Neymar-Show lenkt von Wechselgerüchten ab

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Wechselt er nun oder bleibt er doch? Das heißeste Transfergerücht der Sommertransferperiode ist ohne Zweifel in Spanien zu finden. Dort nämlich will der Scheich-Klub aus Frankreich wildern. Paris St. Germain rund um den deutschen Nationalspieler Julian Draxler will den brasilianischen Superstar Neymar verpflichten – für stolze 222 Millionen Euro plus Bonuszahlungen. Doch wie realistisch ist der Wechsel?

Keine Personalie wird im internationalen Fußball derzeit derartig kontrovers diskutiert wie der brasilianische Fußballstar in Diensten des FC Barcelona. Die Rede ist selbstverständlich von Alleskönner Neymar, der mit seinen 25 Jahren bereits als einer der größten Fußballer aller Zeiten gilt.

Kein Wunder also, dass auch andere Klubs aus aller Welt Interesse haben, Neymar zu verpflichten. Denn eines steht fest: Ganz egal, für welches Team Neymar auf dem Platz steht, eine Qualitätssteigerung ist damit auf jeden Fall verbunden.

Doch diese will gerade in der heutigen Zeit einiges kosten, wenn es um den Sport Fußball geht. Bei 222 Millionen Euro (!) liegt die laut Vertrag festgeschriebene Ablösesumme, die ein Klub an den FC Barcelona zahlen müsste, um Neymar vor Vertragsende zu verpflichten.

 
Name Neymar da Silva Santos Juniór
Geburtsdatum
  1. Februar 1992 (25 Jahre)
Größe 1,75 m
Position Sturm/Linksaußen
Aktueller Verein FC Barcelona
Vertrag bis
  1. Juni 2021
Ausrüster Nike
Leistungsdaten (Spiele/Tore/Assists) 320/175/118

Offiziell läuft der aktuelle Kontrakt noch bis zum 30.06.2021. Angesichts der enormen Ablösesumme schien es lange Zeit undenkbar, dass der Brasilianer seinen Vertrag beim spanischen Erstligaklub nicht erfüllen könnte. Doch der Fußballklub aus Frankreich lässt sich dank der Scheich-Millionen und möglicher Sponsorendeals auch von solchen Ablöseforderungen nicht erschrecken. Aber könnte es tatsächlich zum Rekordtransfer kommen?

"Er bleibt" – Tweet von Pique gibt Hoffnung auf Verbleib

In den letzten Tagen hat sich jede Menge getan. Von Neymar selbst war bis jetzt keine klare Aussage zu lesen, ob er nun bleibt oder womöglich doch dem Ruf des Geldes folgt. Denkbar wäre Letzteres allemal. Und großartig böse könnte man dem Fußballer eigentlich auch nicht sein. Zwar würde von den 222 Millionen Euro, die PSG an den FC Barcelona überweisen müsste, nichts in der Kasse von Neymar landen, allerdings stellten die Franzosen dem Brasilianer ein Jahresgehalt von 30 Millionen Euro in Aussicht – und ein bescheidenes "Handgeld" von 100 Millionen Euro.

Damit hätte der Fußballer für sich und wohl auch die nächsten fünf Generationen ausgesorgt. Ganz zu schweigen davon, dass Neymars Vater, der als Berater seines Sohnes fungiert, bei einem Wechsel ordentlich abkassieren würde. Laut Informationen von Catalunya Radio soll die Provision des Vaters noch höher ausfallen als damals beim Wechsel seines Schützlings aus Brasilien zum FC Barcelona. 40 Millionen Euro soll Neymars Vater damals kassiert haben. Davon dürfte natürlich auch der Sohnemann profitiert haben.

Die Historie der Wechselposse um Superstar Neymar:

Infografik Neymar-Wechsel

Die Pariser Boulevardzeitung "Le Parisien" hatte vor einigen Tagen bereits berichtet, dass Neymar seinen Kollegen verraten haben soll, den Verein verlassen zu wollen. Dies wiederum konnte die spanische Sportzeitung "Marca" nicht auf sich sitzen lassen und berichtete nur einen Tag später, dass Neymars Mitspieler, vor allem die anderen Superstars Messi und Suarez, in einem privaten Treffen im Hotel auf Neymar eingeredet hätten, der sich daraufhin wiederum für einen Verbleib beim FC Barcelona entschieden habe.

Fast zeitgleich meldeten sich auch andere Verantwortliche zu Wort. Neymars Vater wurde mit den Worten zitiert, dass der "Deal zu 95 Prozent durch" sei, Barca-Präsident Bartomeu beteuerte hingegen kurz zuvor, dass "Neymar nicht auf dem Markt" sei. Und auch ganz aktuell schalten sich andere Personen in die Wechselposse ein.

Erst am Montag hatte Neymars Teamkollege Gerard Piqué ein Foto von sich und dem Brasilianer mit dem Zusatz "Se queda", also "Er bleibt", gepostet. Welche Meldungen nun wahr sind und welche nicht, das dürfte in den nächsten Wochen klarwerden. Am 31. August nämlich schließt das Transferfenster in Frankreich. Bis dahin müssen alle Transfers abgewickelt sein.



Neymar lenkt ab – und lässt alle Optionen offen

Der Fußballsuperstar selbst verfolgt allem Anschein nach eine ganz eigene Taktik, um sich von dem medialen Chaos um seine Person abzulenken. Im Zuge der "TourUS 2017", der USA-Fahrt des FC Barcelona, ließ es der Superstar ordentlich krachen: Er ging auf Shopping-Tour. Im Rahmen der US-Sendung "Sneaker Shopping" gönnte sich der Fußballer neue Treter für umgerechnet circa 16.000 Euro. Auch das ist übrigens ein Rekord. Nie hat jemand mehr Geld in der Show für ein Paar Turnschuhe ausgegeben. Nicht Chris Rock, nicht Allen Iverson und auch nicht 50 Cent.


Wer hat, der hat: Neymar auf Shopping-Tour im US-amerikanischen Fernsehen


Aber auch sportlich gab es einiges von Neymar in den USA zu sehen. Zusammen mit seinen Kollegen ging es im International Champions Cup 2017 gegen Juventus Turin. Das Spiel gewann Barcelona mit 2:0, beide Tore steuerte der brasilianische Superstar bei – und wie! Da kamen sogar die wenig Fußball-interessierten US-Amerikaner ins Schwärmen. Angesichts solcher Tore ist es auch kaum vorstellbar, dass Neymar den Verein tatsächlich verlässt.


VIDEO - Neymars Traumtor gegen Juventus Turin beim International Champions Cup 2017 in den USA


Doch gute Mitspieler würde Neymar natürlich auch bei PSG vorfinden. Neben dem deutschen Nationalspieler Julian Draxler träfe Neymar unter anderem auch auf viele brasilianische Kompagnons, die ihren seit dem Sieg bei Olympia als Nationalhelden gefeierten Superstar gerne nach Frankreich lotsen möchten.

Dani Alves, Thiago Silva, Lucas oder Marquinhos, sie alle versuchten bereits, Neymar persönlich von einem Wechsel zu überzeugen. Klar ist allerdings, dass es zumindest aus sportlicher Sicht wohl eher ein Rückschritt für Neymar wäre, würde er nach Paris wechseln. Letzte Saison hat der FC Barcelona den Kontrahenten aus Frankreich – wenn auch knapp – noch aus der Champions League geworfen.

Zudem dürfte die französische Liga weniger prestigeträchtig sein als die spanische, gilt der spanische Fußball doch als der derzeit beste der Welt. Allerdings wäre Neymar in Paris gewiss die absolute Nummer eins, nicht wie in Barcelona, wo sich Neymar vor allem hinter den womöglich besten Fußballer, der jemals gegen den Ball getreten hat, einreihen muss: Lionel Messi. Ob dies am Ende den Ausschlag gibt?

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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