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Alternative, aber keine Dauerlösung für Zukunft

Spieler begrüßten Dreierkette gegen Moldawien. Mehr Variabilität, aber keine Dauerlösung.

Alternative, aber keine Dauerlösung für Zukunft

Die Premiere war wahrlich nicht von Erfolg gekrönt.

Das 1:2 gegen Island bei der EURO 2016 ist noch in bitterer Erinnerung, die von Marcel Koller damals ausgepackte Dreierkette im 3-4-1-2-System ging nach hinten los.

Beim 2:0 gegen Moldawien wurde das Experiment wiederholt - und bestand im 4-3-3 die Prüfung:

„Für mich war es fast schon sehr gut. Aber natürlich hat es kleine Abstimmungsfehler gegeben, das ist halt normal. Man kann das nicht sofort beherrschen“, war Marko Arnautovic begeistert.

Die Highlights der Partie gegen Moldawien:
(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Ein System zum „Verfeinern und Verbessern“

Koller verwies auf seine eigene Erfahrung, dass die Perfektion eines Systems mit einem Nationalteam erst nach zweieinhalb Jahren eintreten würde.

Für den ersten Neuversuch war Moldawien als Gegner jedoch dankbar, da die Gäste laut Marcel Sabitzer „nur wenig mit dem Spiel zu tun haben wollten“.

Das ÖFB-Team wurde defensiv wenig gefordert, konnte mit dieser Variante noch mehr Offensivdruck erzeugen und vor allem über die Seiten für gefährliche Aktionen sorgen.

„Da waren nur mehr ein, zwei Tage da, um dieses System einzustudieren. Dafür war es schon ganz gut, aber trotzdem müssen wir das noch verfeinern und verbessern – die Laufwege oder das Timing beim Abspiel“, ist sich Zlatko Junuzovic sicher und fügt hinzu:

„Wir haben viel probiert, viele intensive Läufe gehabt, auch rein in die Spitze. Aber es war nicht alles gut. Phasenweise haben wir gut gespielt, sind auch zu Chancen gekommen. Aber wir müssen hie und da noch den besseren Rhythmus finden, auch bessere Abstimmungen. Wir haben es gut umgesetzt, aber wir können es noch besser.“

Keine Dauerlösung gegen jeden Gegner

Ein paar wenige Spieler kannten das System zumindest schon von ihren Vereinen und stießen nicht auf gänzliches Neuland. Andere wiederum hatten ihre sonstige Position neu zu interpretieren.

Der Tenor der Spieler: Teilweise war es gut, teilweise nicht. Doch in diesem Fall zählte alleine schon der Versuch. Mit dieser neuen Variante bieten sich Koller und seinem Team neue Möglichkeiten.

Martin Harnik meinte: "Ich denke schon, dass es abhängig vom Gegner war. Das heißt aber nicht, dass es nicht ein System für die Zukunft sein kann." Deshalb gab sich auch David Alaba skeptisch: „Ob das die Lösung für jeden Gegner sein wird, weiß ich jetzt nicht unbedingt." Auch Koller betonte, dass das nicht der Fall sein wird.

Denn die Dreierkette wurde gegen Moldawien bewusst gewählt, somit auf den Gegner abgestimmt. Variabilität kann auch in Zukunft ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg werden.

„Dann sind wir, glaube ich, weniger ausrechenbar“, gibt auch Martin Hinteregger zu, der sich links in der Dreierkette sichtlich wohl fühlte und entfalten konnte.

„Wir müssen variabel bleiben“

Im vergangenen Jahr hatte man Probleme, da sich die Gegner immer besser auf das etablierte 4-2-3-1 eingestellt hatten. Der Überraschungseffekt war gleich Null.

Nun wurde es Zeit, eine neue Entwicklung einzuleiten und sich durch das Beherrschen unterschiedlicher Systeme qualitativ zu steigern.

„Wir müssen variabel bleiben. Es ist auf jeden Fall ein System, das wir anwenden können. Aber generell ist es wichtig, dass wir auch auf ein anderes zurückgreifen können und vielleicht noch auf ein weiteres. Wenn wir zwei oder drei haben, wo wir hie und da etwas verändern können, wenn es schwieriger ist, ist es ja gut“, zeigt sich Junuzovic als Befürworter des neuen Konzepts und ergänzt:

„Wir müssen so oder so gewappnet sein, sicher auch ein bisschen auf den Gegner abgestimmt, aber so dass wir trotzdem unser Spiel durchziehen können. Ich glaube, das wird das Ziel sein.“

Noch viel Luft nach oben

Eckpfeiler der neuen Ausrichtung sind laufstarke Außenspieler, die sowohl ihre Defensiv- als auch ihre Offensivaufgaben erfüllen, eine eingespielte Abwehrreihe, Spieler, die das Zentrum zusammenhalten und Offensivspieler, die gegen eine engmaschige Abwehr Löcher finden und diese nützen.

„Das Kurzpassspiel war auf jeden Fall gut, wir haben probiert, uns gegenseitig zu helfen. Aber natürlich haben wir da auch einige Abspielfehler gemacht, natürlich hat da auch nicht alles funktioniert. Teilweise war es gut, teilweise war es nicht so gut. Wir können uns in allen Bereichen verbessern. Die Moldawier sind sehr tief gestanden. Da muss man dann auch schauen, wie es gegen einen Gegner ist, der weiter vorne das Spiel bestimmen kann. Da schaut es vielleicht noch einmal anders aus“, wagt Junuzovic einen Blick in die Zukunft.

Schon vor dem anstehenden Testspiel gegen Finnland ist es Kollers Aufgabe, das richtige Rezept zu finden.

Einerseits spricht viel dafür, das System mit Dreierkette weiter zu vertiefen, andererseits ist Finnland mit Sicherheit mehr daran interessiert als Moldawien, auch offensiv Nadelstiche zu setzen.

DAS System für die Zukunft gibt es nicht

Im Juni im so wichtigen WM-Quali-Spiel gegen Irland sind möglicherweise wieder ganz andere Kriterien gefragt.

DAS System für die Zukunft des ÖFB-Teams wird es nicht geben. Jenes aus dem Moldawien-Spiel wird aber definitiv ins Programm aufgenommen.

„Ich denke, dass man das heute gesehen hat, wie wichtig das sein kann, dass wenn wir ein anderes System spielen können, das erfolgreich sein kann“, ist Alaba zuversichtlich.

Dass in dieser Hinsicht noch viel Arbeit bevorsteht, ist allen Beteiligten bewusst. Auch wenn die Umsetzung gegen Moldawien für einige schon fast sehr gut war.

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