György Garics beendet Karriere als Profi-Fußballer

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György Garics gibt das Ende seiner Karriere als Profi-Fußballer bekannt.

In Zukunft wird der 41-fache ÖFB-Teamspieler für den italienischen Amateurverein Imolese Calcio 1919 tätig sein.

"Dieser Schritt ist für Fußballer irgendwann unvermeidlich und ich möchte ihn jetzt machen, wenn es am Schönsten ist - nach der 'Wundersaison mit Darmstadt' und der EURO 2016 in Frankreich", schreibt Garics in einem ausführlichen Brief (siehe unten) und betont:

"Das Feuer, das in mir brennt, wird wahrscheinlich nie erlöschen. Die Leidenschaft für das runde Leder, die seit 27 Jahren besteht, wird mich auch weiterhin begleiten. Ich habe versucht, meine komplette Karriere so zu gestalten, wie ich es wollte und nicht, wie das Geschäft es verlangt. Ich habe oft schwere Entscheidungen getroffen, aber keine war so schwer wie jene jetzt diesen Brief zu schreiben!"

Koller würdigt Garics

"Gyuri hat mit 41 Länderspielen und zwei Teilnahmen an den EM-Endrunden 2008 und 2016 eine tolle Karriere im ÖFB-Nationalteam gemacht. Auf dem Platz hat er sich immer beherzt in den Dienst der Mannschaft gestellt und konnte andere mit seiner Zielstrebigkeit mitreißen. Dabei hat ihn seine geradlinige wie offene Art besonders ausgezeichnet", würdigt Teamchef Marcel Koller die Verdienste des Rechtsverteidigers.

"Ich danke Gyuri für seinen Einsatz und wünsche ihm für seine neuen Herausforderungen alles Gute", so der Schweizer weiter.

Die besten Karriere-Bilder von György Garcis:

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György Garics kam 1998 zu Rapid und schaffte über die U19 und den Amateuren den Sprung zur Profi-Elf.

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Sein Debüt in der Bundesliga feierte der Defensivmann am 22. September 2002 unter Josef Hickersberger beim 1:2 gegen Sturm.

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Für Österreichs U21 lief der gebürtige Ungar insgesamt 25 Mal auf.

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Für Rapid absolvierte der heute 33-Jährige insgesamt 95 Einsätze.

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Im ÖFB-Team debürtierte Garics am 6. Oktober 2006 gegen Liechtenstein (2:1) - wieder hieß der Trainer Josef Hickersberger.

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Im Sommer 2006 wechselte Garics zum SSC Neapel, der damals in der Serie B spielte.

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Gleich in der ersten Saison gelang der Aufstieg in die Serie A.

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Noch während der EURO 2008 fixierte Garics seinen ligainternen Wechsel zu Atalanta Bergamo.

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Im August 2010 folgte ein Engagement beim FC Bologna.

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Nach fünf Jahren Bologna heuerte Garics im Sommer 2015 bei Darmstadt an - sein letztes Gastspiel im Profi-Fußball dauerte nur eine Saison.

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Neun Jahre als Profi in Italien

Mit diesem Entschluss geht der Traum des 33-Jährigen, seine Laufbahn als Profi bei seinem Herzensverein SK Rapid Wien ausklingen zu lassen, nicht in Erfüllung.

In der vergangenen Saison war Garics nach seinem Abschied vom deutschen Bundesligisten Darmstadt 98 vereinslos. Seine Teilnahme an der EURO 2016, bei der er jedoch ohne Einsatz blieb, war so gesehen im Nachhinein seine letzte Amtshandlung als Profi.

Seine Auslands-Karriere war vor allem von Stationen in Italien geprägt, wo er von 2006 bis 2015 für den SSC Napoli, Atalanta Bergano und den FC Bologna aktiv war.

"Ich kenne Gyuri lange und schätze ihn als Sportler wie als Mensch sehr. Er war ein absolut vorbildlicher Nationalspieler, der immer alles gegeben hat. Neben seinem Ehrgeiz zeichnete ihn stets seine selbstbewusste und reflektierte Persönlichkeit aus. Gyuri wusste bereits in jungen Jahren, was er will und ist diesen Weg unbeirrt gegangen. Dieser Einsatz hatte eine hervorragende Karriere im ÖFB-Nationalteam und auf Vereinsebene zur Folge. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken und wünsche ihm für seine Zukunft alles Gute", erklärt ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner.

Garics ließ den ÖFB via Aussendung die Öffentlichkeit von seinem Entschluss informieren. Dieser Aussendung ist folgende persönliche Stellungnahme von Garics beigefügt:

Liebe Fans!

In den vergangenen Monaten haben mich viele Fragen beschäftigt und ich habe mir viel Zeit genommen, um eine, für mich passende, Antwort auf jede dieser Fragen zu finden. Eine hat mich nicht mehr losgelassen. Das war jedoch nicht jene, in welchem Land ich meine Karriere fortsetzen oder ob ich mich für Verein A oder B entscheiden soll, sondern jene, wann und ob ich soweit bin, den schwierigsten Schritt meiner Karriere zu gehen. Bin ich bereit für ein Karriereende im Profisport?

Dieser Schritt ist für Fußballer irgendwann unvermeidlich und ich möchte ihn jetzt machen, wenn es am Schönsten ist - nach der „Wundersaison mit Darmstadt“ und der EURO 2016 in Frankreich. Bei meiner Entscheidung hat das Leben, und all das, was es mit sich bringt, eine wesentliche Rolle gespielt. Ihr wisst, dass das letzte Jahr wahrscheinlich das Schmerzhafteste meines Lebens war. Mit der Entscheidung, im August 2016 Darmstadt zu verlassen, habe ich bereits den Grundstein für meine Zukunft gelegt. Es ist die Zeit gekommen, in der der Körper nachlässt, sich die Jahre am Feld bemerkbar machen und einem einfach die Luft fehlt, um wieder voll anzugreifen. Andere Dinge rücken in den Vordergrund, man steckt sich neue Ziele. Das Schwierigste ist, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, in dem man sagen muss: Das war’s mit dem Fußball auf höchstem Niveau!

Dieser Zeitpunkt ist jetzt für mich gekommen. Das Feuer, das in mir brennt, wird wahrscheinlich nie erlöschen. Die Leidenschaft für das runde Leder, die seit 27 Jahren besteht, wird mich auch weiterhin begleiten. Ich habe versucht, meine komplette Karriere so zu gestalten, wie ich es wollte und nicht, wie das Geschäft es verlangt. Ich habe oft schwere Entscheidungen getroffen, aber keine war so schwer wie jene jetzt diesen Brief zu schreiben!

Ich blicke voller Vorfreude auf das, was die Zukunft bringt, denn ab jetzt fängt ein neues, gänzlich anderes Leben für mich an. Ein Leben voller neuer Ziele, Kontakte und Emotionen, das ganz anders sein wird, als jenes, das ich bisher kannte. Ich werde nicht komplett von der Bildfläche des Fußballs verschwinden, sondern ab sofort für Imolese Calcio 1919 tätig sein. Derzeit ist der Verein, der mir im vergangenen Jahr ermöglicht hat, mich fit zu halten, noch im Amateurbereich tätig. Doch mit Fiorella Poggi und Lorenzo Spagnoli stehen dem Klub ambitionierte Personen vor, die etwas bewegen möchten und die ich in den vergangenen Monaten gut kennen und schätzen gelernt habe. Wir teilen ähnliche Ideen, möchten gemeinsam etwas aufbauen und den Verein in den Profibereich führen. In den kommenden Jahren werde ich, soweit es meine Gesundheit zulässt, das Team auf dem Rasen unterstützen und im Anschluss daran den Weg von Imolese als Funktionär mitgestalten. Ich freue mich bereits sehr auf die Zusammenarbeit!

Dieses neue Leben wird mir etwas ermöglichen, das ich während meiner gesamten Karriere nicht tun konnte und speziell in den vergangenen Jahren sehr zu schätzen gelernt habe: Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ich möchte jenen beistehen, die mir mit ihrer Unterstützung eine Karriere ermöglicht haben, von der ich bereits als kleiner Bub geträumt habe. Jetzt ist es soweit, dass ich all diesen Menschen etwas zurückgebe und für sie da bin, wenn sie mich brauchen - so wie sie es getan haben, als ich sie gebraucht habe. Für mich ist die gemeinsame Zeit das Wichtigste im Leben. Aus diesem Grund beende ich heute nicht nur meine Karriere als Profifußballer auf höchstem Niveau, sondern auch jene im ÖFB-Nationalteam.

Ich möchte mich sehr herzlich bei jenen bedanken, die es mir jetzt erlauben, mein neues Leben zu beginnen und natürlich bei jenen, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben. Ein großes Dankeschön gebührt dem ÖFB, der mich immer unterstützt hat. Danke an die Präsidenten und Sportdirektoren, die mir die Möglichkeit gegeben haben, die verschiedensten Vereinsfarben zu tragen und allen Trainern, die mir von klein auf versucht haben, ihre Ideen nahezubringen. Ich danke allen Mitspielern, von denen ich wahrscheinlich am meisten gelernt habe, und allen Fans, die im Laufe meiner Karriere hinter mir gestanden sind. Zuletzt, aber wahrscheinlich am meisten, bedanke ich mich bei meiner Familie. Ohne sie wäre ich nie so weit gekommen! Ich schließe das bisher größte Kapitel meines Lebens. Die Erinnerungen an diese Zeit werden mir ewig bleiben und für all das sage ich DANKE, DANKE und nochmals DANKESCHÖN!

Gyuri Garics


Textquelle: © LAOLA1.at

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