Die Details zum Deal
"Wir wollen, dass er nächste Saison als besserer, stärkerer und kompletterer Verteidiger zurückkommt. Bei dem Wechsel zu Levante geht es darum, ihm diese Möglichkeit zu geben. Er braucht regelmäßige Spielminuten, schwierige Spiele und die Verantwortung, Woche für Woche Profifußball zu spielen", sagt Liverpool-Coach Andoni Iraola.
In der Vorbereitung war Ndukwe Dauerbrenner der "Reds", nun geht es darum, die Arbeitserlaubnis für Pflichtspiele bei Liverpool zu bekommen. Dafür muss der Youngster in einem komplizierten System mindestens 15 Punkte sammeln.
Rückkehr im Winter möglich
Insofern ist Levante eine schlaue Wahl, weil dem Innenverteidiger alleine durch eine Einberufung in den Spieltagskader eines LaLiga-Spiels schon zwölf Punkte gutgeschrieben werden. Ist er dann auch noch tatsächlich im Einsatz, kommen weitere sechs Punkte dazu.
Mit seinem ersten Schritt auf den Rasen bei einem LaLiga-Spiel hätte Ndukwe also genügend Punkte gesammelt, um in England eine Arbeitserlaubnis zu bekommen und für Liverpool spielberechtigt zu sein. Das kann am Montag schon der Fall sein, Ndukwe wird bei Levantes Auswärtsspiel gegen Osasuna aller Voraussicht nach im Kader stehen (Mo., 19:30 Uhr im LIVE-Ticker).
Eine Rückkehr im Winter wäre also möglich. Tatsächlich haben die Engländer die Option, das Leihgeschäft im Winter bereits wieder abzubrechen.
Dass Liverpool auf den jungen Österreicher baut, belegt nicht zuletzt der Umstand, dass Levante keine Kaufoption eingeräumt wurde. Levante ist "Ify" übrigens schon im Herbst bei der U17-WM aufgefallen, seither haben ihn die Spanier am Schirm.
Das erwartet Ndukwe bei Levante
Der Kampf gegen den Abstieg. Große Sprünge sind von den "Granotes", den "Fröschen", nicht zu erwarten.
Der Klub aus Valencia ist im Sommer 2025 nach drei Jahren in der 2. Liga in Spaniens höchste Spielklasse zurückgekehrt und hat große Teile der Vorsaison in den Abstiegsrängen verbracht, ehe in einem Herzschlagfinale in der vorletzten Runde doch noch der Sprung über den Strich gelang.
Gepflegter Fußball vor rund 20.000 Fans
Dennoch gilt Coach Luis Castro als Anhänger von Ballbesitzfußball und legt großen Wert auf einen geordneten Spielaufbau. Ndukwe wird sich also nicht nur mit Weltklasse-Offensivspielern wie Kylian Mbappé, Lamine Yamal, Vinicius Junior und Co. messen können, sondern auch im Spiel mit dem Ball vor Herausforderungen gestellt.
Levante ist in der drittgrößten Stadt Spaniens die klare Nummer zwei hinter Platzhirsch Valencia CF. Zu den Heimspielen im Estadi Ciutat de València kommen in der Regel rund 20.000 Fans.
So tickt sein neuer Trainer
Mit Luis Castro sitzt ein Mann auf Levantes Trainerbank, der für die Entwicklung junger Spieler steht.
Bei der 0:3-Niederlage gegen Espanyol zum Auftakt in die neue Saison wechselte Luis Castro mit Linksverteidiger Marc Santos bereits in der 64. Minute einen 15-Jährigen ein.
Seine Regel: Wenn ein 19-Jähriger und ein 29-Jähriger gleich gut sind, spielt der Jüngere. Gleichzeitig verteilt der als introvertiert, aber in seiner Ansprache als sehr direkt geltende Portugiese freilich keine Freibriefe.
Triumph mit Benfica
Der 46-Jährige hat keine erwähnenswerte Vita als Aktiver vorzuweisen, startete schon früh während seines Sportstudiums im Nachwuchs-Fußball, in dem er sich lange Zeit seine Sporen verdiente – als Trainer und auch als Scout und Koordinator. 2022 führte er Benficas U19 zum Triumph in der UEFA Youth League.
Seine Profi-Trainerkarriere ging erst 2023 so richtig los – abgesehen von einem eher unglücklichen Griechenland-Abenteuer bei Panetolikos 2019. Auf zwei Jahre in Frankreichs Ligue 2 bei Dunkerque, wo er es bis ins Semifinale des Coupe de France schaffte, folgte ein Engagement bei Erstligist Nantes, ehe er kurz vor Weihnachten 2025 bei Levante übernahm.
Ndukwes Konkurrenten in Spanien
Viel ist von der Innenverteidigung der Vorsaison nicht mehr geblieben. Dauerbrenner Matias Moreno wurde von der Fiorentina wieder abgezogen und an Venezia weiterverliehen, wo er übrigens die durch Michael Svobodas Abgang zu Brighton entstandene Lücke schließen soll.
Routinier Unai Elgezabal hat keinen neuen Vertrag bekommen und die Leihe von Linksfuß Alan Matturro ist zu Ende, er ist zurück bei Genoa.
Geblieben ist Rechtsfuß Adrian Dela – der 27-Jährige hat schon über 100 Spiele für Levante in den Beinen. Zudem ist Jorge Cabello nach einem halben Jahr Leihe von Mirandes zurückgekehrt. Dem 22-Jährigen wird aber nicht zugetraut, die Rolle des linken Innenverteidigers als Stammkraft auszufüllen, weshalb auf dieser Position noch ein Neuzugang kommen soll.
Ein Haudegen als Neuzugang auf "Ifys" Position
Zum Saisonstart hat dort mit Aissa Mandi ein interessanter Sommertransfer gespielt.
Der 34-jährige Algerier hat 122 Länderspiele (davon vier bei der WM 2026 über die volle Spielzeit) in den Beinen. Ein Haudegen mit viel Erfahrung in LaLiga und der Ligue 1, von dem Ndukwe gewiss viel lernen kann.
So stehen Ndukwes Chancen
Summa summarum ist die Konkurrenz auf der rechten Innenverteidiger-Position, für die Ndukwe geholt wurde, nicht klein.
Doch Levante soll mit Neuzugang Mandi bisher nicht übermäßig zufrieden sein. Ndukwe ist als ernsthafter Herausforderer geholt worden. Jede Menge Spielzeit ist also gut möglich.
Sein österreichischer Vorgänger
Ndukwe ist der zweite Österreicher, der das Levante-Trikot tragen wird. Im Sommer 2013 heuerte der damals 29-jährige Andreas Ivanschitz nach vier Jahren in Mainz ablösefrei bei den Valencianern an.
"Ein lang gehegter Traum", sagte der Burgenländer über den Wechsel ins spanische Oberhaus. Der Offensivspieler blieb zwei Saisonen, ehe es in die USA zu den Seattle Sounders ging, weil Levante von der Option, den Vertrag ein Jahr früher aufzulösen, Gebrauch machte.
Der dritte Trainer vertraute ihm nicht
Ivanschitz wurde mit Levante Zehnter und 14., stand in 51 Pflichtspielen am Feld und verbuchte fünf Tore sowie zehn Assists.
Er zählte stets zum erweiterten Stamm des Teams, ehe er im Frühjahr 2015 unter Coach Lucas Alcaraz – seinem dritten Trainer bei Levante – praktisch gar nicht mehr zum Einsatz kam.