Achtung vor diesen Georgiern

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Koller gewarnt: Darum ist Georgien so gefährlich

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Außenseiter? Von wegen!

Die Georgier sind vor dem WM-Qualifikations-Auftakt gegen Österreich selbstbewusst. Sowohl Ex-Sturm-Legionär David Mujiri als Rapid-Neuzugang Giorgi Kvilitaia sorgten mit ihren lautstarken Ansagen für Aufsehen.

Viele österreichische Fans interpretierten diesen Optimismus als Selbstüberschätzung. Dabei könnte Georgien bei genauer Betrachtung zu einem echten Stolperstein für das ÖFB-Team werden.

Das Prunkstück der Georgier

Die ehemalige Sowjet-Republik war der mit Abstand schwerste Gegner, der bei der WM-Qualifikations-Auslosung im letzten Topf zur Auswahl stand. Das Team ist keine Amateur-Truppe wie Gibraltar oder San Marino, sondern verfügt über richtig starke Kicker.

Vor allem in der Offensive gibt es mit Valeri Qazaishvili (Legia Warchau), Tornike Okriashvili (derzeit vereinslos, war bei Olympique Marseille im Gespräch), Jano Ananidze (Spartak Moskau) oder dem Ex-Schalker Levan Kenia (Slavia Prag) einige technisch starke Spieler.

Diese wendigen Dribblanskis sind so etwas wie das Prunkstück des georgischen Kaders. So richtig genutzt wird diese Waffe aber erst, seitdem Vladimir Weiss in Georgien das Zepter schwingt.

Bewegliche Stürmer

Der slowakische Coach, der einigen Österreichern Weltklasse-Niveau unterstellte, setzt auf einen gepflegteren Fußball als seine Vorgänger. Die Anzahl der hohen Bälle hat abgenommen, stattdessen versuchen die Georgier von hinten flach aus der Abwehr zu spielen.

Dementsprechend fällt auch die Besetzung des Sturmzentrums aus. An Stelle eines klassischen Stürmers nominierte Weiss dort in den letzten Spielen öfters mit Legia-Legionär Qazaishvili einen Mittelfeldspieler. Eine Variante, die auch gegen Österreich denkbar ist, fällt mit  Empoli-Angreifer Levan Mchedlidze doch der Einster-Stürmer verletzt aus. Der ebenfalls fehlende Rapid-Angreifer Kvilitaia (3 Nationalteameinsätze) war bisher übrigens noch kein Thema für die Startelf.

Österreichs Innenverteidiger müssen aufpassen, sich nicht zu leicht aus der Position ziehen zu lassen, wenn der Mittelfeldspieler im Sturmzentrum nach hinten abkippt. Ansonsten könnten empfindliche Löcher entstehen.

Flexible Georgier

Generell lässt sich jedoch nur schwer einschätzen, auf welchen Matchplan Georgien gegen Österreich bauen wird. In den bisherigen vier Spielen unter Weiss zeigte sich der ÖFB-Gegner sehr flexibel.

Mal agierte man ultradefensiv (wie beim 1:0-Sieg gegen Spanien), mal attackierte man höher und versuchte selbst die Initiative zu übernehmen.

„Wir müssen für beides gewappnet sein, sodass wir defensiv gut stehen, aber auch nach vorne Lücken finden“, gibt Teamchef Marcel Koller die Marschroute vor.

Arnautovic auf rechts statt links?

Auch bezüglich des Spielsystems dürfte Weiss noch keine bevorzugte Variante gefunden zu haben. In den letzten Spielen probierte er mehrere Varianten aus – 4-2-3-1, 4-1-4-1 und 5-4-1. Gegen Österreich dürfte aber wohl erneut das 4-2-3-1 zum Einsatz kommen. Auffällig dabei: Mittelfeld und Abwehr stehen eng aneinander, lassen damit für die Offensiv-Spieler des Gegners kaum Platz im Zwischenlinienraum.

Auf Österreich könnte deswegen ein Geduldsspiel warten, sollte kein schnelles Tor gelingen. Zur willkommenen Schwachstelle bei den Georgiern könnte jedoch die linke Abwehrseite avancieren. Dort spielt mit Giorgi Navalovski ein Mann, der im Defensiv-Verhalten einige Schwächen aufweist.

Gut möglich, dass das ÖFB-Team versucht, den Profi vom griechischen Erstligisten PAE Veria in „Eins gegen Eins“-Duelle zu verwickeln. Eine Überlegung könnte deswegen sein, Marko Arnautovic - den stärksten Dribbler der Koller-Elf - diesmal auf der rechten Seite einzusetzen. So wäre er Navalovskis Gegenspieler.

 

Pressing könnte Unterschied ausmachen

Grundsätzlich wird es für Arnautovic und Co. jedoch darum gehen, nach der verpatzten EURO endlich wieder an die Leistungen der vergangenen Qualifikation anzuschließen. Spielerisch muss das ÖFB-Team genauso einen Schritt nach vorne machen wie im Pressing.

Gerade Letzteres könnte gegen Georgien den Unterschied ausmachen. Denn wenn die Weiss-Elf ihr Selbstvertrauen auf dem Platz umsetzen will und das Spiel von hinten gepflegt aufbaut, so könnte das österreichische Fore-Checking frühe Ballgewinne und damit in weiterer Folge Tor-Chancen erzwingen.

Dazu dürfen Kollers Mannen aber nicht dieselben Fehler wie gegen Ungarn machen. Damals waren im Pressing die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen zu groß und der EURO-Auftakt ging in die Hose.

Zum Qualifikations-Auftakt muss dies verhindert werden. Kompakter, entschlossener, selbstbewusster – wenn das ÖFB-Team zeigt, was es drauf hat, könnten die großspurigen Ansagen der Georgier Lügen gestraft werden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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