Einzelkritik zu Österreich-Polen

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Das ÖFB-Team verliert zum Start in die EM-Quali daheim gegen Polen mit 0:1. Spielbericht >>>

LAOLA1 analysiert die Leistung aller ÖFB-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend).


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HEINZ LINDNER (Grasshopper Zürich/25 Länderspiele), 90 Minuten, Note: 3

Viel hat der Grasshoppers-Legionär nicht auf sein Tor bekommen. Bei der entscheidenden Szene zum 0:1 zeigte der Oberösterreicher einen guten Reflex, der jedoch letztlich nicht gut genug war, sodass der Ball bei Piatek landete. Den Ball hätte man auch anders klären können. Weltklasse war der Save in Minute 27 gegen den Grosicki-Schuss, ansonsten musste Österreichs Nummer eins kaum eingreifen und wenn, tat sie es.

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STEFAN LAINER (RB Salzburg/13/0), 90 Minuten, Note: 2

In Minute 17 holte sich der einzige Akteur aus der österreichischen Bundesliga in der ÖFB-Startelf einen verdienten Szenen-Applaus ab, als er gegen Lewandowski staubtrocken klärte. Es war nicht seine einzige gute Szene in diesem Spiel. Über Linkslastigkeit konnte man im ÖFB-Spiel diesmal kaum klagen und bei den Angriffen über rechts war der Salzburg-Kicker immer wieder beteiligt – der guten Zusammenarbeit mit Lazaro sei Dank. Defensiv erledigte er seine Aufgabe solide.

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ALEKSANDAR DRAGOVIC (Bayer Leverkusen/71/1), 90 Minuten, Gelb, Note: 2

Über seine bisherigen Erfahrungen mit Polens Superstar Robert Lewandowski meinte der Leverkusen-Legionär vor dem Spiel: „Gemeinsam Essen waren wir noch nicht.“ Ob der Bayern-Stürmer nach diesem Spiel auf ein Dinner Lust hätte, darf bezweifelt werden. Der Bayern-Stürmer machte wie Superstar-Kollege Milik kaum einen Stich, was an der weitestgehend guten Arbeit der ÖFB-Defensive lag, also auch an Dragovic. In der Spieleröffnung gut eingebunden, brachte Dragovic defensiv oft ein Bein dazwischen – manchmal auch rustikal wie bei seiner Gelben Karte. Beim Gegentor war Dragovic nicht beteiligt – alles in allem eine gute Leistung.

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MARTIN HINTEREGGER (Eintracht Frankfurt/38/3), 90 Minuten, Note: 3

Premiere für den Frankfurt-Legionär: Noch im vergangenen Herbst konnte er es sich gar nicht vorstellen, den zentralen Part der Dreierkette zu geben, inzwischen kennt er diese Rolle von der Eintracht und kann somit im Nationalteam den Prödl-Ersatz geben. Alles in allem führte er die ÖFB-Abwehr lange Zeit umsichtig, auch wenn nicht alles gelang. Der eine oder andere misslungene Klärungsversuch sorgte für Gefahr – und letztlich war es auch eine unzureichend geklärte Ecke des Kärntners, die im 0:1 resultierte. In solch einer entscheidenden Szene nur Zweiter zu sein, trübt die Leistung natürlich erheblich.

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MAXIMILIAN WÖBER (FC Sevilla/4/0), 90 Minuten, Note: 2

Die Überraschung in der Startelf! Bei der Kaderbekanntgabe noch gar nicht im Aufgebot, schaffte es der Sevilla-Legionär in die Anfangsformation. Er übernahm den linken Part der Dreierkette – für den Fall, dass Foda auf eine Viererkette switchen hätte müssen, wäre der Ex-Rapidler auf die Position des Linksverteidigers gerückt. Es war sein viertes Länderspiel, unter Foda durfte er zuvor nur eine Minute lang ran. Die kaum vorhandene A-Team-Erfahrung ließ sich der 21-Jährige kaum anmerken und fügte sich von Beginn an gut ins ÖFB-Spiel ein – defensiv wie offensiv. Die Spieleröffnung war bis auf den einen oder anderen Konzentrationsmangel in Ordnung. Defensiv agierte er trocken. Schade, dass er seinen Weitschuss in Minute 76 drüber setzte. Unfassbar, dass Janko seine traumhafte Flanke in der 88. Minute nicht per Kopf ins Tor brachte.

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DAVID ALABA (FC Bayern/68/13), 90 Minuten, Gelb, Note: 4

Der Bayern-Star nahm seine Führungsrolle an und ging zumindest vor der Pause voran. Der 26-Jährige erzeugte über links immer wieder Druck, brachte den Ball mehrmals in die gefährliche Zone. Das große und ärgerliche Problem: Einen Mitspieler fanden diese Zuspiele zu selten. Ebenso glücklos wie bei seinen Hereingaben agierte Alaba bei seinen Schussversuchen. Nach dem Seitenwechsel gönnte sich Alaba die eine oder andere Schaffenspause und auch die Qualität seiner Hereingaben steigerte sich leider nicht. Beim Können des erfolgreichsten österreichischen Fußballers aller Zeiten darf man erwarten, dass der letzte Pass auch einmal ankommt. Holte sich für Kritik die Gelbe Karte.

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JULIAN BAUMGARTLINGER (Bayer Leverkusen/67/1), 90Minuten, Gelb, Note: 2

Starke Performance des Kapitäns, der in gewohnter Manier, die Löcher in der Zentrale stopfte, gut dirigierte und sich diesmal auch wieder öfters in die Offensive einschalten konnte. War zudem einer, der das Pressing anzog und mehrmals mit Ballgewinnen punkten konnte. Strahlte die Ruhe wie eh und je aus und führte die Mannschaft vorbildhaft. An ihm lag es nicht, im Zweikampf machte ihm keiner etwas vor. Erledigte schon vor der Abwehr die Drecksarbeit und entlastete somit die Abwehrkette.

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FLORIAN GRILLITSCH (Hoffenheim/14/1), in 84. Minute ausgewechselt, Note: 3

Anfangs etwas unauffällig in der Zentrale, aber wenn er am Ball war, agierte er dann meist mit cleveren, durchdachten und Raum öffnenden Bällen. Bildete zusammen mit Baumgartlinger ein eingespieltes Duo – sowohl in der Defensiv- als auch in der Offensivbewegung. Aber er hatte schon Auftritte, wo er das Spiel mehr an sich zog als diesmal und noch mehr Akzente setzen konnte. Teilweise wurde das zentrale Mittelfeld aber auch sehr schnell überbrückt. Bei einem elferreifen Foul von Kedizora an Grillitisch kurz nach dem 0:1 blieb die Schiedsrichter-Pfeife leider stumm. Wurde in der 84. Minute für Onisiwo ausgetauscht.

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VALENTINO LAZARO (Hertha BSC/20/1), in der 81. Minute ausgewechselt, Note: 2

Absoluter Aktivposten auf der rechten Außenbahn, der fast an jeder guten Offensivaktion beteiligt war. Das Highlight: Seine Ferserl-Vorarbeit direkt in den Lauf von Stefan Lainer, welche zu einer Arnautovic-Chance führte. Harmonierte gut im Zusammenspiel mit seinem Hintermann, der ihm den Rücken freihielt, der Hertha-Legionär machte aber auch extrem viele Meter in der Rückwärtsbewegung. Vergab seine beste Chance mit einem Schlenzer knapp neben das Tor in der 62. Minute. War aber stets ein Unruheherd, auf den sich die Polen nie richtig einstellen konnten. Wurde in der 81. Minute für Janko ausgewechselt.

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MARKO ARNAUTOVIC (West Ham/78/20), 90 Minuten, Note: 2

Gesucht und immer wieder gefunden! Überließ die Pressingarbeit seinen Kollegen, im eigenen Ballbesitz aber war er immer Anspielstation Nummer 1. Vergab die erste Großchance, nach Lainer-Pass in den Rücken der Abwehr traf er den Ball nicht richtig. In der 56. Minute schüttelte er seinen Bewacher ab und knallte das runde Leder am langen Eck vorbei. In der 67. Minute verfehlte ein Freistoß nur haarscharf das Tor. Ansonsten stark im Dribbling, Ball sichern und verteilen. Besonders im Zusammenspiel mit Alaba und Lazaro schaute immer etwas Brauchbares heraus. Das einzige Manko: Der Ball wollte nicht ins Tor! Arnautovic ging aber wieder einmal als Leader voran, die Enttäuschung nach dem 0:1 war ihm anzusehen.

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MARCEL SABITZER (RB Leipzig/34/5), 90 Minuten, Note: 4

Nicht schon wieder dachten sich wohl einige Fans, nachdem der Leipzig-Legionär nach wenigen Minuten behandelt werden musste. Doch es ging weiter. Hatte in der Anfangsphase mit einem Drehschuss die beste Chance, die Szczesny stark hielt. Tauchte dann aber ab, war kaum ins Spiel eingebunden und wurde oft auch von seinen direkten Anspielpartnern ignoriert, wie zb. Alaba der meist nur Arnautovic suchte. War viel unterwegs, aber eher glücklos. Hatte trotzdem nach einem kurz abgespielten Freistoß noch eine Großchance, doch der Ball ging drüber. Bei ihm hat man oft das Gefühl, dass er seine Position im Team noch nicht richtig gefunden hat.

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MARC JANKO (FC Lugano, 69/28), ab 81. Minute, Note: zu kurz eingesetzt

Wurde für Lazaro eingewechselt. Vergab den Matchball zum 1:1 in der 88. Minute aus kürzester Distanz per Kopf. Da musste sich sogar Teamchef Franco Foda die Haare raufen.


KARIM ONISIWO (Mainz/3/0), ab 84. Minute, Note: zu kurz eingesetzt - wurde für Grillitsch eingewechselt.


Textquelle: © LAOLA1.at

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