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Rangnicks WM-Bilanz: Welche Maßnahme er reduzieren will

Der ÖFB-Teamchef verrät seine Erkenntnisse. Warum es wieder mehr "scheppern" muss, was ihn überrascht hat, was er anders machen will.

Rangnicks WM-Bilanz: Welche Maßnahme er reduzieren will Foto: © GEPA

Es soll wieder "scheppern" beim ÖFB-Team. Das ist eine der großen Erkenntnisse Ralf Rangnicks nach der eingehenden Analyse der WM 2026.

Der Teamchef stellt klar: "Mein Ziel in den nächsten Wochen, Monaten und auch bei der EM ist, dass wir wieder den Fußball zeigen, für den wir die letzten vier Jahre gestanden sind und für den wir auch gefürchtet waren."

Dass das bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko nicht der Fall war, liegt auf der Hand.

Einer herausragend, einer sehr gut, viele weit weg

Einmal mehr weist Rangnick auf die schwere Gruppe und den späteren Weltmeister Spanien als Gegner im Sechzehntelfinale hin. Doch der 68-Jährige weiß gleichzeitig auch, dass die Leistung nicht das war, was er und das ganze Land sich erhofft hatten.

"Mich interessieren die Leistung und Entwicklung der Mannschaft – da war ich nicht zufrieden. Wir haben die erhoffte Leistung zu selten gezeigt, nur in einzelnen Spielphasen. Wir hatten zu wenige Spieler, die auf absolutem Top-Niveau gespielt haben", stellt er fest.

Marcel Sabitzer sei "unser herausragender Einzelspieler" gewesen, Alexander Schlager habe "seine Sache sehr gut gemacht". Damit aber auch schon wieder genug des Positiven. "Der eine oder andere hat normal, okay gespielt, aber zu viele waren von ihrem eigentlichen Leistungsvermögen weit weg", so Rangnick.

Das Fitness-Problem

Vor allem physisch habe sich die Mannschaft "schwer getan, die Leistung abzurufen, die es gebraucht hätte".

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Schlagers Probleme waren überraschend
Foto: ©IMAGO / Ball Raw Images

Bei Florian Grillitsch und Patrick Wimmer sei vorher schon klar gewesen, dass zwei Spieler aus einer Muskelverletzung kommen. Doch Rangnick sagt: "Es gab sechs weitere Spieler, die zwar gesund, aber eben noch nicht matchfit waren. Und die Matchfitness, die du in den USA gegen Argentinien und Spanien brauchst, ist nochmal was anderes."

Ein Beispiel: "Xaver Schlager kam für uns überraschend. Er hat in den letzten vier bis fünf Spielen in Leipzig fast durchgespielt, hatte dann aber während der WM plötzlich eine Delle. Er hat in der Halbzeit gegen Algerien selbst darum gebeten, ausgewechselt zu werden, weil er nicht mehr konnte."

Es muss wieder "scheppern"

Im Nachhinein hätte man die Spieler bei der ersten Kaderzusammenkunft noch intensiveren Leistungstests unterziehen können, wie man auf diese wohl ziemlich ernüchternden Ergebnisse dann reagieren hätte sollen, weiß der Teamchef aber auch nicht.

Jedenfalls hat das ÖFB-Team in den für Rangnick so wichtigen Kategorien wie Sprints, schnelle Läufe, Balleroberungen im letzten Dritten und Zahl der Kontersituationen nach Belleroberungen im Gegensatz zur EURO maximal durchschnittlich abgeschlossen.

Seine Erkenntnis: "Wenn wir unseren Fußball wieder auf den Platz bringen wollen, müssen wir all in gehen, da muss es scheppern am Platz, auch im Training. Im Nachhinein haben wir zu wenige Einheiten eingebaut, wo es gescheppert hat."

Deswegen hat er auch zum Start in die Nations League nur matchfitte Spieler in den Kader einberufen.

Und doch wäre laut dem Coach bei einer anderen Auslosung mehr drinnen gewesen: "Selbst mit diesem Kader in dieser Verfassung, hätten wir im anderen Turnierbaum gespielt… Ich hätte gerne in der bosnischen Gruppe gespielt. Dann wären wir vielleicht gegen die Schweiz gekommen, selbst gegen Deutschland hätten wir ordentliche Chancen gehabt, das Spiel auf Augenhöhe zu bestreiten."

Dem war aber eben nicht so. Stattdessen ist das ÖFB-Team am Ende mit neun Gegentoren aus vier Spielen heimgefahren. "Das ist zu viel. Wir müssen wieder dahin kommen, zu Null zu spielen. Das hat in erster Linie etwas mit Intensität zu tun", meint Rangnick.

Die verworfene Spanien-Idee

Vor dem Duell mit Spanien habe er sogar "überlegt, ob wir mal aus einem tiefen Block mit Fünferkette spielen". Der Plan wurde dann aber verworfen.

"Wenn wir das gemacht hätten, wäre es eine Abwehrschlacht gewesen"

"Wenn wir das gemacht hätten, wäre es eine Abwehrschlacht gewesen. Mit welchen Spielerprofilen kannst du dann einen Konter setzen? Da brauchst du einen richtig schnellen Tempodribbler. Patrick Wimmer ist das theoretisch, vielleicht Konrad Laimer, dann hört’s aber auch schon auf", so Rangnick.

In vielen Gesprächen über diese Variante sei der Tenor gewesen: "Wir bleiben bei unserer DNA!"

Weniger Golf und Ausflüge

Eine Sache werde er aber im Vergleich zur WM verändern: die Freizeitmöglichkeiten der Spieler. Bekanntlich haben Teile des Kaders sehr oft und gerne Golf gespielt, auch freie Tage in Santa Barbara oder Los Angeles gab es.

"Wir werden das bei den nächsten Lehrgängen ein bisschen reduzieren", kündigt Rangnick an, "es ist immer eine Frage der Ausgewogenheit. Wir haben gedacht, es ist für die Jungs energetisch und mental nicht verkehrt, wenn sie rauskommen und ihre Familien treffen können. Wir werden das auf ein anderes Maß reduzieren."

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