Foda vor Wien-Gastspiel: "Müssen am obersten Limit spielen"
Der Kosovo-Teamchef attestiert der ÖFB-Auswahl trotz des Umbruchs "sehr viel Qualität". Die Favoritenrolle sei außer Frage.
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Österreichs früherer Fußball-Teamchef Franco Foda schätzt die ÖFB-Auswahl auch ohne seine zurückgetretenen bzw. derzeit pausierenden Stars Marko Arnautovic, David Alaba und Marcel Sabitzer hoch ein.
"Sie haben in gewissen Bereichen und auf gewissen Positionen schon sehr viel Qualität", sagte der Cheftrainer des Kosovo am Vorabend des Nations-League-Gastspiels am Sonntag (18.00 Uhr im LIVE-Ticker) im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in Wien.
Arnautovic, Alaba und Sabitzer seien jahrelang Führungsspieler gewesen. "Nicht nur von ihrer Qualität, sondern auch von ihrer Persönlichkeit her, das wird dem Nationalteam schon fehlen", meinte Foda.
Auch Kosovos Kapitän zurückgetreten
Allerdings sei auch beim Kosovo Kapitän Amir Rrahmani - der Napoli-Verteidiger nannte Unzufriedenheit mit der Verbandsspitze als Grund - aus dem Team zurückgetreten.
"Das ist eine Chance für neue, jüngere Spieler, sich zu entwickeln und in der Hierarchie nach oben zu klettern", erklärte Foda. "Das wird im österreichischen Team so sein und das wird bei uns so sein. Das ist ein ganz normaler Prozess im Fußball."
Beim Kosovo etwa debütierte beim 1:0-Sieg am Donnerstag gegen Irland der erst 17-jährige Erblin Osmani aus dem Nachwuchs von Bayern München.
Österreichs Favoritenrolle "außer Frage"
Foda hat aber auch deutlich arriviertere Kräfte zur Verfügung. Ob er mit einem 0:0 in Wien zufrieden wäre? "Ich bin dann zufrieden, wenn wir ein gutes Spiel an den Tag legen. Wir müssen am obersten Limit spielen, wenn wir hier bestehen wollen", betonte der Deutsche.
Österreich sei der Favorit in der Gruppe. "Das sage ich nicht, um uns kleiner zu reden, als wir sind. Aber Österreich ist der Favorit, das steht außer Frage. Sie haben größere Erfahrung, waren bei der WM und der EM. Das sind Ziele, die wir noch verfolgen."
Auch in ihrer Nations-League-Auftaktpartie gegen Israel (3:1) habe die Auswahl von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick ihre Qualität gezeigt. "Die Mannschaft spielt einen sehr aggressiven Fußball mit hohem Pressing. Nach Ballverlust sind sie gut im Gegenpressing, da gilt es für uns, die richtigen Lösungen zu finden. Ich kenne die Mannschaft relativ gut. Wir wissen, was uns hier erwartet."
Kosovo baut auf Auswärtsstärke
Einige seiner Spieler seien nach der intensiven Partie gegen die Iren leicht angeschlagen, verriet Foda. Die Mannschaft habe sich mit dem Auftaktsieg aber Selbstvertrauen geholt. "Wir wissen um die Qualitäten des Gegners, aber das Wichtigste ist, dass wir mit Vertrauen spielen", betonte der 60-Jährige.
"Wir brauchen die gleiche Aggressivität wie im Spiel gegen Irland und das gleiche Selbstvertrauen, wenn wir in Ballbesitz sind."
Mut machen Foda die jüngsten Auswärtsauftritte. Sein Team hat von den letzten fünf Pflichtspielen in der Fremde vier gewonnen - in Island, Schweden, Slowenien und der Slowakei. Lediglich in der Schweiz setzte es vor einem Jahr eine 0:4-Niederlage.
Auch im Happel-Stadion wird eine große Anzahl kosovarischer Anhänger erwartet. "Natürlich hat Österreich die größere Erfahrung, aber wir haben unsere Chance und glauben an die Unterstützung unserer Fans", sagte Außenverteidiger Mergim Vojvoda vom neuen Alaba-Klub Udinese Calcio.