Heinz Lindner: Überraschung mit Happy End

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Es war eine faustdicke Überraschung! Rund eine Woche vor dem Start in die Rückrunde stellte Murat Yakin plötzlich seine bisherige Nummer eins in Frage.

Im Herbst war Heinz Lindner noch unumstrittener Stammspieler im Tor des Grasshopper Club Zürich.

Schweizer Medien vermuteten eine Machtkampf zwischem dem Coach und Sportchef Mathias Walther als Hintergrund der Aktion. Der Trainer konnte mit den von Walther verpflichteten Neuzugängen zumeist nur wenig anfangen, ließ sie kaum spielen. Auch Lindner war im Sommer eine Idee des Sportdirektors, der ihn ablösefrei aus Frankfurt nach Zürich gelotst hat.

Am Sonntag dann die Erleichterung: Lindner durfte zum Frühjahrsstart in Sion das Tor der Grasshoppers hüten, bot beim 3:1-Erfolg eine starke Vorstellung, der Slowene Vaso Vasic (27) musste abermals auf der Bank Platz nehmen.

Gegenüber LAOLA1 schildert der Oberösterreicher seine Sicht der Dinge:

„Der Trainer hat das Rennen um die Nummer eins wieder eröffnet. Für mich ist das überraschend gekommen, weil ich in der Hinrunde eigentlich gute Leistungen gebracht habe. Ich habe von 22 Spielen neun Mal zu Null gespielt, war der Mannschaft ein sicherer Rückhalt. Aber im Fußball ist es halt oft so, dass der Trainer den Konkurrenzkampf neu entfacht. Ich habe mir nicht allzu viele Gedanken gemacht. Im Sport gibt es nunmal Konkurrenzkampf und dem muss man sich stellen. Ich bin mit Selbstvertrauen in diesen Kampf gegangen, hatte zwar in der letzten Woche eine Erkältung, habe aber durchgebissen.“

„Gott sei Dank mir wieder das Vertrauen geschenkt worden – ich denke, ich habe es rechtfertigen können, das hat der Trainer nach dem Spiel auch in einem Interview bestätigt. Der Trainer wollte, dass ich mutiger auftrete – im Spielaufbau und auch bei Flanken. Ich habe versucht, das umzusetzen und habe dementsprechend auch positives Feedback bekommen von ihm. Er wollte mehr von mir sehen und das habe ich ihm am Wochenende geliefert.“

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Der Wechsel in die Schweiz hat sich für den 27-Jährigen also ausgezahlt. Nach seinem Abgang von der Wiener Austria lief es für den 16-fachen ÖFB-Teamgoalie nicht rund, bei Eintracht Frankfurt gab es zwei Jahre lang kein Vorbeikommen am finnischen Teamtormann Lukas Hradecky.

„Es war absolut die richtige Wahl. Mein Ziel war es, nach den Jahren in Frankfurt wieder zu spielen, und das habe ich erreicht. Jetzt heißt es, auf einem hohen Level konstant gute Leistungen zu bringen, um die Ziele des Vereins zu erreichen und mich persönlich weiterzuentwickeln.“

In nicht ganz zwei Wochen steht für die Zürcher das Auswärtsspiel beim FC Lugano am Programm. Das erste Duell mit dem Klub aus Tessin hat GC mit 3:0 gewonnen, daheim setzte es dann eine 0:1-Niederlage. Im dritten Aufeinandertreffen wird Lindner einem alten Bekannten gegenüberstehen: Marc Janko. Gemeinsam mit dem Angreifer, der Anfang Februar von Sparta Prag in die Schweiz zurückgekehrt ist, hat er Dutzende ÖFB-Lehrgänge absolviert.

„Mich freut es, dass er einen Verein gefunden hat, wo er spielen wird und wo seine Qualitäten geschätzt werden. Er hat in der Schweiz einen sehr, sehr guten Namen, hier kennt ihn jeder – und das zurecht. Über seine Qualitäten muss man nicht viele Worte verlieren: Er ist ein eiskalter Strafraumstürmer, eine Position, die es nicht mehr oft gibt. Wenn er in der Box ist, ist er brandgefährlich. Dazu kommt sein starkes Kopfballspiel und seine gute Antizipation. Er braucht nicht viele Chancen für ein Tor. Ich freue mich auf das Duell, aber da gibt es dann keine Freundschaften. Er wird versuchen, mir ein Tor zu schießen und ich werde alles tun, um keines zu kriegen.“

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Während Janko im ÖFB-Team derzeit keinen so leichten Stand hat, behielt Lindner auch unter Neo-Teamchef Franco Foda seine Rolle als Einser-Tormann. So wie in den letzten sieben Partien der Ära Marcel Koller setzte auch der Deutsche gegen Uruguay auf den Ex-Austrianer. Doch die Konkurrenz ist mittlerweile größer als noch vor einiger Zeit. Jörg Siebenhandl bringt beim SK Sturm starke Leistungen, Pavao Pervan überzeugt im LASK-Tor und auch Andreas Lukse ist am Weg zurück.

„Als wir uns am Spieltag zusammengesetzt haben, hat Teamchef Franco Foda mir gesagt, dass er mit meinen Trainingsleistungen beim Camp in Spanien zufrieden war und dass ich spielen werde. Das hat mich sehr gefreut. Es war schön, aber ich kann mich nicht darauf ausruhen. Es ist noch nichts entschieden. Ich werde weiter versuchen, im Training meine Qualitäten zu zeigen und ihm das Gefühl zu geben, dass er weiter auf mich setzen kann. Fakt ist, dass ich das erste Spiel gespielt habe, da waren Siebenhandl und Pervan schon dabei. Meiner Meinung nach habe ich das in dem Spiel ganz gut gemacht. Wir haben sehr starke Tormänner, auch Lukse kommt wieder zurück. Es wird ein Konkurrenzkampf, der einiges zu bieten hat.“


Textquelle: © LAOLA1.at

Transfer von Marc Janko zum FC Lugano offiziell

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