WM-Quali: ÖFB-Frauen unterliegen Spanien

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Österreichs Frauen-Nationalteam muss nach zwei Siegen die erste Niederlage in der WM-Qualifikation einstecken.

Die Mannschaft von Teamchef Dominik Thalhammer unterliegt Spanien auswärts mit 0:4. Die Spanierinnen revanchieren sich damit für die Viertelfinal-Niederlage bei der EM im Sommer.

Die ÖFB-Damen geraten in Palma de Mallorca früh in Rückstand, Putellas trifft bereits in der 3. Minute sehenswert. Guijarro besorgt mit der zweiten Torchance das 2:0 (16.), in der Folge haben die Österreicherinnen bei einem Latten-Treffer der Spanierinnen Glück. Kurz vor der Pause trifft Innenverteidigerin Paredes per Kopf zum 3:0 (43.). Nach Seitenwechsel staubt Torrecilla zum 4:0 ab (56.).

Spanien führt damit die Gruppe 7 nach drei Siegen aus drei Spielen weiter makellos an. Österreich fiel mit sechs Zählern hinter die punktgleichen Finninnen zurück, die eine Partie weniger ausgetragen haben, daher noch ohne Punktverlust sind.

Nur die Gruppensieger qualifizieren sich fix für die Endrunde, die vier besten Gruppenzweiten spielen sich in den Play-offs ein weiteres EM-Ticket aus.

Zinsberger: "Das waren definitiv nicht wir"

"Wir sind sehr schlecht reingestartet, haben gleich nach zwei Minuten ein Gegentor erhalten. Spanien hat uns dominiert, wir haben unglaublich schwer in das Spiel reingefunden, viele erste und zweite Bälle nicht gewonnen, es hat an den Basics gekrankt, dass wir in vielen Situationen Bälle selbst nicht behaupten konnten. Sie haben fast gleich gespielt wie bei der EURO, wir haben damals bessere Lösungen gefunden, diesmal war das nicht der Fall. Klar tut die Niederlage sehr weh", sagt Thalhammer.

Torfrau Manuela Zinsberger meint: "Es ist sehr, sehr bitter. Mit der Leistung, die wir gezeigt haben, das waren definitiv nicht wir. Ich weiß nicht, woran es lag. Es bleibt uns nichts übrig, als es hinzunehmen. Wir müssen es analysieren und definitiv besser machen."

"Die Niederlage tut schon sehr weh, aufgrund unserer Leistung. Wir haben uns alle viel mehr vorgenommen. Ich glaube gerade die erste Hälfte hat uns das ganze Spiel gekostet, wir sind von Anfang nicht reingekommen, haben ihnen viele Räume gegeben, nicht so aggressiv gespielt, dann ist es gegen Spanien schwer. Wir waren immer einen Schritt langsamer", analysiert Laura Feiersinger.

ÖFB-Serie endet

Für die überragenden Spanierinnen war es WM und EM zusammengerechnet bereits der 15. Quali-Sieg in Folge, 23 Mal gab es mittlerweile keine Niederlage mehr. Österreich ging hingegen zum ersten Mal seit einem 0:1 gegen Norwegen in Steyr am 10. April 2016 wieder einmal in einer Qualifikations-Partie als Verlierer vom Platz - nach fünf ungeschlagenen Spielen.

Von der Thalhammer-Truppe, in der die wiedergenesene Laura Feiersinger in der Startelf stand, war von Beginn an nichts von dem zu sehen, was sie bei der EM noch ausgezeichnet hatte. Kapitänin Nina Burger und Co. fehlte jegliche Spritzigkeit und sie verschliefen die erste Hälfte völlig. Die Spanierinnen konnten nach Belieben kombinieren, die Gäste kamen nicht in die Zweikämpfe und so hatte Putellas schon nach etwas mehr als zwei Minuten keine Mühe, aus etwas mehr als elf Metern platziert via Innenstange einzuschießen.

Das 2:0 (16.) wurde durch einen Fehlpass von Verena Aschauer eingeleitet. Amanda Sempedro gab zur Mitte, dort konnte die völlig vernachlässigte Guijarro aus acht Metern einschießen. Bei einem Fernschuss der starken Jennifer Hermoso (24.) rettete die Latte. Der dritte Treffer war aber nur aufgeschoben. Nach einer Hermoso-Flanke wurde Paredes nicht genau gedeckt und Manuela Zinsberger war gegen ihren Kopfball machtlos (43.).

ÖFB offensiv blass

Nach dem Seitenwechsel konnte sich die ÖFB-Auswahl etwas besser wehren, vorne gab es aber in 90 Minuten keine einzige Topchance. Ganz anders die Gastgeberinnen, die sich mit der klaren Führung nicht begnügten. Einen Putellas-Schuss lenkte Zinsberger noch ans Aluminiumgehäuse, gegen den Kopfball-Abstauber von Torrecilla (57.) war sie aber machtlos. In den ersten beiden Partien in Serbien (4:0) und gegen Israel (2:0) war die Niederösterreicherin, im EM-Elfmeterschießen gegen Spanien eine der Heldinnen, noch ohne Gegentor geblieben.

Schon jetzt scheint sicher, dass die Österreicherinnen in der Gruppenphase im Kampf um Rang eins mehr Punkte machen müssen als die Spanierinnen. Denn bei Punktegleichheit würde zuerst das direkte Duell entscheiden und ein Ergebnis von 4:0 oder höher wird es am 10. April 2018 im zweiten direkten Duell in Österreich realistisch gesehen nicht geben. Zuvor trifft Österreich noch am 5. April zu Hause auf Serbien.

Textquelle: © LAOLA1.at

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