Juve-Präsident Agnelli ein Jahr gesperrt

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Im Prozess um Kontakte zwischen Fangruppen von Juventus Turin und der kalabrischen Mafia hat das italienische Sportgericht Präsident Andrea Agnelli für ein Jahr gesperrt. Außerdem muss Italiens Rekordmeister ein Bußgeld von 300.000 Euro zahlen.

Agnelli selbst muss 20.000 Euro Strafe zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte mit zweieinhalb Jahren Sperre eine deutlich höhere Strafe gefordert. Der Industrielle musste sich mit drei weiteren Clubmanagern vor dem Gericht verantworten.

Der Führung des Serie-A-Klubs wurde vorgeworfen, Hooligans mit Kontakten zur 'Ndrangheta (Anm.: die Vereinigung der kalabrischen Mafia) Eintrittskarten verschafft zu haben, beziehungsweise dies nicht verhindert zu haben. Agnelli, der u.a. auch Mitglied des Vorstandes von Fiat und Exor ist und im September auch zum Vorsitzenden der europäischen Klubvereinigung ECA gewählt worden war, hatte dies stets zurückgewiesen.

Staatsanwaltschaft will das Urteil anfechten

Juventus "schließt jede Vermutung über Verbindungen zu Vertretern der organisierten Kriminalität zurück", teilte die Gesellschaft nach dem Urteil mit. Man habe die Entscheidung des Gerichts zur Kenntnis genommen, werde aber in Revision gehen.

Auch die Staatsanwaltschaft will das Urteil anfechten, sie hatte mit zweieinhalb Jahren Sperre für Agnelli eine deutlich höhere Strafe gefordert. "Ich bin ein Stück weit zufrieden, weil wir es geschafft haben, die Schuld aller zu beweisen", sagte Staatsanwalt Giuseppe Pecoraro zur Ansa. "Aber die Tatsachen wiegen so schwer, dass sie meiner Meinung nach härter sanktioniert werden müssten."

Agnelli im Vorstand von Fiat

Der Fall ist nicht nur brisant, weil Juventus nach einem Wettskandal und einem darauffolgenden Zwangsabstieg in die Serie B im Jahr 2006 seit Jahren wieder das dominierende Team in der italienischen Liga. Agnelli ist ein Schwergewicht im Fußball - und in der Wirtschaft: Der 41-Jährige stammt aus der mächtigen Agnelli-Familie, die den Autokonzern Fiat aufgebaut hat. Er sitzt auch im Vorstand von Fiat Chrysler Automobiles (FCA).

2010 wurde Agnelli Präsident von Juventus. Im Prozess hatte er stets seine Unschuld beteuert. Der "Gazzetta dello Sport" zufolge hat das Urteil allerdings keine Auswirkungen auf den Posten bei der ECA.

Textquelle: © APA

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