Marko Arnautovic: Eine Antwort ans ÖFB-Präsidium

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Am Freitag hat Österreichs Nationalteam mit dem 3:2 gegen Serbien einen Sieg eingefahren.

Am Samstag steigt ein für die Zukunft der ÖFB-Elf tendenziell wichtigeres "Match" - jenes im ÖFB-Präsidium, in dem es um die Personalie Sportdirektor und damit um die sportliche Ausrichtung des Verbandes geht.

Die drei Punkte auf dem Platz könnten jedoch ein Signal in Richtung der Funktionäre sein, die über das berufliche Schicksal von Willi Ruttensteiner entscheiden.

Marko Arnautovic hat sich diesbezüglich in einer turbulenten ÖFB-Woche klar positioniert und legt nach dem Serbien-Spiel noch einmal nach:

"Es gab in dieser Woche viel Kritik, es ist nicht um die Mannschaft gegangen. Das hat mir nicht gepasst, das passt mir immer noch nicht! Aber wir haben jetzt die Antwort darauf gegeben, und das macht mich stolz!"


"Das Präsidium sollte mal mit uns reden"

"Und - ich hab' recht gehabt", wirft der 28-Jährige ein, als er das Reizwort "Präsidium" hört, betont, dass er eigentlich nichts mehr sagen will, sagt dann aber doch einiges:

"Ihr habt's eh schon alles geschrieben, was ich über die gesagt habe. Die wissen, was ich über sie denke und fertig. Sollen sie machen, was sie wollen! Was soll ich sagen? Wir Spieler werden nicht gefragt, und genau das ist der Fehler! Das Präsidium sollte mal mit uns reden, denn wir sind die Leute, die am Platz stehen, alles geben und eine auf den Kopf kriegen von den Fans, wenn es nicht passt - und kein anderer sonst."

Zwischen Serbien-Spiel und Sitzungsbeginn am Samstagfrüh wird dieser Austausch tendenziell nicht mehr stattgefunden haben. Also bleibt auch dem West-Ham-Legionär wohl nichts anderes übrig, als abzuwarten, ob Ruttensteiner doch noch bestätigt wird, oder ein Ersatzkandidat - als Favorit gilt bekanntlich Peter Schöttel - zum Zug kommt.

Kollers Charakter

"Das ist Charakter! Wenn du eine Woche vor dem Rauswurf stehst, kann es auch sein, dass du keine Lust mehr zum Hakeln hast. Er hat das aber schon!"

Arnautovic über Koller

Derweil kann sich Arnautovic freuen, dass man Marcel Koller in seinem letzten WM-Qualifikations-Heimspiel als Teamchef einen schönen Abschied bereitet hat. Wenn es um die Herangehensweise des Schweizers in dieser Woche geht, gerät er ins Schwärmen:

"Sicher macht uns dieser Sieg zum Abschied glücklich, aber andererseits macht es uns auch nicht glücklich, weil wir wissen, dass es für ihn nicht gut ausieht und er nach dem nächsten Länderspiel gehen muss. Das ist keine gute Sache. Aber wir haben ihm etwas zurückgegeben. Das ist einfach auch Charakter, genau wie er Charakter zeigt - und auch Motivation. Wenn du eine Woche vor dem Rauswurf stehst, kann es auch sein, dass du keine Lust mehr zum Hakeln hast. Er hat das aber schon! Er war motiviert, und er hat uns motiviert, und er wird uns auch gegen Moldawien motivieren. Das muss man ihm hoch anrechnen."

Nachsatz bezüglich der Zukunft von Koller: "Er wird schon seinen Weg gehen. Da mache ich mir keine Sorgen."

Großer Stolz auf die jungen Spieler

Keine Sorgen macht sich Arnautovic auch um die Moral der Mannschaft, die gegen Serbien einen Charaktertest in einem Spiel bestanden hat, in dem es für den Gegner um die direkte WM-Qualifikation, für Österreich gleichzeitig um nichts mehr ging.

"Keiner hat geglaubt, dass wir dieses Spiel gewinnen", glaubt der Offensivspieler, der "einen großen Stolz auf die jungen Spieler" verspürt:

"Jene, die reingekommen sind, haben das richtig gut gemacht. Wir hatten angeschlagene Spieler in der Startelf, aber jeder wollte spielen. Das ist Charakter, wenn du auf den Platz gehst und weißt, es geht um nichts mehr, aber du gibst alles und probierst das Spiel zu gewinnen. Da kann ich nur sagen: Respekt, das sind Fußballer! Wenn ich rausgehe, nur damit ich die 90 Minuten spiele und dann eine 0:3-Klatsche kriege, dann hast du auf dem Platz nichts verloren."

Kein Jubel beim Tor

Angesichts seiner serbischen Wurzeln war die Partie für Arnautovic natürlich etwas Spezielles. Dass ihm zudem der Treffer zum 2:1 gelang, sorgte für zusätzliche Glücksgefühle.

"Für mich war dieses Spiel sehr emotional. Ich habe natürlich die Fans beider Seiten gehört - also die Pfeifkonzerte und die Klatschkonzerte. Aber das ist normal. So etwas muss man als Fußballer ausblenden, da muss man einfach durch. Ich denke, ich habe meinen Job gemacht, die richtige Antwort gegeben. Natürlich juble ich beim Tor aus Respekt vor meinem zweiten Land nicht. Fast meine ganze Familie ist aus Serbien."

Arnautovic drückt den Serben die Daumen, dass sie es zur WM nach Russland schaffen. Eine Reise, die er naturgemäß gerne mit Österreich angetreten hätte. Wenn man vom Resultat absieht, erinnerte die Partie angesichts der zahlreichen vergebenen Chancen phasenweise an diverse nicht gewonnene Quali-Partien.

Vergebene Chancen stimmen nachdenklich

"Ich erwarte gar nichts. Man kann hier nichts mehr erwarten. Es wird eh gemacht, was man will. Deswegen kann man auch nichts erwarten. Wenn irgendjemandem irgendetwas nicht passt, soll er zu mir kommen und reden..."

Arnautovic über das ÖFB-Präsidium

Dieser Umstand stimmt den England-Legionär auch an einem siegreichen Abend nachdenklich: "Ich denke immer noch, dass wir in fast jedem Spiel die bessere Mannschaft waren, aber wir haben die Chancen nicht genützt. Diesmal hätten wir, wenn wir alle zusammenzählen, vielleicht auch sechs machen können. Das müssen wir verbessern. Serbien hat eine Chance - ein Tor! Und dann haben sie die zweite Chance - das zweite Tor! Das ist skrupellos. So gewinnt man Spiele und so fährst du zur WM. Aber wenn du zehn Chancen hast, dabei nur eines machst, und die anderen machen zwei, dann reicht es nicht."

Jetzt, wo es zu spät sei, hätte man mehr Tore als der Gegner erzielt: "Es ist sehr schade, dass wir nicht dabei sind. Aber bei der EURO-Quali sind wir wieder da." 

Präsidium? "Es wird eh gemacht, was man will!"

Auf die Frage, mit welcher sportlichen Leitung Arnautovic dieses Versprechen einlösen kann, wird es am Samstag die erste Antort geben. Welche Erwartung er für die Präsidiumssitzung habe?

"Ich erwarte gar nichts. Man kann hier nichts mehr erwarten. Es wird eh gemacht, was man will. Deswegen kann man auch nichts erwarten. Aber jetzt will ich wirklich nichts mehr dazu sagen. Wenn irgendjemandem irgendetwas nicht passt, soll er zu mir kommen und reden..."

Auf diverse Mitglieder des ÖFB-Präsidiums wartet tendenziell ein frostiges Gesprächsklima, sollten sie nicht noch rechtzeitig umdenken...


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