Baumeister im Talk: So steht es um Admira-Aktien

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Am Mittwoch (18 Uhr, LIVE im LAOLA1-Ticker) trifft die Admira im Halbfinale des ÖFB-Cups auf RB Salzburg.

"Wir sind klarer Außenseiter, das ist man gegen Salzburg immer. Das heißt aber nicht, dass wir chancenlos sind", sagt Ernst Baumeister, Sportdirektor der Südstädter, im LAOLA1-Interview.

Im Talk spricht der 60-Jährige außerdem über die Zukunft der beiden Admira-Aktien Christoph Monschein und Christoph Knasmüllner, Ex-Trainer Oliver Lederer, Neo-Coach Damir Buric, Sponsor Flyeralarm und mehr:

LAOLA1: In elf Spielen im Frühjahr setzte es erst eine Niederlage. Was sind die Gründe für den aktuellen Höhenflug?

Ernst Baumeister: Da spielen mehrere Faktoren mit. Ich will nicht schlecht über ehemalige Trainer reden, aber die Mannschaft ist körperlich fitter und zudem spielen wir taktisch cleverer. Wir sind defensiv besser geordnet und versuchen trotzdem, nach vorne zu spielen. Man merkt, wie gut das Klima in der Mannschaft ist. Selbst wenn es viele Ausfälle wie zuletzt gibt, springen die Jungen ein und zeigen Leistung. Da merkt man, wie gut eines ins andere greift. Jeder kennt seine Aufgabe – auch Spieler, die sonst nicht so zum Zug kommen. Da sieht man die Handschrift des Trainers.

LAOLA1: Am Mittwoch kommt es zum Cup-Halbfinale gegen RB Salzburg. Sind Sie zuversichtlich, dass auch in diesem Spiel etwas möglich ist?

Baumeister: Wir sind klarer Außenseiter, das ist man gegen Salzburg immer. Das heißt aber nicht, dass wir chancenlos sind. Wir haben ihnen den letzten Punktverlust und die letzte Niederlage zugefügt. Der Sieg in Salzburg war vielleicht etwas glücklich, beim Unentschieden im letzten Duell waren wir aber auf Augenhöhe. Sie werden sicher voll motiviert sein – die Meisterschaft haben sie eigentlich schon sicher und wollen das Double holen. Dennoch sind wir sicher nicht chancenlos.

VIDEO - So holte Admiras B-Elf einen Punkt in Altach:
(Interview wird unterhalb fortgesetzt)

LAOLA1: Die 0:5-Niederlage im Endspiel des letzten Jahres...

Baumeister: ...ist schon lange vergessen! Das hat man an den Spielen in der Liga gesehen. Das ist Schnee von gestern.

LAOLA1: Ist das Cup-Finale mittlerweile ein konkretes Ziel oder nach wie vor eine mögliche, nette Begleiterscheinung?

Baumeister: Es ist eigentlich nach wie vor ein Bonus. Wenn man aber schon im Semifinale steht, will man das Finale erreichen und es im besten Fall gewinnen. Es ist kein Muss, wäre aber eine nette Draufgabe einer guten Saison.

LAOLA1: Ist der mögliche Europa-League-Platz überhaupt so positiv, wie viele denken? Die Admira musste in dieser Saison ja am eigenen Leib erfahren, wie schwer es in der Liga werden kann, wenn man international vertreten ist.

Baumeister: Das ist immer ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es toll, du willst dort hinkommen. Für die junge Mannschaft ist es gut, internationale Erfahrungen zu sammeln. Richtig super ist es aber eigentlich erst, wenn du in die Gruppenphase einziehst - dort zahlt es sich dann auch finanziell aus. Auch wenn es durch die Doppelbelastung in der Liga härter wird, das stimmt schon. Wenn man dieses Ziel aber erreicht, darf man nachher nicht raunzen. Man sollte stolz sein, die Möglichkeit zu haben, so etwas zu schaffen.

LAOLA1: Finanziell zahlt es sich also erst ab der Gruppenphase aus?

Baumeister: Für den Verein ist die Qualifikation weder Plus- noch Minusgeschäft. In dieser Saison sind wir zum Beispiel etwa bei null ausgestiegen. Wenn du dann so Monsterreisen nach Baku hast, bleibt am Ende einfach nicht viel über. Es ist trotzdem nicht schlecht - für die Erfahrung der Spieler und den Namen sowie das Standing des Vereins.

LAOLA1: Sie haben bereits betont, dass unter Damir Buric mehr auf defensive Kompaktheit gesetzt wird. Sind Sie damit zufrieden?

Baumeister: Ja, natürlich. Das ist ein Verdienst des ganzen Trainerteams und der Mannschaft. Die Jungs fühlen sich mit diesem System sehr wohl, wir haben viel mehr Konstanz. Im Herbst haben wir die meisten Tore kassiert, jetzt hinter Salzburg die zweitwenigsten. Wichtig ist, dass die Mannschaft es so umsetzt.

LAOLA1: Als Kritiker könnte man sagen, dass es dafür kein Spektakel oder das ansehnliche Ballbesitzspiel mehr gibt.

Baumeister: Ballbesitz ist schon okay, die Frage ist aber, wo man ihn hat. Ich habe immer gesagt, dass wir nicht FC Barcelona oder Manchester City sind, wo Pep Guardiola Trainer ist. Wir sind die Admira. Die Admira hat immer ausgezeichnet, kompakt zu stehen und dann schnell umzuschalten. Vielleicht hat es zuvor gut ausgesehen, aber wir haben zu wenige Tore geschossen und zu viele bekommen. Ballbesitz ist schön und gut, aber die Ergebnisse müssen stimmen. Außerdem heißt es nicht, dass wir jetzt keinen Ballbesitz haben – gegen Altach hatten wir mehr Ballbesitz, gegen St. Pölten genauso. Wir spielen einfach schneller in die Spitze, das ist der Unterschied.

LAOLA1: Der Aufschrei im Winter beim Trainerwechsel war doch recht groß. Bislang ging es voll auf - verspüren Sie deshalb so etwas wie Genugtuung, Recht behalten zu haben?

Baumeister: Nein. Man weiß ja vorher nie, dass es aufgeht. Ich freue mich für die Mannschaft und den Verein. Es hätte auch in die andere Richtung gehen können. Genugtuung verspüre ich überhaupt nicht, es geht um den Verein und nicht um einzelne Personen. Deshalb freut es mich – nicht mehr und nicht weniger.

"Man weiß ja vorher nie, dass es aufgeht. Ich freue mich für die Mannschaft und den Verein. Es hätte auch in die andere Richtung gehen können. Genugtuung verspüre ich überhaupt nicht, es geht um den Verein und nicht um einzelne Personen. Deshalb freut es mich – nicht mehr und nicht weniger."

LAOLA1: Oliver Lederer steht offiziell nach wie vor unter Vertrag, hat nun aber bei „Sky“ als TV-Experte angeheuert. Eine Bestätigung der Vertragsauflösung mit der Admira gibt es noch nicht, wie sieht es in dieser Causa aus?

Baumeister: Sein Vertrag ist laut aktuellem Stand noch nicht aufgelöst, mehr kann ich dazu nicht sagen. Das liegt nicht in meinem Verantwortungsbereich - bei uns bin ich als Sportdirektor für sportliche Agenden zuständig, nicht für finanzielle. Deshalb bin ich da die falsche Ansprechperson.

LAOLA1: Dann kommen wir zu sportlichen Angelegenheiten: Am Spielersektor wartet noch etwas Arbeit, bei sechs Spielern – Lukas Grozurek, Toni Vastic, Eldis Bajrami, Philipp Posch, Patrick Wessely und Patrick Schmidt – enden im Sommer die Verträge. Wie sieht die Planung aus?

Baumeister: Toni Vastic haben wir bereits im Winter mitgeteilt, dass wir seinen Vertrag nicht verlängern werden. Er hat nicht viel gespielt – ich denke, es ist das Interesse beider Seiten, getrennte Wege zu gehen. Patrick Wessely war bei mir, er will sich eine neue Herausforderung suchen. Das ist sportlich und menschlich verständlich. Manchmal ist es in diesem Geschäft besser, wenn man sich trennt. Das verlief aber alles sachlich und ruhig. Bei den anderen Spielern führen wir Gespräche. Wir wollten die englische Runde abwarten und dann Ergebnisse erzielen.

LAOLA1: Abgänge drohen auch von Spielern mit längerfristigen Verträgen. Bei Christoph Monschein kamen schon im Winter Gerüchte auf, ist er im Sommer noch zu halten?

Baumeister: Derzeit steht es in den Sternen. In den letzten Wochen wurde es sehr ruhig. Man hört weder vom Interesse irgendwelcher Vereine noch von ihm einen Abgangswunsch. Ich kann schwer abschätzen, wie die Tendenz ist. Im Winter dachte ich, dass er nicht zu halten sein wird. Jetzt ist es wieder ruhig geworden. Wenn ein Angebot auf den Tisch kommt, müssen wir es uns aber sicherlich anhören.

LAOLA1: Im Winter haben Sie bei ihm noch ihr „Veto“ eingelegt, um ihn zu halten. Das wird es im Sommer also nicht mehr geben?

Baumeister: Im Winter konnten wir es uns aus sportlichen Gründen nicht erlauben, ihn abzugeben. Außerdem habe ich ihm geraten, dass ihm ein weiteres Halbjahr bei uns für die Entwicklung gut tun würde. Das ist auch so passiert, er hat weiter gute Leistungen gezeigt. Am Ende war es eine Win-Win-Situation. Im Sommer ist alles offen, da sage ich nicht, dass wir ihn sicher nicht abgeben. Da muss man abwarten, ob ein Angebot kommt und ob er es machen will.

LAOLA1: Wie steht es um das Interesse der Würzburger Kickers?

Baumeister: Ich denke, die haben aktuell andere Sorgen. Sie müssen sich voll auf den Kampf um den Klassenerhalt in der zweiten deutschen Liga konzentrieren. Bei ihnen wird viel davon abhängen, ob sie das schaffen oder nicht. Dann wird man sehen.

LAOLA1: Auch um Christoph Knasmüllner gibt es immer wieder Gerüchte. Austria-Sportdirektor Franz Wohlfahrt hat unlängst gemeint, dass er schon einmal mit ihm Kaffee-Trinken war.

Baumeister: Das kann er ja ruhig machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Wechsel zustande kommt. Knasi fühlt sich sehr wohl bei uns, von seiner Seite gab und gibt es keine Andeutungen, uns verlassen zu wollen. Zudem gab es noch keine offizielle Anfrage, überhaupt nicht. Er spielt im Frühjahr wirklich sensationell und auch konstant. Man merkt, dass er vom Kopf her stärker geworden ist. Er macht nicht den Eindruck, dass er wechseln will. Im Fußball darf man niemals nie sagen, aber das ist mein Gefühl.

LAOLA1: Gibt es sonst Sorgen, dass Schlüsselspieler im Sommer wechseln könnten?

Baumeister: Nein, weil alle Leistungsträger noch Vertrag über den Sommer hinaus haben. Somit haben wir das Heft in der Hand, das ist sehr wichtig. Dort wollten wir hinkommen, das haben wir ganz gut geschafft.

LAOLA1: Wird die Admira auf der anderen Seite aktiv und Spieler verpflichten?

Baumeister: Wir brauchen auf gewissen Positionen Verstärkungen, das wissen wir. Ich sehe mir derzeit sehr viele Spiele an, telefoniere viel mit Managern. Es wäre aber noch verfrüht, über Namen zu sprechen. Drei bis vier Spieler wollen wir schon holen, um den Kader breiter aufzustellen. Der eine oder andere junge Spieler könnte auch fix in den Kader kommen. Wir brauchen diese Breite, um bei Verletzungen und anderen Ausfällen flexibler sein zu können.

Die besten Bilder von Austrias Stadion-Umbau der Generali Arena:

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LAOLA1: Ist es dank Flyeralarm mittlerweile so, dass man Spieler trotz Angeboten halten kann?

Baumeister: Dort wollen wir hinkommen, es dauert aber sicher noch eine Zeit lang. Oft macht es ja ohnehin gar keinen Sinn, einen Spieler zu halten, der unbedingt weg will. Durch Flyeralarm sind wir stärker, haben mehr Kraft und können auch einmal Nein sagen. Es kommt aber immer auf die Situation an, ob der Spieler unbedingt weg will und der Preis stimmt. Das wird sich nicht ändern.

LAOLA1: Was hat sich durch den Einstieg von Flyeralarm verändert?

Baumeister: Alles wird professioneller, im Umfeld herrscht eine andere Stimmung. Früher gab es immer Geldprobleme, das gibt es nun nicht mehr. Bis zum letzten Jugendtrainer bekommt jeder sein Geld pünktlich, das macht viel aus. Wichtig ist außerdem, Klarheit zu haben, wer wofür zuständig ist. Seit Winter ist in der Richtung sehr viel passiert, es gibt für alles eine passende Ansprechperson.

LAOLA1: Die Admira war stets ein Ausbildungsverein, soll sich das irgendwann ändern?

Baumeister: Nein. Warum sollte man etwas ändern, das gut ist? Von unserer Philosophie werden wir nicht abweichen. Wir haben nach wie vor eine sehr gute Akademie und bringen viele Spieler heraus. Gute Nachwuchsarbeit ist auch eines der Hauptziele von Flyeralarm. Dass man dennoch Spieler verpflichten muss, ist klar. Das Hauptaugenmerk liegt aber weiterhin auf guten, jungen Spielern. Das Ziel ist, eine stabile Mannschaft zu haben und den Stamm halten zu können. Nach der Reform wollen wir unter den ersten sechs Mannschaften im oberen Playoff sein. Da sind wir auf einem guten Weg. Im Vorjahr waren wir Vierter, in dieser Saison bislang auf Platz fünf. Das ist für die Admira nicht selbstverständlich. Wenn wir das Jahr für Jahr erreichen, ist der internationale Startplatz auch nicht mehr weit.

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