So läuft die UEFA Nations League

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Nach einem fußballerischen Großereignis startet die Qualifikationsphase für den nächsten Bewerb, darauf ist der gemeine Fußballfan konditioniert. Doch für diesen Qualifikationszyklus zur EURO 2020 hat sich die UEFA etwas ganz Besonderes ausgedacht, die Nations League.

Die UEFA Nations League wurde im März 2014 vorgestellt und wird laut dem damaligen UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino „weniger prestigeträchtigen Nationalmannschaften Spiele garantieren.“

Denn im Gegensatz zu Freundschaftsspielen, die von den einzelnen Verbänden ausgehandelt werden, nehmen an der Nations League alle 55 Mitglieder des europäischen Kontinentalverbandes teil. Die Ergebnisse des neuen Bewerbes werden allerdings auch Auswirkungen auf die vorher erwähnte EURO 2020 haben.

Das Format

Die 55 Teilnehmer wurden anhand des UEFA-Koeffizienten nach der WM-Qualifikation, in vier Ligen aufgeteilt. Liga A und B enthalten jeweils 12 Mannschaften. Liga C enthält 15 Teams, während in Liga D 16 Mannschaften sind.

In Liga A befinden sich die besten Mannschaften Europas, wie Weltmeister Deutschland oder Europameister Portugal, Liga B stellt die Leistungsklasse darunter da und enthält Mannschaften wie Österreich oder die Türkei. In Liga C reicht das Leistungsspektrum von Serbien und Ungarn bis Estland und Litauen. In Liga D befinden sich die kleineren Lichter des europäischen Fußballs wie Aserbaidschan, Liechtenstein oder Gibraltar.

Die Ligen selbst wurden darüber hinaus für die Auslosung in Töpfe aufgeteilt. In Liga A und B bestehen alle Gruppen aus jeweils drei Mannschaften, in Liga C gibt es drei Vierer-Gruppen und eine Dreier-Gruppe. Liga D besteht aus vier Vierer-Gruppen.

Mannschaften in Liga D müssen allerdings ob ihrer Platzierung in der schwächsten der vier Leistungskategorien nicht verzagen, denn die Nations League wartet mit einem Aufstiegs-, Abstiegssystem auf. So ist es möglich, dass San Marino irgendwann mit Deutschland und Frankreich um den Titel in Liga A mitspielt, zumindest in der Theorie.

Während der Gruppenphase spielen alle Teilnehmer einer Gruppe zweimal gegeneinander, einmal zu Hause, einmal auswärts.

Die vier Gruppensieger von Liga A spielen in den "Nations League Finals" den Sieger der Nations League aus. Um die Finalspiele auszulosen, werden die vier Gruppensieger in ein eigenes Ranking gesteckt. Die beste Mannschaft trifft auf den schlechtesten Gruppensieger. Das andere Halbfinale bestreiten der zweit- und drittbeste Gruppensieger. Die Sieger der beiden Halbfinals treffen im Finale aufeinander, die beiden Verlierer spielen um Platz 3.

Die Möglichkeit ein Finale auszuspielen, gibt es für die Gruppensieger der Ligen B, C und D nicht, stattdessen steigen diese Mannschaften direkt in die nächsthöhere Liga auf.

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Doch wo es Aufsteiger gibt, gibt es auch Absteiger, in den Ligen A und B sind das automatisch die Gruppenletzten.

In Gruppe C ist der Abstiegsprozess komplizierter, da Gruppe 1 nur drei Teams enthält, die Gruppen 2, 3 und 4 allerdings vier. Fix abgestiegen sind die Letzten der drei Vierergruppen. Um den vierten Absteiger zu bestimmen, werden die vier Gruppendritten (in Gruppe 1 effektiv der Gruppenletzte) herangezogen. Diese vier Teams werden in ein eigenes Ranking gepackt und um Gleichheit an Spielen herzustellen, werden die Ergebnisse der Gruppendritten, mit vier Teams in der Gruppe, gegen den Gruppenletzten gestrichen. Der schlechtest-gereihte Gruppendritte findet sich in der nächsten Nations-League-Saison in Liga D wieder.

Einen Vorteil hat es, in Liga D zu spielen, denn der Gruppenletzte kann nicht weiter absteigen. Der letzte Gruppen-Platz in Liga D hat also keine weiteren Auswirkungen.

EURO 2020

Doch wie beeinflusst dieser Prozess die Qualifikation für die folgende Europameisterschaft? Die Qualifikation beginnt erst im März 2019, da die Gruppenphase der Nations League zwischen September und November 2018 absolviert wird.

Da die Europameisterschaft 2020 paneuropäisch ausgetragen wird, gibt es keinen automatischen Qualifikationsplatz für den Veranstalter, wie es bei anderen Großereignissen üblich ist.

Ansonsten verläuft der Prozess ähnlich wie bei vorigen Europameisterschaften, nur dass dieses Mal nicht alle Teilnehmer über die herkömmliche Qualifikation ermittelt werden, sondern nur 20 der 24 Mannschaften.

Die 55 potentiellen Qualifikanten werden in zehn Gruppen gelost, fünf enthalten fünf Teams, die anderen fünf enthalten sechs Mannschaften. Die ersten beiden Teams aller zehn Gruppen sind fix für die Europameisterschaft qualifiziert.

Hier kommt die Nations League ins Spiel, denn die restlichen vier Plätze werden mittels Play-Off-System an die besten Mannschaften der Nations League vergeben, die nicht für die Europameisterschaft qualifiziert sind.

Die Gruppensieger aller Ligen spielen um ein EURO-Ticket. Sollte ein Gruppensieger bereits qualifiziert sein, rückt das nächstbeste, nicht qualifizierte, Team nach, dies kann dann auch ligaübergreifend passieren.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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