Solo will Präsidentschaft im US-Fußballverband

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Am Wochenende wählt der US-Amerikanische Fußballverband (USSF) einen neuen Präsidenten - oder seine neue Präsidentin?

Die umstrittenste Kandidatin im Rennen ist die Torhüterin Hope Solo. Die 36-Jährige ist eine der bekanntesten Gesichter im US-Fußball und tritt an, den nach 12 Jahren scheidenden Präsidenten Sunil Gulati abzulösen, der selbst nicht zu Wiederwahl steht.

Der Wahlkampf ist klar in zwei Lager aufgeteilt. Die einen stehen für das alte System, die anderen suchen unbedingte Veränderung.

Mentalität, Gleichberechtigung, Jugendarbeit, Transparenz

Die vierfache Welttorhüterin baut ihre Kampagne auf vier Säulen auf:

Den amerikanischen Kickern soll, angefangen im Jugendbereich, eine "Siegermentalität" eingeimpft werden. Sie engagiert sich für Lohngleichheit von Männern und Frauen im US-Fußball. Der Nachwuchsbereich soll von seinem "Pay-to-Play"-System abkommen und es nicht nur "reichen, weißen Kindern" vorbehalten sein, an professionellen Trainingsprogrammen teilzunehmen - schon hier sorge die Profitgier des USSF für Probleme. Zudem plädiert sie für mehr Transparenz innerhalb des Verbandes.

Ihre Kritiker können ihr jedoch einiges entgegenhalten, sorgte sie doch immer wieder für Schlagzeilen. Die zurzeit vereinslose Spielerin musste sich mehrfach mit Disziplinarverfahren auseinandersetzen und wurde 2014 wegen häuslicher Gewalt angezeigt.

Auch wenn die Anklagen zurückgewiesen wurden und sie den "Background-Check" überstanden hat, können die Gegenkandidaten die Vorfälle in der hitzigen Kampagne gegen sie ausspielen.

Prominente Unterstützung

"Ich bin die einzige Kandidatin mit einer Erfolgsbilanz, an der man ablesen kann, dass ich weiterhin gegen den Status quo ankämpfe, weiterhin für Gleichberechtigung kämpfe und den Verband weiterhin zur Verantwortung ziehe. Jemand muss dem US-Fußball die Stirn bieten und Veränderung fordern", erklärt Solo im Interview mit dem britischen "Gurdian".

Bekannte Fürsprecher sind unter anderem die Spielführerin der japanischen Nationalmannschaft, Aya Miyama, der Menschenrechts-Aktivist Michael Skolnik oder auch der portugiesische Fußball-Verband.

Die Weltmeisterin von 2015 tritt gegen sieben andere Kandidaten an: Die Ex-Fußballer Paul Caligiuri, Kyle Martino und Eric Waynalda. Die Ex-Spielerin und Präsidentin des von Solo angeprangerten Fußball-Marketingunternehmens SUM, Kathy Carter. Der aktuelle USSF-Vize-Präsident Carlos Cordeiro. Und die Juristen Steve Gans und Michael Winograd, letzterer ebenfalls ehemaliger Spieler und Manager.

Die Wahl findet am 10. Februar statt. Die Stimmen werden unter dem Athletenrat, dem Jugendrat, dem Berufsrat und verschiedenen anderen Gremien aufgeteilt. Solo werden dabei kaum Chancen eingeräumt, da sie seit jeher im Konflikt mit dem Verband steht.


Textquelle: © LAOLA1.at

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