Kein Abseits & Zeitstrafen - 10 neue FIFA-Pläne

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Die Einführung der WM mit 48 Teams soll erst der Anfang gewesen sein.

Marco van Basten, früherer Weltklasse-Stürmer und nun technischer Direktor der FIFA, will mit seinen Ideen den Fußball revolutionieren.

"Wir müssen den Fußball beobachten und immer prüfen, ob und wie wir ihn verbessern können, um das Spiel ehrlicher, dynamischer, interessanter zu machen – ist das, was wir den Zuschauern bieten, gut genug, attraktiv genug", sagt er in der "Sport Bild".

Das sind seine zehn Vorhaben:

Abseits abschaffen

"Das ist jetzt meine persönliche Meinung: Ich bin sehr neugierig, wie Fußball ohne Abseits funktionieren würde. Ich fürchte, viele Leute werden dagegen sein. Ich wäre dafür, denn der Fußball ähnelt inzwischen immer mehr dem Handball: Neun Spieler plus Torwart machen den Strafraum dicht, das ist wie eine Mauer. Ein Durchkommen ist nur sehr schwer möglich. Alle Mannschaften setzen auf die gleiche effektive Taktik: aus einer stabilen Abwehr heraus kontern", sagt van Basten. Ohne Abseits würden die Sütrmer hinter den Verteidigern stehen, die es viel schwerer hätten. "Wenn sie weit nach hinten vor ihr Tor rücken, ergeben sich für die Angreifer mehr Möglichkeiten zu Distanzschüssen. So würde das Spiel attraktiver werden, die Angreifer hätten bessere Chancen, es würden mehr Tore fallen. Das wollen die Fans sehen. Im Feldhockey wurde die Abseitsregel abgeschafft, und es gibt keine Probleme. Die Mannschaften würden sich auch im Fußball anpassen."

Zeitstrafen statt Gelber Karte

Van Basten sagt: "Von einer Gelben Karte für den Gegenspieler hast du als angreifende Mannschaft wenig. Eine Idee ist, die Gelbe Karte durch eine Zeitstrafe von fünf oder zehn Minuten zu ersetzen. Das schreckt ab. Es ist doch schwieriger mit 10 gegen 11, geschweige denn mit 8 oder 9."

Shoot-out statt Verlängerung

Der Plan: "Jede Mannschaft hat fünf Versuche. Der Schiedsrichter pfeift, dann läuft der Spieler aus 25 Metern auf den Torwart zu. Innerhalb von acht Sekunden muss die Aktion abgeschlossen sein. Der Torwart darf den Strafraum nicht verlassen, wenn er pariert, ist es vorbei. Das ist spektakulär für die Zuschauer und interessant für den Spieler. Beim Elfmeterschießen ist in einer Sekunde für ihn alles vorbei, beim Shoot-out hat er mehr Möglichkeiten: Er kann dribbeln, schießen, abwarten, wie der Torwart reagiert – das ähnelt mehr einer typischen Spielsituation."

Effektive Spielzeit in der Schlussphase

Damit will van Basten dem Problem des Zeitschindens beikommen: "Die Zuschauer wollen Action sehen, Tore und Zweikämpfe. Je länger eine Auswechslung, die Ausführung eines Freistoßes oder die Behandlung eines verletzten Spielers dauern, desto mehr Spielzeit geht verloren. Darauf müssen wir scharf achten. Wir diskutieren deshalb auch darüber, die letzten zehn Spielminuten zu einer Periode der effektiven Spielzeit zu machen. (...) In jeder Sekunde dieser zehn Minuten muss der Ball rollen. Denn wenn eine Mannschaft kurz vor Schluss führt, tut sie alles, um Zeit zu schinden, etwa durch Auswechslungen."

Fliegende Wechsel

"Auch darüber diskutieren wir, das ist eine Möglichkeit. Jedoch nur für Jugend-Wettbewerbe. Aber wir müssen dabei auch an den Schiedsrichter denken, er muss immer wissen, wer auf dem Platz steht", sagt der Niederländer.

Mehr als drei Wechsel

Van Basten: "Es gibt als Trainer gute Gründe dafür, aber das würde maximal zwölf Ein- und Auswechslungen bedeuten. Dadurch würde wieder viel Zeit verloren gehen. Wir sprechen auch über ein oder zwei zusätzliche Einwechslungen in der Verlängerung, was ich gut finden würde. (...) Jedoch sollten das Spiel und der Spielfluss nicht darunter leiden und nicht grundlegend verändert werden."

Rudelbildung verhindern

"Es wird sich zu viel über die Schiedsrichter beschwert, auch das kostet Zeit. Es wäre daher eine gute Idee, wenn wie im Rugby nur ein Spieler der Mannschaft – der Kapitän – mit dem Referee sprechen dürfte", glaubt van Basten.

Maximale Anzahl an Fouls

Vorbild Basketball: "Ich habe schon länger die Idee, dass ein Verteidiger wie im Basketball nur fünf Fouls begehen darf, dann muss er das Spielfeld verlassen."

8 gegen 8 statt 11 gegen 11

"Wir sollten im Profifußball bei 11 gegen 11 auf großem Spielfeld bleiben. Aber in der Jugend oder bei Senioren über 45 Jahren wäre 8 gegen 8 auf kleinerem Platz perfekt. Sie hätten öfter den Ball, würden mehr am Spiel teilnehmen, hätten mehr Spaß, auch weil sie weniger rennen müssen", ist sich der 52-Jährige sicher.

Weniger Pflichtspiele pro Jahr

"Wir tun jeden Tag unser Bestes, um noch mehr Geld im Fußball zu generieren. Es gibt aber kein Geld-Problem, es ist schon eine Menge Geld im Fußball. Wir müssen uns auf die Qualität des Spiels konzentrieren. Wir sollten die Anzahl von 80 Saisonspielen auf einem Niveau, das nicht das Höchste ist, auf 50 Spiele auf Top-Niveau senken. Wir müssen den Topstars wie Ronaldo, Messi und Ibrahimovic, die die Fans sehen wollen, helfen, damit sie mental frisch und körperlich fit sind, weil sie weniger Spiele absolvieren müssen. "

Textquelle: © LAOLA1.at

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