Scharner deckt angebliche Alaba-Verweigerung auf

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Im Interview mit "bwin" spricht Paul Scharner über das besondere Standing von David Alaba im ÖFB-Team.

"Beim Spiel gegen Irland war das interessant anzusehen. Ilsanker wird für Wimmer eingewechselt und versucht David klarzumachen, dass er hinten links spielen muss. David hat das einfach verweigert und ist im Mittelfeld geblieben, woraufhin Ilsanker Linksverteidiger spielen musste. Das wurde von niemanden an die große Glocke gehängt und auch nicht von den Medien aufgegriffen", so der 37-Jährige.

Scharner weiter: "David hat ein besonderes Standing im Team. Als Champions-League-Sieger und mehrfacher deutscher Meister hat er einfach eine gewisse Position, die es ihm erlaubt, seinen Kopf durchzusetzen. Da ist er aber auch der Einzige, der das bei Marcel Koller darf."

Bei der Alaba-Diskussion hat Scharner eine klare Position: "Er sollte eben auch einmal eine andere Position spielen. Mittlerweile hat das ja sogar der Teamchef begriffen. Er hat zwar ein paar Jahre gebraucht, aber mittlerweile scheint das angekommen zu sein."

Über den Teamchef, mit dem sich Scharner in dessen Nationalteam-Zeit überworfen hatte, meint der selbst ernannte Querdenker.

"Die letzte Qualifikation hat er ja gut geschafft, aber ich bezweifle, dass er der richtige Mann für eine Endrunde ist. Wie ist denn die EM ausgegangen? Nicht besonders erfolgreich, wenn ich mich richtig erinnere. Scheinbar kann er mit der speziellen Situation einer Endrunde nicht wirklich umgehen."

Scharner analysiert das EM-Versagen: "Zu Beginn von Kollers Zeit waren die Hälfte der Spieler bei ihren Klubs keine Stammspieler und da hat er ihnen versprochen, dass er zu ihnen steht, auch wenn es mal nicht so läuft, dafür machst du das, was ich will und stehst auch zu mir. Wenn es dann aber zu einer EM-Endrunde geht und es spielen nicht die fitten und formstarken Spieler, weil er sich diese gegenseitigen Abhängigkeiten aufgebaut hat, wird das zu einem Problem. Und dieses Problem war bei der EM offensichtlich."

Scharner gibt Baumgartlinger Recht

Auch gibt er ÖFB-Kapitän Julian Baumgartlinger Recht, der in einem Standard-Interview meinte: "Im Moment des Erfolgs wurde verpasst, den nächsten Schritt zu setzen."

Scharner: "Eigentlich lief vieles falsch ab dem Moment, in dem wir uns qualifiziert haben. Ab dem Moment mussten wir eigentlich nichts mehr erreichen, weil die Qualifikation in Österreich wie der EM-Titel verkauft wurde. Dazu kam eine Vorbereitung die nicht optimal geplant war, weil sie zu sehr auf Regeneration und Rahmenprogramm abgezielt hat und dann waren da Spieler dabei, die eben nicht in Form, verletzt waren oder die EM dazu benötigten, um einen neuen Vertrag bei einem besseren Klub zu erspielen."

Der Purgstaller sieht keinen langfristigen Erfolg mit Koller als Teamchef.

"Ich sehe das Problem unter anderem darin, dass sich die Spieler nicht individuell entwickeln und ins Team einbringen können. Ich habe das selbst miterlebt, dass die Spieler mehr oder weniger gar nicht einbezogen werden und sowas ist für mich ein Führungsstil, der über lange Sicht nicht funktioniert. Da bekommen die Spieler irgendwann das Gefühl, dass nichts weitergeht und sie sich nicht entfalten können und der Trainer der oder das Wichtigste ist."

Textquelle: © LAOLA1.at

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