EURO 2017: Nicht nur Burger ist für Tore gut

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Fünf Tore, vier verschiedene Torschützinnen: Österreichs Frauen-Nationalteam muss sich beim sensationellen EM-Debüt in den Niederlanden bisher an vorderster Front nicht auf eine Spielerin verlassen.

Das macht es für die Konkurrenz, am Sonntag (18 Uhr) wartet im Willem II Stadion in Tilburg im Viertelfinale der Weltranglisten-13. Spanien, nicht wirklich leichter.

"Ich finde das zeichnet unser Team auch so aus, der Teamgeist, das Kollektiv", erläutert Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil.

"Wir müssen uns nicht unbedingt auf eine Spielerin verlassen, sondern jede vertraut jeder, egal wer am Platz steht, und das spiegelt sich auch bei den Torschützinnen wieder", meint die 24-Jährige.

Die Potsdam-Legionärin erzielt beim 3:0 gegen Island den Führungstreffer (36.). Nach ihr treffen auch Nina Burger (44.) und Stefanie Enzinger (90.). Burger ist auch für den 1:0-Sieg gegen die Schweiz mit ihrem Tor in der 15. Minute verantwortlich, sie ist damit die einzige ÖFB-Kickerin die bei der Endrunde mehrmals getroffen hat.

Beim 1:1 gegen Frankreich trägt sich Lisa Makas (27.) in die Schützenliste ein.

Nina Burger hält bei 48 Toren in 90 Spielen

"Es ist oft so, dass Mannschaften eine gute Spielerin haben, die viele Tore macht. Bei uns ist das zwar schon oft die Nina, aber man sieht halt hier, dass auch andere Tore schießen können und das ist natürlich sehr gut für uns", freut sich Offensiv-Spielerin Laura Feiersinger (Bild).

Burger ist mit 48 Toren in 90 Spielen im Teamdress zwar die unangefochtene Nummer eins in der ewigen ÖFB-Bestenliste, sich nur auf sie zu konzentrieren, ist aber für die gegnerischen Defensivreihen zu wenig. Das hat das Turnier gezeigt.

Das ist auch positiv für die Weiterentwicklung der Mannschaft. Burger wird am 27. Dezember 30 Jahre alt, das ist im Frauenfußball ein sehr hohes Alter. Junge Akteurinnen heranzuführen ist daher ein wichtiger Faktor.

Nicole Billa und Viktoria Pinther lauern

Mit Nicole Billa hat sich eine 21-Jährige bereits im Team etabliert, sie hält nach 33 Länderspielen bei elf Toren und könnte langfristig in Burgers Fußstapfen treten. Bei der Endrunde hat sie sich bisher für ihre enorme Laufarbeit noch nicht mit einem Tor belohnt.

Dahinter lauert mit Viktoria Pinther eine gerade 18-Jährige. Die Angreiferin ist im Sommer 2015 von Altenmarkt zu Liga-Dominator St. Pölten gewechselt und durfte bereits zweimal bei Kurzeinsätzen gegen die Schweiz und Frankreich EM-Luft schnappen. Nach sieben Länderspielen wartet sie noch auf ihren Premieren-Treffer.

"Wir haben sehr gute jüngere Spielerinnen, die nachrücken, das sieht man auch in jedem Training. Sollte mit mir was sein, habe ich keine Angst, ich habe super Vertretungen", betont Burger.

Die könnten schon in einem eventuellen Halbfinale gefordert sein, im Falle einer Sperre Burgers, zu der es kommen würde, sollte die ÖFB-Stürmerin gegen Spanien eine Gelbe Karte sehen.

Stefanie Enzinger zieht es ins Ausland

Mit Stefanie Enzinger steht auch eine routiniertere Akteurin als Ersatz parat. Die Neo-St.-Pölten-Spielerin gesellt sich im Island-Spiel in den Kreis der ÖFB-Torschützinnen. Obwohl die Salzburgerin am 20. November 28 Jahre alt wird, hat sie das Ausland noch nicht abgeschrieben.

"Deutschland, England, Spanien, sind alles attraktive Länder, wo super Fußball gespielt wird. Das ist sicher zum Nachdenken", gewährt die Ex-Innsbruck-Angreiferin Einblicke in ihr Seelenleben.

Zuvor gilt es für sie aber noch ihr BWL-Studium abzuschließen. "Das hat für mich Priorität", betont Enzinger. Spätestens in einem Jahr will sie damit fertig sein.

Österreich-Spanien, Sonntag ab 18 Uhr im LIVE-Ticker>>>


Textquelle: © LAOLA1.at

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