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Rodri, Neymar & Co.: Die zehn dreistesten Transfer-Wendungen

Immer wieder gibt es Spieler, die sich im letzten Moment doch noch für einen anderen Verein entscheiden. LAOLA1 zeigt die dreistesten Transfers des Weltfußballs.

Rodri, Neymar & Co.: Die zehn dreistesten Transfer-Wendungen Foto: © IMAGO/Buzzi/Pressinphoto/KI

Der Wechsel von Rodri zum FC Barcelona ist einer der größten Transfer-Coups dieses Sommers.

Nach einer überragenden WM stand lange ein Transfer zu Real Madrid im Raum, denn die "Königlichen" brauchten Verstärkung im defensiven Mittelfeld und der Mittelfeldstratege suchte einen Tapetenwechsel.

Über Wochen zogen sich die Gerüchte, dass der Transfer vor dem Vollzug steht, doch als alle mit der baldigen Verkündung rechneten, kaperte plötzlich der FC Barcelona den Transfer. Pep Guardiola riet dem Ballon-d'Or-Sieger einen Wechsel zu den Katalanen.

Rodri entschied sich für Barca und Real schaute durch die Finger. Am Ende war die Situation bitter für Real, aber es war nicht das erste Mal, dass sich ein Spieler im letzten Moment für einen anderen Verein entschied.

LAOLA1 liefert einen Überblick über zehn der größten gekaperten Transfers der Fußball-Geschichte.

Neymar

Neymar
Foto: ©imago / Marca

Der FC Barcelona funkt Real Madrid bei einem Wunschtransfer dazwischen - das gab es schon einmal.

Laut Real-Präsident Florentino Perez soll Neymar im Sommer 2013 bereits den Medizincheck bei den "Königlichen" absolviert haben. Dennoch wechselt er schlussendlich im selben Sommer nach Barcelona, wo er in den folgenden Jahren gemeinsam mit Lionel Messi und Luis Suarez das gefährlichste Angriffs-Trio der Welt bildete.

Weshalb der Transfer nach Madrid letztendlich scheiterte, da gehen die Meinungen auseinander. Laut Perez habe Real nach undurchsichtigen Ablösemodalitäten Abstand von einem Transfer genommen.

Neymar hingegen behauptete später, dass er von Real einen Blankoscheck bekommen hätte. Dort hätte er sein Wunschgehalt eintragen können, doch der Wechsel zu Barca sei eine Herzensentscheidung gewesen.

Dabei schaute der spanische Rekordmeister bereits zum zweiten Mal durch die Finger. Bereits 2006 war der Brasilianer zu einem Probetraining in Madrid, doch trotz seines damals schon unverkennbaren Talents fühlte er sich als 14-Jähriger noch nicht bereit für einen Wechsel nach Europa.

Alfredo Di Stefano

Alfredo Di Stefano

Bereits in den 50er-Jahren kämpften Real Madrid und der FC Barcelona um einen Spieler. Damals gingen allerdings die "Königlichen" als Sieger des Transferstreits hervor.

Alfredo Di Stefano spielte bis 1953 beim kolumbianischen Klub CD Los Millionarios. Dann wollte sich Barca die Dienste des gebürtigen Argentiniers sichern. Die Katalanen zahlten eine damalige Rekordablöse, allerdings überwiesen sie das Geld nicht nach Kolumbien, sondern nach Argentinien. Denn aus Sicht der Verantwortlichen von Barcelona besaß Di Stefanos Jugendklub River Plate die Transferrechte des Stürmers.

Dieser Umstand rief Real auf den Plan, das ebenfalls eine Ablöse für den "blonden Pfeil" überwies. Das Geld von "Los Blancos" wanderte jedoch auf das Konto der Millionarios. Schlussendlich musste sich der spanische Verband einschalten, welcher zu einem ungewöhnlichen Entschluss kam.

Di Stefano sollte jeweils zwei Jahre in Madrid und zwei Jahre in Barcelona spielen. Mit dieser Entscheidung gaben sich die Katalanen nicht zufrieden. Obwohl Di Stefano bereits Freundschaftsspiele im Trikot der "Blaugrana" absolvierte, nahm man Abstand von der Verpflichtung.

Wieso es schließlich zu der Situation kam, darüber gibt es unzählige Mythen. So soll Barcelona unzufrieden mit Di Stefanos Testspielleistung gewesen sein, aber auch über einen Einfluss vom damaligen spanischen Diktator Francisco Franco wird gemutmaßt.

Di Stefano gewann als Real-Spieler schlussendlich unter anderem acht Mal die spanische Meisterschaft und fünf Mal den Europapokal der Landesmeister, womit er bis heute eine der größten Klub-Legenden aller Zeiten ist.

Zum Karriereende ging es dann schließlich doch noch nach Barcelona, allerdings zu Barcas zweitem Erzrivalen Espanyol Barcelona.

John Obi Mikel

John Obi Mikel
Foto: ©imago sportfotodienst

Nicht nur in Spanien funken Klubs ihren Rivalen im letzten Moment dazwischen. In England verpflichtete der FC Chelsea John Obi Mikel, obwohl dieser bereits auf einer Pressekonferenz von Manchester United präsentiert wurde.

Nachdem der Nigerianer bei der U17-Weltmeisterschaft 2003 auf sich aufmerksam gemacht hatte, luden ihn sowohl die "Blues" als auch die "Red Devils" zu einem Probetraining ein. Bei beiden Klubs konnte Obi Mikel überzeugen, doch da er zum damaligen Zeitpunkt noch nicht 18 war, durfte er nicht in die Premier League wechseln.

Nachdem Obi Mikel 18 wurde, flog United-Trainer Sir Alex Ferguson nach Norwegen, da der Nigerianer damals bei Lyn Oslo unter Vertrag stand. Es konnte eine Vereinbarung erzielt werden und United beraumte noch in Oslo eine Pressekonferenz ein, wo Obi Mikel als Spieler von Manchester United vorgestellt wurde.

"Chelsea sah die Bilder im TV und die Verantwortlichen flippten aus", sagte der Mittelfeldspieler später. Daraufhin wurde er von den Verantwortlichen des FC Chelsea streng geheim nach London eingeflogen und in einem Haus versteckt. Gerüchte kamen auf, dass Mikel gekidnappt worden sei.

Doch nach ein paar Tagen trat er wieder in die Öffentlichkeit und gab an, dass er zu einer Unterschrift bei United gedrängt worden sei und dass er künftig für Chelsea spielen wolle.

United brachte daraufhin eine Beschwerde bei der FIFA ein. Doch Chelsea wollte kein Urteil abwarten, dennoch dauerte es fast ein Jahr, bis man zu einer Einigung kam. 4,5 Millionen Euro überwies man als Ablöse nach Norwegen und 13,5 Millionen Euro bezahlte man an United als Entschädigung.

Das Geld sollte sich schlussendlich dennoch lohnen. Der Nigerianer spielte elf Jahre an der Stamford Bridge, dabei gewann er unter anderem die Champions League und zwei Mal die englische Meisterschaft.

Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo
Foto: ©IMAGO / Sebastian Frej

Auch Cristiano Ronaldo musste sich im hohen Alter noch einmal zwischen zwei Rivalen entscheiden. 2021 wollte der Portugiese Juventus Turin verlassen.

Mehrere Vereine sollen Interesse bekundet haben, aber ausgerechnet Manchester City soll sich am intensivsten um den fünffachen Ballon-d'Or-Sieger bemüht haben.

"Es war knapp. Das war ein Thema, über das viel gesprochen wurde, und Guardiola hat gesagt, dass sie sich sehr bemüht haben, mich zu verpflichten", sagte Ronaldo später in einem Interview.

Doch CR7 bekam einen Anruf von Sir Alex Ferguson, seinem ehemaligen Trainer bei Manchester United. Dieser soll zu Ronaldo gesagt haben: "Es ist unmöglich, dass du zu Manchester City gehst."

Ronaldo akzeptierte die Worte der Trainer-Legende und so kam es schließlich zur Rückkehr ins Old Trafford. Sonderlich von Erfolg geprägt war seine zweite Ära in Manchester jedoch nicht.

Nachdem er in seiner ersten Saison noch starke 18 Premier-League-Tore lieferte, spielte er im zweiten Jahr nur noch eine untergeordnete Rolle. So ging es im Winter dann schließlich nach Saudi-Arabien.

Malcom

Malcom
Foto: ©imago / Icon SMI

Ein weiteres Mal, dass der FC Barcelona einen Spieler in letzter Sekunde überzeugen konnte, war 2018 bei Malcom.

Der Brasilianer stand eigentlich kurz vor einem Transfer von Girondins Bordeaux zur AS Roma, beide Parteien einigten sich auf einen Deal in Höhe von 32 Millionen Euro.

Der Vertrag war ausgehandelt, die Klubs verkündeten den Transfer auf Social Media und Malcom soll bereits am Flughafen gewesen sein, um in die italienische Hauptstadt zu reisen. Doch dann meldeten sich die Katalanen.

Sie boten 41 Millionen Euro für den Flügelspieler, Bordeaux stimmte dem Transfer zu, der Flug nach Rom wurde gecancelt und Malcom wurde offiziell als Spieler des FC Barcelona vorgestellt.

Im Nachhinein sprach sein Berater von "Rache", denn ein anderer Klient von ihm sollte früher im selben Sommer ebenfalls zu den "Giallorossi" wechseln, doch die Verantwortlichen der Roma fädelten den Deal schlussendlich mit einem anderen Berater ein.

Trotz des spektakulären Wechsels sollte Malcom nie so richtig im Trikot der "Blaugrana" einschlagen. In seiner einzigen Saison erzielte er gerade mal vier Tore und nach nur einem Jahr wechselte er für die selbe Summe nach Russland zu Zenit St. Petersburg.

Paul Gascoigne

Paul Gascoigne
Foto: ©imago sportfotodienst

Paul Gascoigne war einer der schillerndsten Fußballer in England gegen Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre.

Nachdem "Gazza" bei seinem Jugendklub Newcastle United immer besser wurde und sich zu einem der vielversprechendsten Spieler Englands entwickelte, stand 1988 ein großer Wechsel an.

Der Spieler, der im Nordosten Englands in schwierigen Verhältnissen aufwuchs, stand vor einem Transfer zu Manchester United. Er habe damals bereits mit Sir Alex Ferguson gesprochen und ihm versprochen, bei United zu unterschreiben.

In Sicherheit gewähnt, dass der Deal durchgeht, flog Ferguson in den Urlaub. Doch dort kam dann der Schock für Ferguson.

"Ich war dann im Urlaub und erhielt einen Anruf, bei dem man mir mitteilte, er hätte bei Tottenham unterschrieben. Der Grund war, dass sie (Tottenhams Verantwortliche) seiner Mutter ein Haus für 80.000 Pfund gekauft hatten", so der Schotte Jahre später.

Insgesamt sollte Gascoigne dann vier Jahre für die Spurs auflaufen und dabei auch durchaus erfolgreich sein. Dennoch bereute er den Wechsel im Nachhinein.

"Wenn ich nach Manchester gewechselt wäre, dann wäre ich vielleicht immer noch dort", sagte er in einem Interview 2009.

Und auch Ferguson trauerte der verpassten Chance nach. Welchen Spieler er gerne mal im United-Trikot gesehen hätte? "Um ehrlich zu sein, kommt mir eigentlich einzig und allein Gascoigne in den Sinn. Er war einfach nur fantastisch. Ich glaube, wenn wir ihn geholt hätten, wäre seine Karriere großartig verlaufen."

Nach seiner Zeit bei den Spurs wurde "Gazza" zum Weltenbummler, doch vor allem nach seiner Karriere schockierte er immer wieder mit Alkoholproblemen und seinem psychischen und physischen Zustand.

Marko Arnautovic

Marko Arnautovic
Foto: ©IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto

Auch bei Marko Arnautovic kam es einmal zu einer Transferwende.

Nach seiner Rückkehr nach Italien 2021 spielte Österreichs Rekordnationalspieler zwei starke Saisons für den FC Bologna, daraufhin wurden auch wieder größere Mannschaften in der Serie A auf ihn aufmerksam.

So soll zunächst die AS Roma mit Starcoach Jose Mourinho um die Dienste des Stürmers gebuhlt haben. Die Römer legten Berichten zufolge ein Angebot in Höhe von sechs Millionen Euro hin, doch Bologna-Eigentümer Joey Saputo lehnte ab. Als absolut unverzichtbarer Schlüsselspieler sei Arnautovic nicht verkäuflich gewesen, egal zu welchem Preis.

Ganz unverkäuflich war Arnautovic dann doch nicht. Gut eine Woche nach dem geplatzten Deal mit der Roma wurde der Österreicher als Spieler bei Inter Mailand vorgestellt und der Preis spielte am Ende doch eine Rolle.

Die "Nerazzurri" holten Arnautovic zunächst per Leihe zurück, ehe ein Jahr später eine Kaufpflicht von über 10 Millionen Euro griff.

Vom sportlichen Erfolg her sollten sich die zwei weiteren Jahre auf alle Fälle lohnen. Arnautovic wurde mit Inter einmal Meister und einmal erreichte man das Champions-League-Finale. Den selben Stellenwert wie bei Bologna sollte er in der Modemetropole dennoch nie haben.

Gerd Müller

Gerd Müller
Foto: ©imago / Kicker / Metelmann

Gerd Müller ist eine der größten Legenden in der Geschichte des FC Bayern München, doch am Anfang seiner Karriere wäre der "Bomber" beinahe auf der blauen Seite Münchens gelandet.

Als 18-Jähriger schoss er bei seinem damaligen Heimatverein TSV Nördlingen bereits alles kurz und klein, was die beiden Münchner Vereine 1860 und Bayern auf den Plan rief.

Vertreter der "Löwen" kündigten an, bei Müller zuhause vorbeizuschauen, um einen Transfer zu besprechen. Als Müller dann am angekündigten Termin zuhause ankam, sagte ihm seine Mutter, dass "ein paar Herren aus München gekommen sind, die dich holen wollen".

Allerdings waren die Herren keine Vertreter vom Bundesligisten 1860, sondern vom damals kleinen Zweitligisten FC Bayern. Diese konnten Müller überzeugen und als dann die angekündigten Vertreter der 60er kamen, wurden die Männer der Roten durch die Hintertür geschleust.

Dennoch erteilte er 1860 eine Absage, wobei sich die damaligen Verantwortlichen bis heute ärgern werden. Müller schoss die Bayern nicht nur in die Bundesliga, auch dank seiner Tore entwickelte sich der FCB zu einem der größten Klubs Europas und zum mit Abstand größten Verein Deutschlands.

1860 spielt hingegen mittlerweile in der viertklassigen Regionalliga Bayern.

Willian

Willian
Foto: ©imago / Action Plus

Auch bei Willian kämpften zwei Rivalen um einen Transfer.

Eigentlich war der Brasilianer 2013 kurz vor einem Transfer von Anzhi Makhachkala zu Tottenham Hotspur. Er war bereits in London und nach einer mündlichen Vereinbarung am Trainingsgelände der Spurs, um den Medizincheck zu absolvieren.

Doch kurz bevor der Medizincheck startete, kam ein Angebot des FC Chelsea rein. Für Willian war sofort klar, er will zu den "Blues". Allerdings war die Situation nicht einfach, da er schon bei Tottenham war.

"Ich werde dich bei der FIFA melden und die Fans hier in England werden dich ausbuhen", soll Tottenhams Direktor damals zu Willian gesagt haben.

Der Flügelspieler musste schließlich acht Stunden bei den Spurs warten, ehe er losfuhr und sich direkt mit den Chelsea-Verantwortlichen traf. Der Deal ging durch und Willian sollte sieben erfolgreiche Jahre an der Stamford Bridge haben.

Nach seinem Abschied wechselte er doch noch nach Nordlondon, allerdings wiederum nicht zu den Spurs, sondern zu deren absoluten Erzrivalen, dem FC Arsenal. Damit dürfte der Brasilianer endgültig zu einem der unbeliebtesten Spieler der Tottenham-Fans aufgestiegen sein.

Emmanuel Petit

Emmanuel Petit

Oft als die Mutter aller Transfer-Kaperungen wird der Wechsel von Emmanuel Petit zum FC Arsenal bezeichnet und erneut schaute Tottenham Hotspur durch die Finger.

Nachdem Petit jahrelang bei seinem Jugendklub AS Monaco spielte, wollte er den nächsten Schritt gehen. Der Weg führte in die Premier League. Er flog nach London, um Gespräche mit den Verantwortlichen der Spurs zu führen.

Doch als Arsenal von den Gesprächen Wind bekam, meldeten sie sich sofort beim Franzosen. Sie sagten ihm, er solle nichts unterzeichnen, ehe er ein Gespräch mit Arsenal-Coach Arsene Wenger geführt hat.

Da Petit unter Wenger bei Monaco der Durchbruch gelang, bat er die Tottenham-Bosse um etwas Bedenkzeit. Diese stimmten zu und organisierten dem Mittelfeldspieler ein Taxi in sein Hotel.

Allerdings fuhr Petit nicht ins Hotel, stattdessen ging es mit dem von den Spurs bezahlten Taxi zum Haus von Arsene Wenger. Die Gespräche führten schnell zum Erfolg und Petit unterschrieb bei Arsenal.

Später sagte der Weltmeister von 1998: "Ich hatte am selben Tag Gespräche bei Tottenham und Arsenal. Als ich nach England kam, wusste ich noch nichts von der Rivalität zwischen den beiden Vereinen. Mir war auch nicht klar, dass das Taxi von den Spurs im Voraus bezahlt worden war, sodass sie wussten, wohin ich fuhr."

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