So rechtfertigt der ÖFB Fodas ersten Teamkader

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Der mit Spannung erwartete erste Teamkader von Neo-ÖFB-Teamchef Franco Foda wartete durchaus mit Überraschungen auf.

Verständlich, dass der 51-jährige Deutsche neue Impulse setzen will und sich mit der einen oder anderen Veränderung auch von Vorgänger Marcel Koller abheben will.

Dass er dabei auch drei Akteuren von seinem Noch-Arbeitgeber Sturm Graz das Vertrauen schenkt, lässt auf den ersten Blick eine schiefe Optik erahnen. Doch von diesen weiß er, dass sie in seinen Plänen funktioneiren werden.

Sturm-Spieler drängten sich auf

Jörg Siebenhandl, Stefan Hierländer und Deni Alar sind die Glücklichen, die unter Foda zu Nationalteam-Ehren kommen. Auf der Abrufliste findet sich mit Thorsten Röcher noch ein weiterer aufstrebender Akteur des derzeitigen Bundesliga-Tabellenführers.

Auf eine Stellungnahme Fodas wurde vergeblich gewartet, nur Stimmen von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel wurden zur Erklärung von Seiten des ÖFB übermittelt.

"Mit Deni Alar, Stefan Hierländer und Jörg Siebenhandl sind drei absolute Leistungsträger vom österreichischen Tabellenführer dabei, die in den letzten Monaten bereits im erweiterten Kreis dabei waren bzw. auch schon im Kader aufgeschienen sind", wird die Rapid-Ikone zitiert.

Alar führt mit neun Toren die Schützenliste der Bundesliga gemeinsam mit Salzburgs Munas Dabbur nach. Der Stürmer glänzt seit seinem Wechsel nach Graz mit Konstanz und wurde schon unter Koller immer wieder gefordert, kam trotz Berücksichtigung unter dem Schweizer aber nie zum Einsatz.

Siebenhandl hat sich mit starken Leistungen zum besten heimischen Keeper gemausert, der aktuell in der Bundesliga spielt. Mit Stefan Hierländer hat sich zudem ein spielstarker Mittelfeldakteur aufgedrängt, der universell in Fodas System einsetzbar ist und mit Leistung aufzeigte. Die Nominierungen kommen somit nicht von ungefähr.

Ulmer bekommt unter Foda neue Chance

Foda scheute es aber nicht, Entscheidungen zu treffen, die hinterfragt werden. Wie etwa die Nicht-Berücksichtigung von Marc Janko. Der Sparta-Prag-Routinier schaffte es nicht einmal auf die Abrufliste, während er unter Koller noch fixer Bestandteil war.

Die Einberufung von Andreas Ulmer war ein klares Zeichen dafür. Der 32-Jährige, seit Jahren einer der besten Linksverteidiger des Landes, kommt bisher nur auf drei Einsätze im ÖFB-Nationalteam.

Vor allem unter Koller hatte er einen schweren Stand, dies sorgte immer wieder für Kritik. Für Aufsehen sorgte ein Disput, als der Schweizer nach gutem Zureden dann doch einmal Ulmer nominieren wollte, dieser jedoch wegen seiner eigenen Hochzeit absagen musste.

Unter Foda kommt es nun aber doch zum Comeback. "Andreas Ulmer bringt seit Jahren Top-Leistungen auf nationalem und vor allem auch auf internationalem Niveau", begründet Schöttel die Rückholaktion Ulmers.

Zuletzt spielte Maximilian Wöber, der diesmal bei der U21 aushilft, als linker Außenverteidiger - mit Potenzial. Trotz Ulmers Einberufung werden aber mit Sicherheit wieder Rufe laut werden, dass Foda David Alaba auf seine angestammte Position in der Abwehr zurückbeordert.

Schöpf als Versprechen für die Zukunft

Diese Entscheidungen werden sich aber erst im Teamcamp in Marbella/Spanien herauskristallisieren, wo sich das ÖFB-Team unter der neuen Führung auf das freundschaftliche Länderspiel am 14. November in Wien gegen Uruguay vorbereiten wird.

Kevin Wimmer und Valentino Lazaro sind nach Pausen wieder im Aufgebot. Froh ist man auch über die Rückkehr von Alessandro Schöpf. Der Schalke-Legionär fehlte zuletzt lange aufgrund eines Anrisses des Kreuzbandes und kämpfte sich zuletzt auch in der deutschen Bundesliga wieder zurück.

"Schön, dass er wieder zurück ist. Alessandro Schöpf ist sicher ein Spieler, von dem wir uns in den nächsten Jahren viel erwarten dürfen", freut sich Schöttel über die Rückkehr des talentierten Mittelfeld-Motors.

Wegen Verletzungen sind artin Hinteregger, Robert Almer, Philipp Lienhart und Stefan Ilsanker nicht mit von der Partie. Insgesamt fehlen auch aufgrund dieses Umstandes gleich acht Spieler im Vergleich zum ursprünglichen letzten Koller-Kader vom 28. September.

Foda hat seine Entscheidungen getroffen, dazu steht er. Die Frage wird sein, ob er auch die richtigen Spieler nominiert hat, um mit seinen Plänen erfolgreich in die ÖFB-Ära zu starten. Gegen Uruguay wird man sich erstmals davon überzeugen können.

Der Kader:

Position Name Verein Spiele/Tore
TOR Heinz Lindner Grasshoppers Zürich 15/-
Pavao Pervan LASK 0/-
Jörg Siebenhandl Sturm Graz 0/-
ABWEHR Moritz Bauer Rubin Kasan 3/0
Kevin Danso FC Augsburg 4/0
Aleksandar Dragovic Leicester City 60/1
Valentino Lazaro Hertha BSC 10/0
Sebastian Prödl FC Watford 64/4
Andreas Ulmer RB Salzburg 3/0
Kevin Wimmer Stoke City 8/0
MITTELFELD David Alaba Bayern München 59/11
Marko Arnautovic West Ham United 66/16
Julian Baumgartlinger Bayer Leverkusen 58/1
Florian Grillitsch TSG Hoffenheim 5/0
Martin Harnik Hannover 96 68/15
Stefan Hierländer Sturm Graz 0/0
Florian Kainz Werder Bremen 5/0
Marcel Sabitzer RB Leipzig 28/4
Louis Schaub SK Rapid Wien 5/3
Philipp Schobesberger SK Rapid Wien 1/0
Alessandro Schöpf Schalke 04 12/2
ANGRIFF Deni Alar Sturm Graz 0/0
Guido Burgstaller Schalke 04 13/1
Michael Gregoritsch FC Augsburg 5/0

Auf Abruf: Daniel Bachmann (FC Watford/ENG, 0); Stefan Lainer (FC Red Bull Salzburg, 3/0), Tarkan Serbest (FK Austria Wien, 0), Maximilian Wöber (Ajax Amsterdam/NED, 2/0), Dominik Wydra (Erzgebirge Aue/GER, 0); Raphael Holzhauser (FK Austria Wien, 0), Konrad Laimer (RB Leipzig/GER, 0), Thorsten Röcher (SK Puntigamer Sturm Graz, 0), Stefan Schwab (SK Rapid, 0); Maximilian Sax (FC Flyeralarm Admira, 0), Lukas Hinterseer (VfL Bochum/GER, 12/0)



Textquelle: © LAOLA1.at

Das ist Franco Fodas erster ÖFB-Kader

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