Nominierungen sorgen für Unmut
Die Probleme sind teilweise hausgemacht. Viele Beobachter können die Nominierungspolitik des 57-Jährigen nicht nachvollziehen. Dazu kommen Verletzungen und Sperren. Während Artem Dzyuba, der sich bei der WM 2018 ein Denkmal setzen konnte, sich selbst durch ein Masturbations-Video zur Persona non grata gemacht hat, musste Tschertschessow auf Anton Zabolotnyi zurückgreifen, der Chance um Chance vernebelte.
Dass der 29-Jährige Sotschi-Stürmer erst in der 72. Minute ausgewechselt wurde, liegt daran, dass Tschertschessow über keinerlei Alternativen verfügte. Zur Pause wurden gleich vier Akteure ausgetauscht, darunter die Miranchuk-Zwillinge und sogar Torhüter Guilherme, der einen rabenschwarzen Abend erleben musste.
Besser als Yuri Zhirkov, von Tschertschessow als Linksverteidiger aufgeboten, kann man den Zustand der "Sbornaja" nicht verkörpern. Der 37-Jährige feierte sein 100. Länderspiel gegen die Serben, die den Zenit-Kicker mindestens 20 Jahre älter aussehen ließen als dieser eigentlich ist.
Dennoch hält der russische Fußballbund am Cheftrainer fest. Noch, denn spätestens mit Start der WM-Qualifikation, bei der Russland wahrscheinlich nur aus Topf 3 gezogen wird, muss die "Sbornaja" liefern. Ansonsten sitzt das Überraschungsteam der vorigen Ausgabe im Winter 2022 nur vor dem Fernseher. Die Hintertür über die Nations League ist jedenfalls zu.