"Hurensohn"-Rufe trüben Real-Freude

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Mit dem 3:3 im Copa-del-Rey-Achtelfinal-Rückspiel beim FC Sevilla ist Real Madrid 40 Pflichtspiele en suite ungeschlagen und hat damit für einen neuen spanischen Rekord gesorgt.

Das Beachtliche dabei: Die „Königlichen“ haben diese Serie bis jetzt in fünf unterschiedlichen Bewerben aufgestellt: Champions League, UFEA Supercup, Klub-WM, La Liga und Copa del Rey.

In Sevilla hatte Real aber auch gehöriges Glück: Bis zur 84. Minute 1:3 hinten, erzielte Benzema in der Nachspielzeit (93.) den Ausgleich.

VIDEO: Die Highlights von Sevilla gegen Real

(Artikel wird nach VIDEO fortgesetzt)


Lob für Sevilla

Trainer Zinedine Zidane war nach der Begegnung voll des Lobes für den Gegner: „Sevilla hat ein großartiges Spiel gemacht und hätte sich in dieser Partie vielleicht mehr verdient. Ich denke aber, wenn man beide Spiele betrachtet (Hinspiel: 3:0), ist unser Weiterkommen in Ordnung.“

Die Serie sei laut Marcelo während des Matches niemals ein Thema gewesen. „Daran haben wir nicht gedacht. Wir haben einfach unseren Mann gestanden. So wollen wir weitermachen.“

Dass der Erfolgslauf quasi erst mit dem Schlusspfiff prolongiert werden konnte, zeigt den tollen Spirit, der innerhalb der Mannschaft herrscht. „Dieses Team lässt nie die Arme schleifen und kämpft bis zum Schluss“, erklärt Nacho.

Hurensohn-Rufe gegen Ramos

Die üblen Beleidigungen gegen Sergio Ramos trüben jedoch die Freude über den Aufstieg und den aufgestellten Rekord.

Der aus Sevilla stammende und beim Klub große gewordene Real-Kapitän wurde nach seinem im Panenka-Style verwandelten Elfmeter ganz übel beschimpft: “Sergio Ramos, hijo de puta“- zu deutsch: „Sergio Ramos, du Hurensohn“, hallte es durch Stadion.

VIDEO: Ramos-Elfer und anschließende Reaktion

Für den 30-Jährigen, der niemals ein schlechtes Wort über seinen Ex-Verein verloren und unlängst erst gesagt hat, dass „wenn ich sterbe, möchte ich mit den Flaggen von Real Madrid und Sevilla begraben werden“, ein schwerer Schlag.

„Wenn sie meine Mutter beleidigen…“

In einer ersten Reaktion zeigt er sich zutiefst enttäuscht: „Die Fans von Sevilla verdienen all meinen Respekt, aber diejenigen, die sich an meine Mutter erinnern, nicht. Es sind nicht alle Fans. In Sevilla empfängt man Ivan Rakitic oder Dani Alves so, als wären sie Götter. Bei mir beleidigt man die Mutter. Der Präsident sollte Maßnahmen ergreifen, damit das Verhalten eines Sektors im Stadion nicht auf den Rest abfärbt.“

Seinen provokanten Torjubel, als er die Hände hinter die Ohren hielt und mit den Daumen auf seinen Namen am Rücken zeigte, erklärt Ramos wiefolgt:

„Wenn sie meine Mutter beleidigen, verdienen sie die Geste. Ich war nicht respektlos gegenüber den Sevilla-Fans. Im Gegenteil: Bei einem Teil entschuldigte ich mich, bei dem anderen nicht. Sevilla wird immer mein Zuhause sein.“

Mitspieler zeigen Verständnis

Zidane hat Verständnis für die große Enttäuschung des Innenverteidigers. „Wenn du beleidigt wirst, ist das nicht schön. So etwas ist hässlich, aber wir können es nicht vermeiden. Er hat hier in Sevilla eine lange Zeit gespielt, ist ein Ex-Spieler. Von daher wird es ihm sicherlich wehtun.“

Teamkollege Asensio, der mit einem Traumsolo (Hier geht’s zum VIDEO) für das zwischenzeitliche 1:1 sorgte, meint abschließend: „Sergio ist gekränkt. Schließlich beschimpfen sie ihn in seinem Zuhause. Er war immer Sevillano und dass sie ihn auspfeifen, ist nicht sehr dankbar.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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