Cup der leeren Ränge

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Der ÖFB-Cup hat ein Image-Problem und ein Termin-Problem. Diese Tatsachen wurden im Viertelfinale des Bewerbs schonungslos offenbart.

Insgesamt nur 12.046 Zuschauer waren bei den Spielen in Wien, Graz, Salzburg und Mattersburg im Stadion. Das ergibt einen mageren Durchschnitt von 3.012 Besucher pro Cup-Partiel. Und das, obwohl die beiden österreichischen Zuschauer-Magneten Rapid und Sturm Heimspiele hatten.

Doch auch aufgrund der Kältewelle, die mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt gewiss zahlreiche potenzielle Zuseher abgeschreckt hat, wurden die Spiele großteils vor praktisch leeren Rängen ausgetragen.

Spiel Zuschauer
Rapid-Ried 7.200
Sturm-Wimpassing 2.811
Salzburg-A. Klagenfurt 1.535
Mattersburg-Hartberg 500

Mattersburger Tiefpunkt

Am schlechtesten besucht war das Spiel des SV Mattersburg gegen den TSV Hartberg. Nur 500 Interessierte fanden sich im Pappelstadion ein. Für die Burgenländer, die schon seit geraumer Zeit nicht sonderlich viele Anhänger ins Stadion locken können, ein negativer Höhepunkt.

Zuletzt kamen am 22. April 2000 so wenige Zuseher zu einem Heimspiel des SVM. Damals war der Verein noch in der Regionalliga Ost aktiv und empfing den SV Würmla, Didi Kühbauers großer Bruder Josef wurde beim 3:1-Heimsieg eingewechselt.

Somit war das Cup-Viertelfinale am Dienstag das am schlechtesten besuchte Mattersburger Heimspiel seit dem Aufstieg in den Profi-Fußball.

Negativ-Rekord in Salzburg

Auch in der Mozartstadt wurde ein Negativ-Rekord verzeichnet. 1.535 Zuseher, davon rund 100 Anhänger von Auswärtsteam Austria Klagenfurt, verirrten sich in die Red Bull Arena, somit blieben 95 Prozent der Plätze leer.

Die Partie mit dem Verein aus der Kärntner Landeshauptstadt geht damit als das Heimspiel mit den wenigsten Fans in der Ära Red Bull in die Geschichte ein. Lediglich das "interne" Cup-Duell mit den Red Bull Juniors im April 2012 lockte noch weniger Fans an, nämlich 1.440, damals waren die RB-Profis aber das Auswärtsteam.

Grazer Erinnerungen an Bregenz

Beim SK Sturm muss man ebenfalls weit zurückblicken, um ein Spiel zu finden, das sich weniger Fanzuspruch erfreut hat als der 3:0-Sieg gegen Wimpassing am Mittwoch-Abend, als 2.811 Besucher den Weg in die Arena fanden. Im April 2004 ließen sich im Cup-Viertelfinale gegen Regi van Ackers Schwarz-Weiß Bregenz nur 1.628 Menschen in der damals noch Arnold-Schwarzenegger-Stadion genannten Heimstätte blicken.

Der finanziell arg gebeutelte SK Sturm befand sich damals in einer Krise, lag in der Tabelle mit nur vier Punkten Vorsprung auf Schlusslicht FC Kärnten auf dem vorletzten Platz, durfte sich gegen die Vorarlberger aber dank Treffern von Eddy Bosnar, Francisco Rojas, Ronald Brunmayr und Ekrem Dag über einen deutlichen 4:0-Erfolg freuen.

Schlechtester Besuch des Allianz Stadions

7.200 Zuseher trotzten der eisigen Kälte beim Spiel zwischen dem SK Rapid und der SV Ried. Zwar war das Heimspiel der Hütteldorfer somit mit Abstand das am besten besuchte Match des diesjährigen Cup-Viertelfinales, verhältnismäßig waren aber dennoch wenige Fans da.

Seit dem Einzug in das neue Allianz Stadion war ein Heimspiel des SCR noch nie so schlecht besucht. Dabei hatten all jene Abo-Besitzer, die von den Sektorsperren infolge des Skandal-Derbys betroffen sein werden, Freikarten für das Spiel erhalten. Weniger Fans kamen zuletzt im Februar 2016, also vor zwei Jahren, zu einer Partie, in der Rapid Heimrecht hatte - beim Cup-Viertelfinale gegen die Admira im Happel-Stadion waren 6.200 Menschen dabei.

2019 noch früher!

Im Vergleich zum Cup-Viertelfinale im Vorjahr, das erst Anfang April, also bei wesentlich freundlicherem Wetter, ausgetragen wurde, sind diesmal im Durchschnitt fast 1.000 Fans pro Spiel weniger gekommen. Bei den Spielen Grödig-LASK (1.260), Austria-Admira (5.054), Salzburg-Kapfenberg (2.856) und St. Pölten-Rapid (6.721) waren insgesamt 15.891 Besucher anwesend.

In der kommenden Saison müssen sich die Fans übrigens erneut auf bitterkalte Besuche der Cup-Viertelfinal-Spiele vorbereiten.

Die Duelle gehen nämlich noch früher als 2018 über die Bühne, der Rahmenterminplan der Bundesliga sieht die Spiele am 16. und 17. Februar 2019 vor. Neu: Die Spiele finden somit an einem Wochenende statt und eine Woche bevor die höchste Spielklasse aus der Winterpause erwacht, die 19. Runde steht nämlich am 23. und 24. Februar auf dem Programm.

Für eine Aufwertung des ÖFB-Cups hat indes die UEFA gesorgt: Der Cupsieger 2019 hat einen Fixplatz in der Gruppenphase der Europa League, erspart sich also jegliche Qualifiktationsrunden.

VIDEO: Wir haben die Rapid-Fans gefragt: "Was macht ihr heute im Stadion?!"


Textquelle: © LAOLA1.at

Fan-Schwund: Negativ-Rekord in Salzburg

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