Endstand
1:3
0:0, 1:1, 0:2
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"Schlingel" Bajic lässt Rapid weiter vom Cup-Titel träumen

Ante Bajic zaubert Rapid mit zwei Traumtoren in der Verlängerung ins Halbfinale des ÖFB-Cups, hätte jedoch schon früher die Entscheidung herbeiführen können.

Foto: © GEPA

Es war mehr als nur ein hartes Stück Arbeit für den SK Rapid Wien, der im ersten Pflichtspiel des Kalenderjahrs 2023 über satte 120 Minuten gefordert war - am Ende aber als Sieger hervorging.

Mit einem 3:1-Auswärtssieg nach Verlängerung gegen den Wolfsberger AC (Spielbericht >>>) haben die Grün-Weißen nicht nur einen erfolgreichen Auftakt in die zweite Saisonhälfte hingelegt, sondern bleiben auch noch weiter im Rennen um den Titel im ÖFB-Cup.

Dabei sah es über weite Strecken so aus, als würde das Cup-Abenteuer der Hütteldorfer im Viertelfinale sein Ende finden, war es doch der WAC, der sich in der zweiten Halbzeit - alles andere als unverdient - in Führung schoss.

"Es war irrsinnig spannend, war irrsinnig intensiv mit Chancen auf beiden Seiten", lautet die erste Stellungnahme von Rapid-Cheftrainer Zoran Barisic gegenüber "RapidTV". "Wir haben auch das Glück auf unserer Seite gehabt, dass wir nicht 0:2 in Rückstand geraten sind."

Sollbauer: "Solche Geschichten schreibt nur der Fußball"

Aberkanntes Abseitstor, Lattentreffer: Der WAC war in den ersten 90 Minuten wahrlich nicht vom Glück verfolgt - und hielt Rapid so mit einer unzureichenden Chancenverwertung im Spiel.

Das sollte sich schließlich auch rächen: Michael Sollbauer leitete den Rapid-Turnaround per Kopf ein, brachte die Wiener mit seinem Tor zum 1:1 in die Verlängerung.

"Ich finde, dass die Mannschaft eine super Moral gezeigt hat, dass wir uns zurückgefightet haben in das Spiel", erklärt Sollbauer, der sich ausgrechnet gegen seinen Ex-Klub erstmals als Rapid-Spieler in die Torschützenliste eintragen durfte.

"Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. In dem Moment war mir einfach wichtig, dass wir zurück im Spiel sind. Dass es dann das erste Tor war gegen den WAC, das ist eine Randnotiz. Ich freue mich total, dass ich der Mannschaft helfen habe können", so der 32-Jährige.

Karotten? Bajic scherzt über Erfolgsrezept

So ging es dann eben in die Verlängerung, in der letztlich Ante Bajic "zwei Gustostückerl" auspackte, wie Sollbauer meint, und zum großen Helden des Abends wurde. Binnen gerade mal drei Minuten packte der 27-Jährige den gleichen Streich aus und netzte jeweils per Lupfer von außerhalb des Strafraums ein.

Selbstverständlich war Bajic nach so einem Abend für den einen oder anderen Scherz zu haben, bewies er doch gleich zwei Mal gutes Auge - was womöglich auch mit einer karottenreichen Mahlzeit zusammenhängt. "Ja, möglich, Karotten waren dabei", lacht Bajic.

"Ich habe aufgeschaut, gesehen, der Torwart ist draußen und dann habe ich es probiert", beschreibt der Angreifer seine Tore. "Wenn du es nicht probierst, kannst du es nicht wissen. Gott sei Dank ist es mir gut aufgegangen und beide waren drinnen."

"Für mich war es super. Ich glaube, für uns auch. Es war wichtig, dass wir ruhig geblieben sind, auf unsere Chancen gewartet haben", erklärt der Doppeltorschütze, der gut und gerne aber auch schon früher zum Torjubel ansetzen hätte können.

Barisic: "Scheinbar hat er sich gedacht, ich nehme lieber die schweren Bälle"

"Ich habe davor schon drei Chancen gehabt, wo ich mindestens einen machen muss. Umso glücklicher bin ich, dass die zwei aufgegangen sind", sagt Bajic.

Auch Cheftrainer Barisic weiß, dass Bajic seiner Mannschaft am Freitag einiges ersparen hätte können: "Der Schlingel hat es verabsäumt, die einfachen Dinger reinzuhauen, die Gelegenheiten dazu hat er gehabt."

"Aber scheinbar hat er sich gedacht, ich mach es ein bisschen spannend und nehme lieber die schweren Bälle und versuche komplizierte Tore zu machen. Aber es war natürlich wunderschön", sagt der Rapid-Coach.

"Man hat gesehen, nachdem er sein erstes Tor erzielt hat, wir locker er geworden ist, mit welchem Selbstverständnis er dann auch weitergespielt hat und auch ein wunderbares zweites Tor gemacht hat. Da sieht man, was der Kopf alles macht und wie wichtig der ist", so Barisic, der nach dem harten Cup-Fight vor allem das Mannschaftsgefüge rausstreicht.

"Eine richtige Einheit!" - Was Barisic besonders freut

"Was mich irrsinnig freut, ist, dass man vom Aufwärmen bis zum Ende des Spiels eine richtige Einheit gesehen hat. Angefangen von den Fans, bis hin zur Mannschaft, wo alle mitgefiebert haben, auch die Spieler, die dann reingekommen sind. Die haben auch einen Riesen-Anteil daran, dass wir weitergekommen sind und deshalb ist es ein wunderbarer Tag für uns gewesen", so der Rapid-Trainer.

Mit dieser Einstellung dürfe es gerne weitergehen, wie der 52-Jährige meint. Mit dem SK Sturm Graz wartet kommenden Freitag (ab 20:30 Uhr im LIVE-Ticker) der nächste harte Brocken zum Restart der Admiral Bundesliga.

"Das ist wieder ein richtiges Topspiel", so Barisic, der noch immer eine Menge Verbesserungspotenzial ortet. "Wir geben nicht kleinbei, wissen natürlich, dass wir uns in vielen Dingen noch verbessern müssen, aber auch wollen. Dementsprechend gehen wir mit einer gewissen Vorfreude ins nächste Spiel rein."

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