ÖFB-U21 nach Heim-Schlappe mit dem Rücken zur Wand

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Mit der Heim-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Serbien in der Südstadt ist das Rennen um das EM-Ticket für das ÖFB-U21-Team eng geworden.

Nach vier Spielen in Gruppe 7 liegt Österreich mit sechs Zählern nur auf dem vierten Rang. Die noch perfekten Serben sind überlegener Erster und so auf dem besten Weg zur direkten Qualifikation für Italien 2019.

Den zweiten Platz, der das Playoff bedeuten würden, besetzt mit zehn Punkten Russland, gegen das die rot-weiß-rote Nachwuchsauswahl bereits eine Niederlage einstecken musste.

Vor dem Auswärtsspiel am Dienstag in Mazedonien, gilt es für Österreich die Enttäuschung über die 1:3-Schlappe gegen die Serben, samt eines umstrittenen Elferpfiffs, schnell zu überwinden, um weiter um die EM-Plätze mitmischen zu können.

Kapitän Konrad Laimer gibt dabei die Marschrichtung vor: "Wir müssen jetzt einfach versuchen alle restlichen Spiele zu gewinnen."

Österreich wird durch Jakupovic konkreter

Dabei wäre für die ÖFB-Burschen durchaus mehr möglich gewesen. Nach einer verhaltenen Leistung in der ersten Hälfte erspielte man sich nach einer Systemumstellung in Halbzeit zwei Chance um Chance.

Gerade mit Einwechslung von Empoli-Legionär Arnel Jakupovic als zweite Spitze wurde das Offensivspiel der Österreicher konkreter. Der Stürmer war es auch, der die Vorarbeit zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Laimer leistete (80.).

"In der ersten Halbzeit hat uns ein bisschen die Idee gefehlt. In der zweiten Hälfte haben wir mit der Hereinnahme von Arnel vorne bessere Optionen gehabt", bringt es Max Wöber, der mit eingeklemmten Nerv für die Auswärtreise nach Mazedonien fraglich ist, auf den Punkt.

Kapitän Laimer, der zu Beginn aufgrund seiner Pressingfähgigkeiten erneut auf der für ihn etwas ungewohnten Position hinter der Spitze auflief, sah sein Team als überlegene Mannschaft: "Die Serben haben nur eine Chance im ersten Durchgang gehabt - und natürlich gleich das Tor gemacht. In Halbzeit zwei haben wir das Spiel kontrolliert und auch öfter den letzten Pass angebracht, der Gegner hat nur mehr auf Konter gespielt. Zum Glück haben wir uns dann mit dem Tor belohnt. Dass dir der Punkt dann aber so weggenommen wird, tut doppelt weh."

Gregoritsch platzte in Schiri-Kabine

Den Punkt "weggenommen" hat den Österreichern aus Sicht des ÖFB-Teams Schiedsrichter Aliay Aghayev. Der Aseri entschied nach einem Tackling von Laimer im Strafraum auf Elfmeter für Serbien. Jovic ließ sich die Chance nicht nehmen (87.).

"Es ist eine Frechheit, dass man bei einem europäischen Top-Spiel auf sehr hohem Niveau – und das war das heutige Match, denke ich – so einen schwachen Schiedsrichter hinstellt", konnte der sichtlich aufgebrachte Wöber die Leistung des Spielleiters nach Abpfiff kaum fassen.

Auch Laimer hadert mit der Fehlentscheidung: "Ich bin unglaublich sauer. Der (Aghayev Anm.) geht jetzt heim und für ihn ist morgen wieder ein normaler Tag. Für uns wird es hingegen jetzt richtig schwierig, dass wir überhaupt noch eine Chance auf die Endrunde haben."

Teamchef Werner Gregoritsch verschwand nach dem Schlusspfiff erstmal in der Referee-Kabine: "Ich habe ganz ruhig zu ihm gesagt, - anders geht es im UEFA-Bereich nicht, sonst hört er dir gar nicht zu - dass seine Leistung in Ordnung war, aber der Penalty eine Fehlentscheidung war. Er hat dann gesagt dass es ihm leid tut, wenn es so ist. In Wirklichkeit ist es ihm aber wurscht."

Nachsatz: "Es ist einfach schade, dass die Mannschaft durch sowas bestraft wird."

"Jetzt ist Pädagogik gefragt"

Egal wer an der Niederlage die Schuld trägt, will Österreich die die schwindende Chance auf die EM wahren, muss die bittere Niederlage so schnell wie möglich hinter sich gelassen werden. Der Fokus gilt jetzt den restlichen sechs Gruppenspielen.

Trainer Gregoritsch weiß, welche Maßnahmen er jetzt ergreifen muss: "Die Mannschaft ist am Boden zerstört, die Burschen haben sich erwartet näher an die Serben ran zu kommen. Das sind 18-, 19-, 20-jährige Fußballer, von den kann man nicht immer erwarten, dass sie ihre beste Leistung abliefern. Jetzt ist Pädagogik gefragt, um die Burschen wieder aufrzurichten. Es sind noch sechs Spiele offen, 18 Punkte zu holen. Vielleicht gelingen uns ja in den Rückspielen gegen Serbien und Russland die "Big Points".

"Es wird nun extrem schwierig Erster zu werden. Jetzt heißt es am Dienstag die Hausaufgaben in Mazedonien zu erledigen. Wir müssen in den Rückspielen gegen Serbien und Russland sechs Punkte holen, sonst wird sich die EM nicht ausgehen. Es ist aber weiter alles offen in dieser Gruppe, jeder kann jeden schlagen. Auch Serbien wird noch Punkte liegen lassen. Wenn sie einen Fehler machen werden wir da sein", analysiert Wöber.

Auch Torschütze Laimer schlägt in die selbe Kerbe: "Wir haben die Qualifikation nicht mehr in der eigenen Hand. Wir müssen jetzt einfach versuchen alle Spiele zu gewinnen. Wenn man aber nach vier Runden zwei Niederlage zu Buche stehen hat, wird es mit der direkten Qualifikation natürlich schwierig."

Personalsituation angespannt

Vor der angesprochenen Auswärtsfahrt nach Mazedonien hat Gregoritsch mit einer Menge Verletzungen zu kämpfen.

Nach Xaver Schlager (Stirnhöhlenentzündung) und Stefan Posch (Adduktorenprobleme), die bereits das Team verlassen haben, gingen auch noch Tormann Alexander Schlager, der ebenfalls nicht nach Mazedonien fahren wird, und Maximilian Wöber angeschlagen aus der Partie. Dazu kommen Hannes Wolf und Dominik Prokop, die leicht angeschlagen gar nicht erst einberufen wurden.

Vor allem Prokop hätte das Team in der Offensive verstärken können. Er wurde aber wegen einer Vorsichtsmaßnahme nicht einberufen. Ähnlich verhält es sich bei Schlussmann Patrick Pentz. Die Austria bat den ÖFB den 20-Jährigen nicht abzubestellen.

Gregoritsch hat für das Verhalten des Klubs Verständnis: "Bei Pentz ist es so, dass er erst zum U-21-Team gekommen ist und daher sowieso kein Thema auf das Einserleiberl gewesen wäre. Da muss man der Austria, die ohnehin eine lange Verletztenliste hat, fair gegenüber bleiben und einen Spieler, der sich ohnehin nur im Training verletzen könnte, beim Verein lassen."

Wöber: "Werden wieder aufstehen"

Deutlich abbestellungsfreudiger zeigte sich das A-Nationalteam. Neo-Teamchef Franco Foda überließ Gregoritsch nach einem Gespräch einige wichtige Spieler. Neben Konrad Laimer, der "noch keinen Kontakt zu Foda hatte", durfte sich die U21 auch Wöber behalten - obwohl dieser zuletzt ein Startelf-Kandidat von Marcel Koller in seinen Abschiedsspielen war.

Für Ajax-Legionär Wöber war es, trotz seiner Verletzung und der Niederlage, dennoch positiv, statt im sonnigen Marbella zu trainieren, in der kalten Südstadt Nachwuchsfußball zu spielen: "Es war eine super Partie, die mir sehr viel bringt. Ich hab mich sehr gefreut, dass ich mit meinen alten Kollegen so eine coole Partie auf einem richtig hohen Niveau spielen darf. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, dass ich bei der U21 dabei bin. Wir haben weiter etwas Historisches vor. Das Spiel war natürlich ein Tiefschlag, aber wir werden wieder aufstehen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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