Was Reals Copa-Gegner mit dem LASK zu tun hat

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Auf Real Madrid wartet im Sechzehntelfinale der Copa del Rey (ab 21 Uhr im LIVE-Video bei LAOLA1.tv) kein gewöhnlicher Gegner.

Die Spieler von Cultural Leonesa sorgten schon bei der Auslosung mit einem sensationellen Jubel-Video für Aufsehen. Vor einem Jahr machten sie zudem mit kuriosen Anzug-Dressen von sich reden.

Darüber hinaus gibt es Parallelen zum LASK. Der Drittligist steht nämlich im Besitz von Aspire - jenem Sport-Projekt aus Katar, mit dem auch die Linzer kooperierten.

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Milliarden-Vorhaben mit weitreichenden Folgen

Im letzten Winter wechselten sogar zwei Spieler direkt aus Oberösterreich ins spanische Leon. Almoez Ali Abdulla und Assim Madibo kicken mittlerweile aber wieder in ihrem Heimatland Katar bei Lekhwiya.

„Es war eine angenehme Situation. Wir haben junge, talentierte Spieler sowie einen kleinen, finanziellen Bonus bekommen. Die Talente der Aspire-Academy konnte im Gegenzug wertvolle Erfahrungen in Europa sammeln“, erzählt LASK-Coach Oliver Glasner.

Die Oberösterreicher wurden damit zum Partner eines einzigartigen Milliarden-Unternehmens, das für den globalen Fußball weitreichende Folgen haben könnte. Real-Gegner Cultural Leonesa ist noch tiefer in die prestigeträchtigen Pläne der Aspire Academy verstrickt.

Vor Konkurs gerettet

Seit letztem Sommer stehen „La Cultu“ in katarischem Besitz. Ohne die Investitionen aus dem Wüstenstaat würde es den 1923 gegründeten Verein gar nicht mehr geben.

„Wir haben dringend 200.000 Euro gebraucht, um den Konkurs zu vermeiden“, erzählt General Manager Felipe Llamazares gegenüber „El Confidencial“. Die Aspire Foundation steuerte nicht nur diese Summe bei, sondern übernahm sämtliche Schulden des Klubs (1,7 Mio. Euro) und 99,7 Prozent der Vereinsaktien.

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Damit wurde Cultural Leonesa zur zweiten „Fußball-Farm“ von Aspire in Europa. Bereits 2012 übernahm das Unternehmen aus Katar den belgischen Klub KAS Eupen, dem letzte Saison der Aufstieg in die oberste Spielklasse gelang.

Beim LASK war ein Verkauf an die Katarer laut Glasner dagegen kein Thema.

Elite-Akademie

Die Strategie der Aspire Academy ist überall dieselbe. Junge Spieler aus Katar sollen in Europa an den Spitzenfußball herangeführt werden. Die Kicker müssen aber nicht zwingend aus dem Wüstenstaat kommen.

Das Unternehmen scoutet auch in Entwicklungsländern nach jungen Talenten. Im Senegal wurde dazu 2008 sogar eine eigene Aspire Academy errichtet. Laut eigenen Angaben hat man weltweit rund 650.000 Talente am Zettel – die Besten von ihnen übersiedeln noch im jungen Alter nach Doha, wo mit der Aspire Zone das modernste und größte Trainingszentrum der Welt steht.

Dort fehlt es den Buben an nichts. Unter der Anleitung von Trainern aus Europa werden die jungen Fußballer – egal ob Katarer oder Ausländer – mit Hilfe modernster High-Tech-Methoden ausgebildet. Erst danach kommen die Vereine aus Europa ins Spiel.

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Ein Aufpasser für die Spieler

„Alle Talente, die nach Leon wechseln, sind mindestens 18 Jahre alt“, sagt Carlos Antonan. Seit dem Einstieg von Aspire ist das Team des Nachwuchs-Leiters bei Cultural bedeutend größer geworden. Der Klub kann sich nun eine Vielzahl von Individual-Trainer leisten. Dazu wird jede Übungseinheit auf Video festgehalten und an Hand statistischer Daten analysiert.

Auch der LASK berichtet von Aufzeichnungen der Trainings. Die Videos der Gastspieler mussten an die Aspire-Betreuer nach Doha geschickt werden. „Sie arbeiten sehr professionell. Wie alles in Katar, wird auch das extrem aufwendig betrieben“, hält Glasner, der das Trainingszentrum in Doha höchstpersönlich besuchte, fest.

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Die Rundumversorgung geht sogar so weit, dass ein eigener Aufpasser Berichte über das Verhalten der Talente abseits des Platzes schreibt. Schließlich sollen die Katarer nicht von den Vorzügen des westlichen Lebens abgelenkt werden. „Es geht um Fragen der Disziplin und Pünktlichkeit oder auch um die Integration in die europäische Kultur“, sagt Issa Abdullah. Der Aspire-Projektkoordinator in Leon kümmert sich zudem um organisatorische Dinge, wie Flugtickets und Visumsanträge.

Bisher noch ungeschlagen

Die meisten Gastspieler aus Katar laufen bisher in der zweiten Mannschaft des Vereins auf. Beim A-Team, das nun auf Real trifft, spielt momentan kein Sprössling der Aspire Academy. Dafür wurde das Budget im Sommer mit Pedro-Dollar aufgestockt und für einige Verstärkungen genutzt.

Das Resultat der Einkaufspolitik kann sich sehen lassen: Unter der Ägide des erst 31-jährigen Trainers Ruben de la Barrera hat Cultura Leonesa in dieser Saison noch kein einziges Spiel verloren. Die Grupo I der Segunda Division B führt man mit 26 Punkten vor Traditionsklub Racing Santander an.

Die Fans reagieren auf den Erfolg unter dem Neo-Eigentümer mit Euphorie. Innerhalb weniger Monate hat sich die Anzahl der Mitglieder von 1.500 auf 3.200 mehr als verdoppelt. Sie träumen vom Aufstieg nach ganz oben – bisher spielte der Verein erst eine einzige Saison in der Primera Division (1955/56).

General Manager Llamazares will aber nicht ganz so weit gehen. Erst einmal strebe man den Aufstieg in die zweite Liga an. „Das Interessante an dem Projekt ist, dass es nicht von Sieg oder Niederlage abhängt. Wir wollen die Basis für ein großes Sport-Projekt schaffen“, so Llamazares.

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Angriff auf die Fußball-Großmächte

Was der Spanier damit meint, erklärt der Oberösterreicher Glasner: „Es gibt eine klare Zielsetzung und Strategie mit Blickrichtung Heim-WM 2022. Dort will Katar eine gute Rolle spielen – ähnlich wie bei der Handball-WM vor knapp zwei Jahren, als man erst im Finale scheiterte.“

Hinter der Aspire Acadamey steckt also ein von langer Hand geplantes Konzept, dass Katar zur Fußball-Großmacht machen soll. 2022 sollen die meisten WM-Profis nicht bei Real, Barca oder Bayern ausgebildet worden sein, sondern in Doha.

Reals Copa-Gegner Cultural Leonesa erfüllt in diesem Projekt eine ganz bestimmte Rolle. Der LASK hat seine Kooperation mit Aspire dagegen mittlerweile beendet.

„In der täglichen Arbeit war es nicht so einfach wie auf dem Papier. Die Spieler haben aufgrund von Länderspielen einige Male über mehrere Wochen gefehlt. Deswegen haben wir den Vertrag auslaufen lassen“, erklärt Glasner.

Das Milliarden-Projekt wird auch ohne Linzer Unterstützung noch für Furore sorgen.

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Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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