Roman Kienast will einen Neustart in Österreich

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Neues Jahr, neue Chance. Roman Kienast ist dafür bereit.

2017 war es für den elffachen ÖFB-Teamspieler nicht gerade einfach: Knieprobleme, kein neuer Vertrag bei Sturm, später Wechsel zum FC Wil in die Schweiz und nun die Rückkehr zu seiner Familie nach Österreich.

Dass der aktuelle Tabellenletzte der zweiten Schweizer Liga den 33-Jährigen nach gut drei Monaten "aussortiert" habe, wie mancherorts zu lesen war, stimmt aber nicht.

"Ich habe ohnehin nur bis Winter unterschrieben, also kann von aussortiert keine Rede sein. Wir hätten wieder komplett neu verhandeln müssen. Der Trainer war sehr zufrieden mit mir, aber weil ich meine Kinder drei Monate lang nicht sehen konnte, habe ich aus familiären Gründen einen Schlussstrich gezogen", erklärt Kienast im Gespräch mit LAOLA1.

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FC Wil: Nur 22 Punkte im Kalenderjahr 2017

Sieben Einsätze, zwei Tore und eine rote Karte - so liest sich die Bilanz Kienasts beim krisengeschüttelten FC Wil. Der frühere Erstliga-Klub, 2015/16 noch Dritter der Challenge League, geriet nach dem Ausstieg türkischer Investoren in arge Turbulenzen und hielt 2017 nur durch den Lizenzverzicht des FC Le Mont die Klasse.

Im gesamten vergangenen Kalenderjahr holte der Klub lediglich 22 Zähler und steht daher derzeit auch am Tabellenende. Der Verein wird aber erneut nicht absteigen, da sich der neuntplatzierte FC Wohlen freiwillig aus der Liga zurückzieht.

An Kienast gingen die Nebengeräusche in der Ostschweiz nicht spurlos vorüber, wenngleich für ihn das Fehlen seiner Familie hauptausschlaggebend für seine Rückkehr nach Österreich war: "Die Kinder (zwei Söhne, Anm.) haben sehr darunter gelitten, dass ich nicht da war."

Eine rote Karte wirkt nach

Sportlich zieht er eine persönlich positive Bilanz. "Ich hatte keine Vorbereitung, bin aber ziemlich schnell zum Zug gekommen und habe gleich meine Tore gemacht." Nur das Spiel am 2. Dezember gegen Rapperswil-Jona würde der Mittelstürmer gerne noch einmal von vorne beginnen.

Nach zehn Minuten wurde Kienast in dieser Partie wegen eines Ellenbogenchecks gegen Egzon Kllokoqi ausgeschlossen und für drei Spiele gesperrt. "Man sieht anhand der Bilder, dass es unabsichtlich war. Ich habe mich auch sofort entschuldigt", ärgert sich Kienast rückblickend über die Aktion.

Da er bei Wil nur ein Spiel seiner Sperre absitzen konnte, nimmt er die Strafe zu seinem nächsten Arbeitgeber mit: "Das macht meine Situation nicht unbedingt leichter."

Erste Liga? "Warum nicht?"

Wohin die Reise nach den Profi-Stationen Rapid, HamKam, Helsingborg, Sturm, Austria und Wil führen wird, ist noch offen. Ein erneutes Engagement im Ausland müsste aber wohlüberlegt sein.

"So wie es jetzt war, hätte ich meinen Großen (Niklas/6, Anm.) für drei Monate aus der Schule nehmen müssen. Das hätte sich nicht ausgezahlt. Wenn es etwas Längerfristiges ist, kann man es sich überlegen. Ich hoffe aber, dass ich hier in Österreich etwas finde", so Kienast.

Vereinzelte Anfragen gab es bereits, wenngleich die noch abzusitzende Sperre ein Hemmschuh für den einen oder anderen Klub zu sein scheint. Vor einem Engagement in der Ersten Liga würde er keinen Halt machen: "Warum nicht? Das ist durchaus eine Option."

Trainingsgast bei der Austria

Wichtig ist ihm eine möglichst baldige Einigung: "Ich hoffe, dass es jetzt schneller geht als im Herbst, weil man als Spieler einfach eine gewisse Vorbereitung braucht und auch die Sicherheit haben will, wo unterzukommen."

Körperlich steht einem sofortigen Einstieg bei einem neuen Verein nichts im Wege. Die Knieprobleme hat Kienast hinter sich gelassen, bei Wil auch auf Kunstrasen schmerzfrei trainiert.

Derzeit spult er individuell Läufe ab und besucht das Fitnesscenter. Ab nächster Woche könnte Kienast, wie schon vergangenen Sommer, bei den Austria Amateuren als Trainingsgast einsteigen: "So komme ich auf ein gewisses Level und werde voll fit sein."

Für ein neues Jahr und eine neue Chance.

Textquelle: © LAOLA1.at

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