PSG nach Supercup-Titel: "Vor drei Jahren haben alle gesagt..."
Erst drei Teams schafften zwei UEFA-Supercup-Titel in Folge. Luis Enrique hob allen voran die "gute Mentalität" seiner Truppe hervor.
Paris St. Germain ist weiter im Besitz der Sieger-DNA.
Mit einem 2:1-Erfolg gegen Aston Villa in Salzburg schaffte der französische Meister am Mittwoch nach der Champions League auch im UEFA-Supercup die erfolgreiche Titelverteidigung. Das ist mit AC Milan (1989/90) und Real Madrid (2016/17) nur zwei anderen Teams geglückt.
In Frankreich ist PSG einzigartig, abgesehen von den jüngsten Triumphen konnte kein Team den am Beginn der Saison stattfindenden Prestigebewerb gewinnen.
Kritiker eines Besseren belehrt
"Es war der zweite Supercup, den wir in der Geschichte des Klubs gewonnen haben, und das, obwohl die Bedingungen sicher nicht optimal waren. Wir können sehr glücklich sein, ich war sehr froh zu sehen, wie gut es die Mannschaft gemacht hat", resümierte PSG-Trainer Luis Enrique. Ein erheblicher Teil seines Kaders, darunter zahlreiche Stammkräfte, war erst diesen Montag nach den WM-Einsätzen in die Vorbereitung eingestiegen, hatte also nur zwei Einheiten vor der Partie. Darunter auch Matchwinner Desire Doue, der als Startelfspieler in der 61. Minute entscheidend traf, da die Abseitsfalle der Engländer missglückte.
"Meine Spieler haben gezeigt, aus welchem Holz sie geschnitzt sind, obwohl sie physisch nicht in bester Verfassung sind. Das war eine richtige Demonstration dessen, was unsere DNA ist", lobte Luis Enrique.
Zum zwölften Mal durfte er seit seiner Einsetzung als PSG-Trainer im Juli 2023 über einen Titel jubeln. "Ich habe viel Erfahrung, weiß, wie schwierig es ist, Trophäen zu gewinnen, vor allem bei einem Klub, der großen Appetit darauf hat. Vor drei Jahren haben alle gesagt, das Team ist zu jung. Wir haben das Gegenteil bewiesen. Ich bin so glücklich, eine Mannschaft mit so einer guten Mentalität zu haben", erläuterte der 56-jährige Spanier.
Effiziente Pariser mit breiter Brust
Die Partie war an Spannung kaum zu überbieten, übertraf durchaus die Erwartungen. PSG ging am Ende aufgrund der größeren Effizienz im Abschluss als glücklicher Sieger vom Feld. Das war auch Luis Enrique bewusst, der betonte, dass man "weit" von der besten Leistung entfernt gewesen sei. Das war aber leicht zu verschmerzen. Noch dazu gilt der Bewerb ohnehin nicht als großer Gradmesser für den Verlauf der anstehenden Saison. Ein gutes Gefühl kann der Champion aber allemal mitnehmen.
"Es war ein schwieriges Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollten. Es ist großartig, so in die Saison zu starten", sagte 1:0-Torschütze Khvicha Kvaratskhelia.
Laut Doue sei es "unglaublich", den Supercup wieder gewonnen zu haben. Der Erfolgshunger ist damit aber nicht gestillt. "Wir wollen dieses Jahr alle Bewerbe gewinnen", tönte der 21-Jährige und schickte eine Warnung an die Konkurrenz: "Wir können uns noch immer steigern." Zu spüren soll das schon am Sonntag Gastgeber RC Lens bekommen, im französischen Supercup. "Da wollen wir gleich die nächste Trophäe holen", sagte Doue.
Auch Verlierer-Coach "stolz und glücklich"
Aston Villa muss weiter auf den zweiten Supercup-Erfolg nach 1983 warten. Mangelnde Kaltschnäuzigkeit war der Hauptgrund. "Zu verlieren ist kein gutes Gefühl. Wir hatten Chancen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen, aber sie haben eben Topspieler, die ihre Chancen verwerten", meinte Stürmer Emiliano Buendia, der in der 95. Minute daneben köpfelte.
Sein 17-jähriger Sturmpartner Brian Madjo belohnte einen starken Auftritt mit dem sehenswerten Ausgleich in der 45. Minute, hätte allerdings bei vier Chancen zuvor schon für klare Verhältnisse sorgen können.
Vorwürfe gab es deshalb keine. Allen Beteiligten war wichtig, das Positive hervorzukehren. "Wir konnten trotz schwieriger Voraussetzungen mit einem großartigen Team voll mithalten. Die Chancen, die wir uns herausgespielt haben, die individuelle Qualität, die wir gezeigt haben, da kann man nur stolz und glücklich sein", fasste Coach Unai Emery zusammen.