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Rangnick über Eventarena: "Tust du nicht aus Jux und Tollerei"

Interessierte Investoren könnten laut ÖFB-Teamchef auch die Abrisskosten des Happels tragen.

Rangnick über Eventarena: "Tust du nicht aus Jux und Tollerei" Foto: © GEPA
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Ralf Rangnick hält den Standort des aktuellen Ernst-Happel-Stadions für den besten, den es für eine von ihm propagierte, multifunktionale Eventarena in Österreich geben würde.

"Logistisch und verkehrstechnisch ist das der beste Standort, da braucht man gar nicht lange diskutieren", versicherte der ÖFB-Teamchef vor Journalisten. Für die kommenden Wochen sei ein Treffen mit Wiens Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) avisiert, in dem das Thema neuerlich besprochen werden soll.

Laut Rangnick habe eine Gruppe von erfolgreichen Unternehmern und Investoren "absolutes Interesse" bekundet. "Aber natürlich wollen die vorher wissen, wo ist der Standort, wie sieht es mit Namens- und Betreiberrechten aus." Die Finanzierung sei ein wichtiges Thema. "Dazu ist es aber erst mal Voraussetzung, dass man darüber spricht", meinte der Nationaltrainer.

"Das tust du nicht aus Jux und Tollerei"

"Eine Summe von 600 Millionen oder eine Milliarde in die Hand zu nehmen, das tust du nicht aus Jux und Tollerei. Das tust du nur, wenn du auch die Möglichkeit siehst, danach Geld damit zu verdienen."

Dafür soll die Multifunktionsarena laut Rangnick 365 Tage im Jahr bespielt werden können - mit vielen anderen Events neben dem Fußball.

Hürden für einen Neubau

Eigentümerin des Happel-Stadions ist die Stadt Wien. Sie müsste das Grundstück im Prater in dem Szenario allfälligen Investoren überlassen, dazu würden hohe Abrisskosten für das alte Oval entstehen.

Auch diese könnten laut Rangnick die privaten Geldgeber übernehmen. "Wenn wir über Investoren reden, reden wir darüber, dass es gar keine Steuergelder kostet. Die Stadt Wien würde es überhaupt nichts kosten", erklärte der Deutsche. "Im Moment ist das aber noch relativ viel Konjunktiv."

Warum sich Rangnick, der sich zwar als "Zugereisten", aber auch als "halben Österreicher" bezeichnete, weiterhin so für die Sache einsetzt? "Weil es für mich vollkommen klar ist, dass Österreich und die Stadt Wien so etwas braucht. Es wäre extrem bereichernd, wenn man gemeinsam überlegt, wie man so etwas in die Tat umsetzen kann."

Lob für neuen Co-Trainer Ritscher

Für bereichernd hält Rangnick in seinem Betreuerteam auch den neuen Co-Trainer Maximilian Ritscher. "Es macht großen Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten", sagte der Teamchef über den 32-jährigen Assistenzcoach von Dietmar Kühbauer beim LASK. "Er hat alles, was wir uns von ihm erhofft und versprochen haben, genau so erfüllt."

Ritscher hatte bei der ÖFB-Auswahl im September die Aufgaben von Stefan Oesen etwa im Bereich der Standardsituationen übernommen, nachdem dieser in die Rolle des früheren Rangnick-Assistenten Lars Kornetka aufgerückt war.

Weniger zufrieden war Rangnick mit der Ausdehnung des ersten Länderspielfensters nach der WM auf vier Spiele, um eine Abstellungsperiode im Herbst einzusparen. Vier Langzeitverletzte, die er Ende September bzw. Anfang Oktober vorzeitig nach Hause habe schicken müssen, wertete er als Signal, dass vier Partien in zehn oder elf Tagen für die Nationalspieler zu viel seien.

"Würde wieder den alten Zustand herbeiführen"

"Meine Meinung ist klar: Ich würde wieder den alten Zustand herbeiführen." Auch Clubverantwortliche hätten erkannt, dass die neue Lösung nicht der Weisheit letzter Schluss sei. "Drei Wochen Saisonpause nach sieben Spieltagen sind für sie auch nicht einfach zu handlen."

Er selbst hat ein Überangebot in der Innenverteidigung zu managen. Für Werder-Bremen-Kapitän Marco Friedl etwa war im Kader für die anstehenden Nations-League-Partien gegen Irland und Israel (14. und 17. November) kein Platz mehr. "In erster Linie achten wir darauf, dass wir Spieler auf der Position haben, die unsere Spielidee intus haben, die es auch lieben, vorwärts zu verteidigen", sagte Rangnick.

Vorbereitung am ÖFB-Campus

Mit Michael Svoboda nominierte der 68-Jährige einen dritten Premier-League-Verteidiger. Mit Jannik Schuster steht noch ein weiterer auf der Abrufliste parat. Dazu erwähnte Rangnick Samson Baidoo, Ifeanyi Ndukwe, Valentin Zabransky oder Leopold Querfeld als weitere Kandidaten.

"Wir haben auf der Position schon jede Menge Möglichkeiten und Alternativen." Im offensiven Mittelfeld würden mit Paul Wanner oder Patrick Wimmer dagegen Akteure ausfallen, "die im letzten Lehrgang noch richtig gut waren".

Positiv äußerte sich Rangnick auch über Borussia Dortmunds Carney Chukwuemeka. "Es ist erfreulich, dass er regelmäßiger spielt. Das ist genau der Schritt, den es jetzt für ihn gebraucht hat." Das soll der Mittelfeldmann auch gegen Irland und Israel zeigen. Die Rangnick-Auswahl bereitet sich nächste Woche auf dem ÖFB-Campus in Wien-Aspern auf das abschließende Länderspiel-Doppel des Jahres vor.

Mit einem Heimsieg in Linz gegen Irland würden die Österreicher als Nations-League-Gruppensieger feststehen und in die Liga A aufsteigen. Rangnick: "Dieses Spiel wird alles andere als ein Selbstläufer."

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