0)
Cristiano Ronaldo 8 (0) 2 (0) 0 (0) 7 (0) 17 (0)

Lionel Messi

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Lionel Messi ist - ohne jeden Zweifel - einer der besten Fußballer aller Zeiten. Doch als 14-Jähriger war er nichts weiter als ein Junge mit Wachstumsstörungen, der von argentinischen Mannschaften verstoßen wurde. Also ging er zum FC Barcelona und der Rest ist Geschichte.

Am 16. Oktober 2004 gab der Argentinier im Stadt-Derby gegen Espanyol sein Debüt für die Kampfmannschaft des FC Barcelona. Zu Anfang war es noch schwer für Messi zu Spielzeit zu bekommen. Die Offensive war stark besetzt mit Weltstars wie Ronaldinho und Samuel Eto'o.

Messi kam immer wieder von der Bank und überzeugte mit starken Leistungen. Zudem war er 2006 Teil des Kaders der argentinischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft, wo er ein Tor schießen konnte. Sein großer internationaler Durchbruch war wohl im El Clasico 2007 gegen Real Madrid als er als 19-Jähriger alle drei Tore der Katalanen erzielte.

Am Champions-League-Triumph Barcelonas 2006 hatte er, auch aufgrund von Verletzungen, keinen großen Anteil. Dafür war er bei den bei den Titeln in den Jahren 2009, 2011 und 2015 das "Um-und-Auf" des katalanischen "Tiki Taka". Gleich fünfmal wurde der Agentinier in diesen Jahren zum Weltfußballer gewählt.

Seine Vereinskarriere mit dem FC Barcelona ist eine von Erfolg gekrönte, doch mit der Nationalmannschaft wartet er noch immer auf einen Titel. Drei Finalniederlagen hintereinander, darunter auch das WM-Finale 2014, lassen eine schwarze Wolke über seiner Team-Karriere hängen.

Vergleich der benötigten Spielminuten pro Tor:

  Meisterschaft Nationaler Pokal Kontinentaler Pokal Nationalteam Gesamt
Ronaldo 91' (*) 65' 89' 61'
Kylian Mbappe 118' 175' 113' 169' 148'
Lionel Messi 123' 112' 266' 148' 162'
Neymar 154' (*) 189' 157' 167'
Cristiano Ronaldo 464' 257' ohne Tor 168' 412'

Neymar

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Der brasilianische Superstar ist Freund und Teamkollege von Kylian Mbappe bei Paris Saint-Germain. Gemeinsam sind sie das teuerste Sturmduo der Welt.

Auch Neymar konnte in seinen jungen Jahren bereits für viel Furore in der brasilianischen Serie A sorgen. Im Jahr 2009 debütierte er für die erste Mannschaft seines Ausbildungsvereins FC Santos.

Er wurde bereits früh als Nachfolger für große brasilianische Stars wie Ronaldo, Ronaldinho oder Kaka gehandelt. Gleich in seinem ersten Spiel für die Selecao 2010, in einem Freundschaftsspiel gegen die USA, konnte er sich in die Schützenliste eintragen.

Zudem war Neymar maßgeblich am Sieg der Copa Libertadores, das südamerikanische Equivalent zur UEFA Champions League, beteiligt. Auf dem Weg zum Titel steuerte er sechs Tore in 13 Spielen bei.

Im Jahr 2013 wechselte der Brasilianer zum FC Barcelona. Gemeinsam mit Lionel Messi und Luis Suarez bildete er jenes Trio, das Barca zum Champions-League-Triumph führen sollte.

2017 machte Paris-Saint-Germain mit einer enormen Tranfer-Offerte von 222 Millionen Euro ernst und machte Neymar somit zum teuersten Fußballer in der Geschichte des Sports.

Vergleich aller Titel auf Profi-Ebene:

Meisterschaft Nationaler Pokal Kontinentaler Pokal Nationalteam Gesamt
Kylian Mbappe Meister (2017,2018) Französischer Pokal (2018), Ligapokal (2018), Superpokal (2018) Weltmeister (2018) 6
Lionel Messi Meister (2005,2006) Superpokal (2006, 2007) Champions League (2006) 5
Ronaldo Brasilianischer Pokal (1993), Holländischer Pokal (1996) Weltmeister (1994) 3
Neymar Brasilianischer Pokal (2010) Copa Libertadores (2011) 2
Cristiano Ronaldo Portugiesischer Superpokal (2002), FA Cup (2004) 2

Ronaldo

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"El Fenomeno" spielte bis zum seinem 15. Lebensjahr fast ausschließlich Futsal. Sein Umstieg auf das "normale" Fußballfeld kam verhältnismäßig spät. 1993 wechselte er zum brasilianischen Serie-A-Klub Cruzeiro Belo Horizonte, wo er sofort überzeugen konnte.

Der junge Stürmer schaffte es sogar in dem Kader der brasilianischen Nationalmannschaft für die WM 1994. Ronaldo blieb über das ganze Turnier ohne Einsatz, kann sich seitdem jedoch Weltmeister nennen, da sich Brasilien im Finale gegen Italien im Efmeterschießen durchsetzen konnte.

Europäische Klubs wurden auf ihn aufmerksam und so konnte sich PSV Eindhoven die Dienste des damals 17-jährigen Weltmeisters sichern. In seiner ersten Saison wurde er bereits mit großem Abstand Torschützenkönig der Eredivisie.

Ronaldo spielte zu einer Zeit in Eindhoven, als die holländische Eredivisie international hoch angesehen war. Unter anderem war Ajax Amsterdam Mitte der 90er zweimal in Folge im UEFA-Champions-League-Finale.

1995 folgte der große Wechsel zum FC Barcelona, wo ihm der endgültige internationale Durchbruch gelang. Noch im selben Jahr, im Alter von 20 Jahren, wurde er zum ersten Mal zum Weltfußballer gekrönt.

"El Fenomeno" war die nächsten Jahre lang der gefährlichste und treffsicherste Stürmer der Welt. Ronaldo wechselte in seiner Karriere noch zu internationalen Top-Klubs wie Inter Mailand, Real Madrid sowie AC Milan und wurde zudem zwei weitere Male zum besten Fußballer der Welt ernannt.

Eine ganz besondere Geschichte verbindet ihn mit Fußball-Weltmeisterschaften. 1994 wurde er noch ohne Einsatz zum Weltmeister, doch vier Jahre später war er der beste Spieler der Welt. Im Finale gegen Frankreich jedoch der Schock! Ronaldo kann nicht spielen - oder doch? Er stand im Finale auf dem Platz, allerdings deutlich geschwächt, nachdem er die Nacht zuvor, aufgrund plötzlicher Schmerzen, im Krankenhaus verbringen musste.

Seine große Krönung sollte dann 2002 stattfinden, als er Brasilien mit acht Toren fast im Alleingang zum WM-Titel schoss. Mit drei weiteren Toren, vier Jahre später in Deutschland, brach er auch noch Gerd Müllers Rekord und wurde mit 15 Treffern zum bis dato erfolgreichsten WM-Torschützen aller Zeiten.

Fazit:

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Kylian Mbappe ist für sein Alter bereits extrem reif. Der 19-jährige Franzose ist ein "Titelhamster" und zudem in jungen Jahren schon einer der besten Stürmer, welche die Fußballwelt zurzeit zu bieten hat.

Die Superstars von heute, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, dominieren die Szene nun schon seit mehr als zehn Jahren. Man kann wohl getrost sagen, dass Mbappe der designierte Nachfolger dieser beiden "Außerirdischen" ist.

Auffallend ist allerdings, dass weder Messi noch Cristiano Ronaldo im Alter von Mbappe annhähernd an die Torquote des Franzosen rankommen. Zur Verteidigung der beiden muss man sagen, dass Messi bloß die halbe Spielzeit eines Mbappe vorzuweisen hat und auch, dass Ronaldo zu Anfang seiner Karriere bei Manchester United mit mehr Defensivaufgaben als zu späteren Zeitpunkten in seiner Karriere betraut war.

Neymar ist der einizige der an die Spielzeit seines derzeitigen Vereinskollegen heran kommt. Auch seine Torquote kann sich durchaus sehen lassen. Ein möglicher vorweisbarer Kritikpunkt ist, dass er "nur" in Brasilien gespielt hat und der Vereinsfußball in Südamerika nicht mit dem Tempo und der Intensität in Europa mithalten kann.

Der einzige der es zahlenmäßig nicht nur mit Mbappe aufnehmen kann, sondern ihn sogar, speziell in der Minuten-pro-Tor-Statistik, in die Schranken weist, ist Ronaldo. Die Zeit des Brasilianers bei PSV Eindhoven war eine höchst erfolgreiche.

Die holländische Liga von damals ist zudem auch vergleichbar mit der französischen Liga von heute. Definitiv nicht die beste Liga Europas, aber allemal im Bereich der Top-5. Ronaldo ist wohl der beste Gradmesser, wenn man Mbappe mit einem der Weltstars in ihren Anfangszeiten vergleichen will.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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